Leuggern Open

Jubiläum und letzte Ausgabe zugleich: «Wir haben nie Geld verdient»

15 von insgesamt 20 Mal hat Michael Back die Leuggern Open organisiert. Nun studiert er die letzte Ausgabe des Turniermagazins.

15 von insgesamt 20 Mal hat Michael Back die Leuggern Open organisiert. Nun studiert er die letzte Ausgabe des Turniermagazins.

Morgen beginnen die letzten Leuggern Open – Organisator Michael Back spricht im Interview über verloren gegangene Begeisterung und seinen Abschied vom Tennissport.

Michael Back, im November haben Sie bekannt gegeben, dass die 20. Ausgabe der Leuggern Open auch die Letzte sein wird. Jetzt können Sie aber das beste Teilnehmerfeld der Geschichte präsentieren – bleiben Sie trotzdem bei Ihrem Entscheid?

Michael Back: Ja, man soll schliesslich dann aufhören, wenn es am schönsten ist. Mit einer Jubiläumsausgabe und vier Spielern aus den Top 500 der Welt den Schlusspunkt zu setzen, ist doch eine tolle Sache.

Sie sagten einst in einem Interview, dass die Durchführung ein finanzieller Kraftakt sei. Ist dies der Hauptgrund für das Ende des Turniers?

Nein, denn wir haben mit dem Turnier kein einziges Mal Geld verdient. Das Finanzielle ist also nicht der Hauptgrund. Aber natürlich wurde es immer schwieriger, Sponsoren zu finden.

Was war dann der Grund?

Das Turnier löst nicht mehr dieselbe Begeisterung aus. Die Leute können Tennis über die neuen Medien zu jeder Zeit überall konsumieren und müssen dafür nicht mehr als Zuschauer in die Halle kommen. Linienrichter und Ballkinder zu finden, war früher kein Problem. Heute müssen wir Leute aus Zürich und St. Gallen anfragen. Und obwohl wir in der Schweiz unheimlich verwöhnt sind, was den Tennissport angeht, ist die Begeisterung sehr bescheiden. An anderen Ort würden die Leute ausflippen, wenn sie die aktuelle Tennissituation der Schweiz hätten.

Die beschriebene Entwicklung ist nicht von einem Tag auf den anderen eingetreten. Trotzdem haben Sie das Turnier bis jetzt weitergeführt.

Richtig, denn das war mein Weg, dem Tennissport treu zu bleiben. Früher war ich ein erfolgreicher Tennistrainer (bis zu fünf Top-10-Spieler der Schweiz trainierten gleichzeitig bei Back, Anm. d. Red.). Das war meine Berufung. Seit meinem Autounfall vor gut 15 Jahren kann ich aber nicht mehr auf dem Platz stehen. Das war ein harter Schlag für mich. Die Organisation der Leuggern Open war eine Option, wie ich mit dem Spitzentennis in Kontakt bleiben und mein Schicksal verarbeiten konnte.

Mit der letzten Ausgabe der Leuggern Open verabschieden Sie sich nun also ganz aus dem Tennissport.

Ja. Irgendeinmal musste dieser Schritt kommen. Ich bin jetzt so weit, dass ich auch emotional loslassen kann.

Was werden Sie am meisten vermissen?

Die Finaltage waren immer mein Highlight. Zudem war es schön, die Anerkennung und den Respekt der Spieler zu erfahren, die an den Leuggern Open teilgenommen haben.

Welches Match wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?

Das Finalspiel zwischen Thomas Schiessling und Giuseppe Menga 2007. Die beiden haben sich einen riesigen Kampf über fünf Sätze geliefert. Das war klar das längste Endspiel und eines der spektakulärsten.

Zurück zur Gegenwart: Wer ist in diesem Jahr Ihr Favorit?

Das kann ich am Freitagabend sagen, wenn ich alle Spieler auf dem Platz gesehen habe. (lacht) Ich bin aber gespannt auf die Turniernummer eins Peter Torebko (ATP 231). Ihn habe ich noch nie spielen sehen.

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