«Aargauer Cup»

Kantonale Vormachtstellung gesichert: Der HSC Suhr Aarau gewinnt den Final gegen den TV Endingen mit 33:24

Der HSC Suhr Aarau nutzt im Final der Premiere des «Aargauer Cup» seine grössere Kaderbreite resolut und besiegt den TV Endingen mit 33:24. Der STV Baden sichert sich mit einem 33:25-Sieg über den TV Möhlin im kleinen Final die Nummer 3 in der kantonalen Vorsaison-Hierarchie.

Noch vor dem Anpfiff des Finals des «Aargauer Cup» steht ein erster emotionaler Moment an: Der TV Endingen verabschiedet seinen langjährigen Spieler Nemanja Sudzum, dessen auslaufender Vertrag im gegenseitigen Einverständnis nicht mehr verlängert worden war. Der 37-jährige Serbe hat während acht Jahren insgesamt 210 Pflichtspieleinsätze für den TVE bestritten. «Nemo», wie sie ihn beim TVE liebevoll nennen, erhält von der gesamten Halle warmen Applaus – auch von der HSC-Bank.

Wenige Augenblicke später ist es aber vorbei mit gegenseitigen Sympathiebekundungen. Es sind noch keine zehn Minuten gespielt, da kassieren TVE-Neuverpflichtung Simon Huwyler und HSC-Portugiese João Ferraz nach einem intensiven Rencontre je zwei Strafminuten. In der Folge gibt es einige eher unfreundlich geführte Wortgefechte zwischen den beiden Mannschaftsbänken. Ganz klar: Es ist Derby-Zeit!

Natürlich wird auch Handball gespielt. Und wie! Der TV Endingen und der HSC Suhr Aarau liefern sich vor 325 Zuschauerinnen und Zuschauern in der GoEasy-Arena in den ersten 30 Minuten der Partie einen intensiven und temporeichen Schlagabtausch mit zahlreichen Treffern.

Während die mit einem wesentlich kleineren Budget operierenden Surbtaler auf dieselbe Stammformation wie bereits im Halbfinal am Vortag (27:22-Sieg gegen den TV Möhlin) setzen, kommen beim HSC vornehmlich die gegen Baden (27:21-Sieg) noch geschonten und deshalb frischen Stammkräfte Tim Aufdenblatten, Diogo Oliveira, João Ferraz, Martin Slaninka und Dragan Marjanac zum Einsatz.

Umso erstaunlicher, dass der gastgebende Aussenseiter lange Zeit gut mitzuhalten vermag und den HSC erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit etwas davon ziehen lassen muss. Zur Pause liegt Suhr Aarau deshalb mit 16:12 in Front.

Die Geschichte des zweiten Durchgangs ist schnell erzählt: Den zunehmend müderen Endinger unterlaufen jetzt zu viele Fehler und der HSC, bei dem Trainer Misha Kaufmann nun die ganze Breite des Kaders nutzt, wissen daraus Profit zu schlagen. So baut Suhr Aarau seine Führung in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit bereits auf neun Treffer (22:13) aus.

Elf Minuten vor der Schlusssirene liegt der TVE, der im Lauf der ersten Halbzeit Sven Schafroth mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung verloren hat, erstmals in dieser Partie mit zehn Treffern (19:29) zurück. Es spricht nun kaum mehr etwas für die beherzt kämpfenden Surbtaler.

In den Schlussminuten lassen die Spieler des HSC in der Offensive teilweise die letzte Konsequenz vermissen. Die Folge: Der TVE kann den Rückstand noch einmal etwas verkleinern, näher als zwischenzeitlich bis auf sieben Treffer kommen die Surbtaler aber nicht mehr an die Kantonshauptstädter heran. Am Ende resultiert ein deutlicher 33:24-Sieg für Suhr Aarau.

Und so sichert sich der HSC Suhr Aarau bei der Premiere des «Aargauer Cup» gleich den Titel und damit die Nummer 1 in der kantonalen Vorsaison-Hierarchie. Für Tim Aufdenblatten und Co. dürfte der Erfolg im Hinblick auf den Supercup eine Motivationsspritze sein. Am 30. August geht es nämlich gegen die Kadetten Schaffhausen um den ersten offiziellen Titel der neuen Saison.

«Derby ist immer Derby»

«Das passt! Wir wollen jeden möglichen Titel gewinnen», sagt HSC-Portugiese Diogo Oliveira nach der Partie. «Derby ist immer Derby. Aber so oder so, gehen wir jedes Vorbereitungsspiel mit derselben Intensität an wie ein Pflichtspiel. Das ist unser Anspruch, da spielt auch der Gegner keine Rolle.» Der 25-Jährige ist überzeugt, dass sein Team bereit ist für den Supercup.

Dem pflichtet TVE-Rückkehrer Simon Huwyler bei: «Jede einzelne Partie gegen den HSC ist ein echtes Derby. Dann geht es immer um alles, selbst bei Trainingsspielen ohne Zuschauer. Es geht zur Sache, aber genau dafür sind solche Spiele ja auch da.»

Der 29-Jährige sieht seine Mannschaft auf Kurs in Richtung Saisonstart: «Je länger die Partie dauerte, desto mehr kam unser schmäleres Kader zum Tragen. Nichtsdestotrotz: Jetzt wissen wir, wo wir stehen und was wir in den anderthalb Wochen bis zum Saisonauftakt noch zu tun haben.»

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Baden gewinnt den kleinen Final

Im kleinen Final liefern sich die beiden Aargauer NLB-Klubs STV Baden und TV Endingen vor 257 Zuschauerinnen und Zuschauern einen harten Kampf. Im schnellen Spiel mit vielen Treffern aus der ersten und zweiten Welle auf beiden Seiten übernimmt Städtli bald einmal die Kontrolle. Derweil bekunden die Fricktaler mit Fortdauer der Partie im Angriff ihre liebe Mühe. Die Badener ziehen deshalb noch vor der Pause davon und gehen mit einer beruhigenden 20:14-Führung in die Kabine.

In der Folge entwickelt sich das Skore ausgeglichen weiter. Und so führt der STV Baden gut neun Minuten vor der Schlusssirene weiterhin mit sechs Treffern Vorsprung (27:21). In den letzten paar Minuten gelingt es dem Team von Trainer Björn Navarin sogar noch, die Führung auszubauen und so besiegt der STV Baden den TV Möhlin schlussendlich deutlich mit 33:25. Mit diesem Erfolg im kleinen Final sichert sich der STV Baden die Nummer 3 in der kantonalen Vorsaison-Hierarchie.

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