Pferderennen

«Gutes Provinzpferd» aus Frankreich zu stark für Einheimische

Die Schlüsselstelle des Rennens: Beim zweiten Tribünensprung springt sich Dourdour (rechts) an Baraka de Thaix vorbei in Front.

Die Schlüsselstelle des Rennens: Beim zweiten Tribünensprung springt sich Dourdour (rechts) an Baraka de Thaix vorbei in Front.

Der siebenjährige Wallach Dourdour, geritten von Romain Julliot, gewinnt unter regnerischen Bedingungen im Aarauer Schachen den 72. Grossen Preis der Schweiz. Im Hürdenrennen kam es erfreulicherweise zu einem Aargauer Sieg.

Ein Überflieger ist Dourdour nicht. Aber, wie sein Jockey Romain Julliot sagte, «ein gutes Provinzpferd». Ein solches genügte am verregneten vierten und letzten Aarauer Renntag des Jahres, um die Steepler aus den einheimischen Ställen in dem über 4200 m führenden Jagdrennen klar hinter sich zu lassen und rund die Hälfte des Preisgeldes von insgesamt 50 000 Franken nach Frankreich zu entführen.

Schon zweimal, 2015 und 2016, hatte die Engländerin Louisa Carberry, die im Westen Frankreichs trainiert, einen Anlauf unternommen, das renommierteste Schweizer Jagdrennen zu gewinnen. Doch Chiffre d’Affaires scheiterte zweimal hauchdünn. Im dritten Anlauf, mit Dourdour im Besitz von Luc Monnet, hat es nun geklappt. 4500 Zuschauer, die am Totalisator gut 58 000 Franken umsetzten, sahen einen am Ende überlegenen Sieger.

Acht Pferde waren im Hauptereignis des Tages am Start. Shannon Royal, der am meisten Gewicht (ein Pfund mehr als Dourdour) hätte tragen müssen, war mit Gebühr zurückgezogen worden. Von Beginn weg schlugen Baraka de Thaix, der von den Wettern favorisierte Be My Hope und Dourdour ein Tempo an, das eine Lücke zum Rest des Feldes öffnete. Beim ersten Tribünensprung ging Be My Hope hinten «in die Knie». Der Aarauer Seriensieger über Hürden fand den Rhythmus aber wieder und tauchte vorübergehend wiederum an zweiter Stelle auf.

Vorentscheidung beim zweiten Tribünensprung

Als Schlüsselstelle des Rennens erwies sich der zweite Tribünensprung: Dourdour ging das Hindernis mit mehr Schwung an als die Konkurrenz und sprang sich auf der Innenseite an Baraka de Thaix vorbei in Front.

Von da an hielt der französische Gast den von Chantal Zollet trainierten und von Raphael Lingg gerittenen Schimmel bis ins Ziel sicher auf Distanz. Fünf Längen lagen am Ende zwischen dem Sieger und dem Zweitplatzierten, an den der wenig Gewicht tragende Elixir de Chaluzy noch auf zwei Längen herankam. Der Rest war weit zurück.

Beaumar aus dem Aarauer Stall Schachen wurde Fünfter. Be My Hope und der tschechische Gast Borderland wurden angehalten. Das vom Regen aufgeweichte Geläuf und die relativ hohe Pace hatten einiges an Kraft gekostet. Dourdours Reiter Romain Julliot sagte allerdings relativierend, richtig tief sei das Terrain nicht gewesen.

Einen Aargauer Sieg gab es im Hürdenrennen, das Andrea Kretschmers Vaihau (Reiter Ondrej Velek, Trainer Hansjörg Speck) hochüberlegen gewann .

Verwandte Themen:

Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

Meistgesehen

Artboard 1