NLA-Handball

Kein Geschenk für den Präsidenten: HSC Suhr Aarau mit ärgerlicher Niederlage gegen den BSV Bern

Nach einem hervorragenden Start muss sich der HSC Suhr Aarau am Ende trotzdem geschlagen geben: Das Team von Misha Kaufmann unterliegt dem BSV Bern mit 27:29. Der HSC zeigte sich zwar im Vergleich zur Niederlage gegen Pfadi Winterthur verbessert, machte jedoch aus den Chancen zu wenig.

Es hätte so schön sein können: HSC-Präsident René Zehnder gratuliert an seinem 63. Geburtstag seinem Sohn Manuel Zehnder zur Wahl zum besten Spieler. Das traute Familienbild hat nur einen kleinen Hacken: Weder Zehnder senior noch der stark aufspielende Junior strahlen: Soeben ging das Heimspiel gegen den BSV Bern knapp verloren. «Es wäre mein Geburtstagsgeschenk gewesen», sagte der HSC-Präsident achsel­zuckend.


Dabei gelang dem HSC Suhr Aarau ein hervorragender Start. Nach zehn Minuten lag das Heimteam bereits mit 7:3 in Führung und Berns Trainer Aleksandar Stevic sah sich früh gezwungen, sein erstes Time-­Out zu nehmen. Es brachte nicht viel. Der HSC spielte unter der Regie von Tim Aufdenblatten weiterhin stark und ging mit 9:5 in Führung.


Die Gastgeber erarbeiteten sich in der Folge weiterhin gute Chancen, nur liessen sie immer mehr davon ungenutzt. Alleine im ersten Umgang vergaben die Aargauer neun sehr gute Chancen. Es deutete alles daraufhin, dass man mit einem Unentschieden in die Pause ging.

Doch genau mit der Sirene gelang dem deutschen Hünen Matthias Gerlich der erste ­Führungstreffer für die Berner. Bezeichnend wie: zwei Mal abgefälscht und durch unzählige Abwehrhände landete der Ball unglücklich hinter HSC-Goalie Dragan Marjanac.

Trotz Zehnders Gala fehlte die Konsequenz

Das portugiesische Duo Diogo Oliveira und João Ferraz zog für einmal einen unglücklichen Tag ein. Dafür war auf Co-Captain Aufdenblatten einmal mehr ­Verlass und als sich sein Team wieder herangekämpft hatte, zeigte Manuel Zehnder seine Gala: Zuerst realisierte er fünf Minuten vor der Sirene den Anschluss, dann gelang ihm zwei Mal der Ausgleich.

Drei Treffer aus drei Versuchen in Serie, trotzdem gingen der HSC am Ende leer aus. Aufdenblatten erzielte zwar noch den letzten Treffer, doch es änderte nichts mehr an der zweiten Niederlage im Jahr 2020. «Wir verwerfen einfach zu viele Möglichkeiten», sagte Manuel Zehnder.


Trotzdem war es eine klare Steigerung gegenüber der deutlichen Niederlage gegen Pfadi Winterthur. «Man hat gemerkt, dass nach 20 Minuten die letzte Konsequenz bei uns etwas ­fehlte», sagte Trainer Misha Kaufmann, der sich – zumindest äusserlich – nicht zu sehr über die Heimniederlage ärgerte. «In der Deckung haben wir gut gearbeitet.»


Auch Aufdenblatten sah viele gute Ansätze: «Es klingt zwar komisch nach einer Niederlage, aber wir haben selten so gut gespielt, wir hatten zahlreiche Chancen. Aber wir haben einfach zu viele klare Möglichkeiten vergeben», schlägt auch der Co-Captain in die gleiche Kerbe: Gut verteidigt, sich im Angriff viele Chancen erarbeitet, es nach der deutlichen Führung aber verpasst, den Sack zuzu­machen und vorentscheidend davonzuziehen.


Jetzt folgt die Auswärts­partie in Thun gegen Wacker, danach stehen die beiden Heimspiele gegen St. Otmar St. Gallen und das dritte und letzte Derby gegen den TV Endingen auf dem Programm, bevor dann das erste Saisonhighlight mit dem Cupfinal gegen die Kadetten aus Schaffhausen ansteht.


Es gab zwar kein Geburtstagsgeschenk in Form eines Heimsieges für den Präsidenten, aber die Erkenntnis, dass der HSC auch mithalten kann, wenn das portugiesische Duo für ­einmal nicht abliefert. «Wir müssen einfach noch mehr arbeiten», bringt es Trainer Kaufmann auf den Punkt. Und genau das wird die Mannschaft unter seiner Regie in den ­nächsten Tagen tun, damit René Zehnder mit etwas Verspätung doch noch beschenkt werden kann.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

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