Leichtathletik

Kampfansage an die Konkurrenz: Silvan Wicki ist derzeit der schnellste Europäer über 100 und 200 Meter

Silvan Wicki führt derzeit die europäischen Jahresbestenlisten über 100 und 200 Meter an.

Silvan Wicki führt derzeit die europäischen Jahresbestenlisten über 100 und 200 Meter an.

Der 25-jährige Basler Sprinter des BTV Aarau Athletics führt die Jahresbestenlisten der schnellsten Europäer über 100 und 200 Meter an. Wicki ist davon überzeugt, über 100 Meter eine Zeit von 10,00 in den Beinen zu haben.

Am frühen Montagnachmittag hat Silvan Wicki noch nicht alle Gratulationen beantwortet. Die Anfrage von CH Media geht in der Nachrichtenflut auf Whatsapp unter.

Kein Wunder, hat der 25-jährige Basler Sprinter in Diensten des BTV Aarau Athletics doch am Samstag mit einer neuen persönlichen Bestleistung über 100 Meter seine starke Verfassung eindrücklich unterstrichen.

Fünf Tage ist es mittlerweile her, seit die Zeitmessung beim Leichtathletik-Meeting in Bulle beim Final in der Sprint-Königsdisziplin nach 10,11 Sekunden stoppte. «Nach dem Zieleinlauf habe ich gleich gespürt, dass der Lauf schnell war», sagt Wicki.

Der Blick auf die Zeitmessung bestätigte das Gefühl. Den im Juni 2019 von Alex Wilson aufgestellten Schweizer Rekord verpasste Wicki mit seinem starken Lauf um nur gerade drei Hundertstel.

«Das fühlt sich gut an»

Bereits Ende Juni hatte Wicki mit einer schnellen Zeit für Furore gesorgt: Beim Sonnenwend-Meeting in Bern lief er die 200 Meter in 20,45 Sekunden und schob sich in der Schweizer Allzeit-Bestenliste auf Rang fünf vor.

Dank der beiden persönlichen Bestleistungen innert gerade einmal zwei Wochen führt der Psychologiestudent ausserdem die europäischen Jahresbestenlisten an. Kurzum: Wicki ist derzeit der schnellste Europäer. «Das fühlt sich natürlich sehr gut an – man kann sich schliesslich nicht ständig ‹European Leader› über 100 und 200 Meter nennen», sagt Wicki.

Pfeiffersches Drüsenfieber überwunden

Die Leistungen des mehrfachen Schweizermeisters über 200 und 60 Meter sind umso erstaunlicher, als dass er die vergangene Saison im Sommer aufgrund des Pfeifferschen Drüsenfiebers vorzeitig hatte abbrechen müssen.

«Die Coronakrise schien zuerst einer dieser Steine zu sein, die mir Jahr für Jahr im Weg gelegen haben», sagt Wicki. Seit zehn Jahren ist er als Sprinter auf den Tartanbahnen dieser Welt unterwegs. Kaum je hat er eine Saison ohne körperliche Schwierigkeiten – also diese «Steine im Weg» – bestreiten können.

Von Cornakrise nicht aus dem Tritt bringen lassen

Allerdings liess sich Wicki von der Covid-19-Pandemie und ihren Folgen nicht aus dem Tritt bringen. Ganz im Gegenteil: Er knüpfte zuletzt an die gelungene Wettkampf-Rückkehr in der Hallensaison an. «Ich habe schnell festgestellt, dass mein Körper stabiler ist, dass die Trainingsqualität stimmt und ich das gute Niveau von 2018 habe zum Standard machen können», sagt Wicki.

Dass ihm das alles ausgerechnet in einer Saison gelingt, in der die Olympischen Sommerspiele verschoben werden mussten und keine internationale Grossanlässe mehr auf dem Programm stehen ist zwar ärgerlich, lässt Wicki aber kalt: «Es ist jetzt nun einmal so. Statt darüber nachzugrübeln, habe ich mehr davon, einfach schnell zu laufen», sagt Wicki.

Schweizer Meisterschaften als Saisonhighlight

Coronabedingt verbleibt 2020 neben kleineren Wettkämpfen nur noch ein grosses Highlight auf Wickis Programm: die Schweizer Meisterschaften von Mitte September in Basel.

Abzuschätzen, was in seiner Heimat möglich sein wird, fällt Wicki schwer. Aber er strotzt vor Selbstvertrauen und hält eine Kampfansage bereit: «Es muss nicht in diesem Jahr sein, aber über 100 Meter habe ich eine Zeit von 10,00 Sekunden in den Beinen.»

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