Handball NLB
Handballverband spaltet die Gemüter der Aargauer NLB-Klubs

Die Coronakrise brachte den Spielbetrieb in der Hanball Nationalliga B zum Stillstand. Das Vorgehen und die Kommunikation des Verbandes in dieser Zeit kommt nicht bei allen Aargauer NLB-Klubs gleich gut an. Während man beim STV Baden Handball die Kommunikation ungenügend empfand, ist man beim TV Möhlin mit dem Handballverband zufrieden.

Nicolas Blust
Drucken
Teilen
Ein Bild vergangener Tage. Noch ist unklar, wann der STV Baden und der TV Möhlin ihren nächsten Ernstkampf bestreiten.

Ein Bild vergangener Tage. Noch ist unklar, wann der STV Baden und der TV Möhlin ihren nächsten Ernstkampf bestreiten.

FOTO Wagner

Seit dem 25. Oktober wird in der NLB der Handballer nicht mehr gespielt. Der Ball ruht, weil die zweithöchste Schweizer Spielklasse von den zuständigen Behörden als nichtprofessionelle Liga eingestuft worden ist. «Das ist analog zu sämtlichen anderen Breitensport-Ligen», sagt Matthias Schlageter, Leiter Kommunikation der Swiss Handball League.

Wann eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs stattfinden kann, steht momentan noch in den Sternen. Der Schweizerische Handballverband (SHV) kann zum jetzigen Zeitpunkt weder zur Wiederaufnahme noch zu eventuellen Massnahmenänderungen seitens des Bundes Stellung nehmen. Obwohl momentan die ersten Runden auf Mitte Februar angesetzt sind, gehen weder die Vereine noch der Verband davon aus, dass dieser Termin eingehalten werden kann.

«Ich persönlich habe aktuell zumindest sehr grosse Zweifel, dass im Februar wieder gespielt werden darf», sagt Christoph Blöchlinger, Präsident des STV Baden Handball. Trotzdem würde man eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs begrüssen, sofern dies die epidemiologische Situation erlaubt.

Mangelnde Kommunikation sorgt für Unmut

Weniger glücklich ist man bei Städtli darüber, wie der SHV in der Coronazeit mit den Vereinen kommuniziert. «Krisenkommunikation hat rasch und klar zu sein», sagt Blöchlinger. Dies sei in den vergangenen Wochen und Monaten nicht immer der Fall gewesen. «Zudem hätte ich vom Verband etwas mehr Solidarität erwartet.» Im Spätherbst hat dieser die Bezahlung der vollen Lizenzgebühren für alle Spieler inklusive Junioren für die gesamte Saison 2020/21 verlangt. «Zudem hat er Akontobeiträge für Schiedsrichter- und Delegiertenkosten verlangt, obwohl in der entsprechenden Periode bereits mehrere Runden abgesagt wurden.» Bis heute hat der Verband den Vereinen keine Reduktion der Lizenzbeiträge in Aussicht gestellt. Lediglich eine Stundung bis im März wurde gewährt.

Simon Mahrer, Präsident des Badener NLB-Konkurrenten TV Möhlin, glaubt erst an eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach Ostern. Bei diesem Szenario wäre es nicht mehr möglich, die komplette Meisterschaft durchzuführen, man müsste sich auf eine Anpassung des Modus einigen, bei dem nicht mehr alle Spiele ausgetragen werden müssen. Inwiefern eine solche abgespeckte Meisterschaft sport­lich zu werten sei, müsste ebenfalls geregelt werden.

Telefonkonferenz Mitte Januar soll für Klarheit sorgen

Diese und weitere Fragen werden Mitte Januar in einer Telefonkonferenz zwischen dem Verband und den einzelnen Teams der NLB besprochen. Beim TV Möhlin ist man zufrieden mit der Kommunikation des Verbandes während dieser schwierigen Zeit. «Es ist pragmatisches Vorgehen. Die Kommunikation des Handballverbandes ist sehr in Ordnung in Anbetracht der schwierigen Zeit», sagt Mahrer.

Die wirtschaftliche Situation beim TV Möhlin ist stabil. «Wir haben Entschädigungen vom Bund bekommen und sind somit für die Einnahmeausfälle 2020 entschädigt.» Gedanken macht sich Mahrer über die nächste Saison. Er befürchtet, dass Sponsoren abspringen könnten, wenn die aktuelle Saison nicht zu Ende gespielt werden sollte. Auch deshalb wäre es für den TV Möhlin, aber auch für die restlichen Vereine der NLB fatal, würde die aktuelle Spielzeit ersatzlos gestrichen. Es liegt nun beim Verband, realistische Szenarien für die kommenden Monate auszuarbeiten.

Aktuelle Nachrichten