Handball
Der HSC Suhr Aarau ist am Ende seiner Playoff-Reise angelangt

Für den HSC Suhr Aarau ist im Playoff-Halbfinal Endstation. Die Aargauer verlieren auch das dritte Spiel der Serie gegen Pfadi Winterthur. Nach dem Schlusspfiff mischt sich die Enttäuschung über das Ausscheiden mit dem Stolz über das Erreichte.

Frederic Härri
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Um 19:21 Uhr geht die Playoff-Reise des HSC Suhr Aarau zu Ende. Torhüter Leo Grazioli schlägt auf den Hartgummiboden, andere vergraben das Gesicht im Leibchen. In den Augen sammeln sich Tränen.

Wenig später zieht der erste Schwall der Trauer vorüber. Die Augen sind noch verheult, doch tragen die Spieler nun ein Lächeln im Gesicht. Zwischen den Fingerspitzen werden Bierflaschen geklammert. Schnell geht der Blick zurück – auf das Erlebte in dieser Saison. «Ich bin unglaublich stolz darauf, diese Mannschaft coachen zu dürfen», sagt Trainer Misha Kaufmann. Nachdem Captain Tim Aufdenblatten aus der Kabine schreitet, sagt er: «Wir haben uns alle zusammen noch einmal an die vielen schönen Momente erinnert.»

Ein Spiegelbild der ersten Halbfinalspiele

Die schönen, die guten Momente, die gab es zuhauf in dieser Spielzeit für Suhr Aarau. Beinahe hätte auch der gestrige Abend dazugehört, wenn die letzten paar Minuten nicht gewesen wären. In einem Spiel, in dem der HSC lange ebenbürtig ist. Die Partie beginnt, wie sie das in dieser Serie oft tat: ausgeglichen. Der HSC legt vor, Pfadi zog nach. Es bleibt ein Auf und Ab, keine Mannschaft schafft den vorentscheidenden Sprung. Und wie in den beiden Spielen zuvor lässt keiner nach, die leichten Vorteile aber liegen bei Pfadi, das eine 17:16-Führung mit in die Pause nimmt.

Im zweiten Umgang hält der HSC das Spiel knapp und sich selbst alle Möglichkeiten offen. Im Nachhinein ist es oft schwierig, Schlüsselmomente auszumachen. Vielleicht aber darf jene Begebenheit aus der 54. Minute als solche bezeichnet werden. Nach zwei Fehlwürfen des HSC trifft der Winterthurer Adir Cohen per sogenanntem «Flieger», der Pfadis Führung auf zwei Tore erhöht. Das Selbstvertrauen der Gastgeber wächst sprungartig an, Suhr Aarau auf der Gegenseite hat Mühe, seine Torchancen zu verwerten. Von da an gleitet dem HSC das Spiel aus der Hand. Am Ende verliert er mit 29:32. Kaufmann spricht von «Nuancen», die gefehlt haben. Auch dies ist in dieser Halbfinalserie keine Neuigkeit mehr.

Pfiffe und Buh-Rufe ­­ gegen João Ferraz

Zu den unschönen Begleiterscheinungen des Abends gehört, dass der HSC nicht nur Pfadi, sondern auch Teile des Winterthurer Publikums gegen sich hat. Aufbauspieler João Ferraz wird speziell in den Anfangsminuten bei jedem Ballbesitz ausgepfiffen, Fehlwürfe werden bejubelt. Der Hintergrund: Im Heimspiel am vergangenen Samstag brachte Ferraz Pfadi-Spielermacher Roman Sidorowicz zu Fall.

Der Nationalspieler zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu und fällt für den Rest der Saison aus. Viele der Pfadi-Fans sahen im Foul ein grobfahrlässiges Verhalten, die Schiedsrichter ahndeten das Vergehen nur mit einer gelben Karte. Seinen Unmut tat ein Winterthurer Anhänger schon vor Anpfiff kund. Auf einem Plakat sprach er den Portugiesen in seiner Landessprache an. «Ferraz - Sie haben uns alle verletzt! Schämen Sie sich!» stand darauf. Das Transparent wurde von Offiziellen vor Spielbeginn entfernt.

Der Kommentar zur Saison des HSC:

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