Knapp 1000 grösstenteils zufriedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer prägten den Jubiläumslauf über die 7,53 km. Kaum trüben konnte der feine Nieselregen die Stimmung. Vielmehr lobten die Läuferinnen und Läufer die angenehme Temperatur, die Windstille, die griffige Unterlage und die vielen Zuschauer entlang der Strecke. Und sie freuten sich über das Jubiläumspräsent: drei Paar Läufersocken.

Doch so prägend und begeisternd der Jubiläumslauf um den Klingnauer Stausee auch war: Noch imposanter hatte die Serie der AZ Goldläufe im Februar begonnen. Und zwar bezüglich Qualität des Teilnehmerfeldes. Am Reusslauf in Bremgarten genügte vor allem jenes der Frauen an der Spitze höchsten Ansprüchen: Fabienne Schlumpf als Siegerin, Martina Strähl als Zweite und Chiara Scherrer als Dritte.

Klassiker als Aufbau

Wozu das Trio den Klassiker zum Jahresauftakt nutzte, zum gezielten Aufbau nämlich, zeigte sich in den darauffolgenden Monaten: Schlumpf holte EM-Silber über 3000 m Steeple auf der Bahn und Mitte Dezember ebenso im Cross.

Strähl brach den Halbmarathon-Rekord, lief im EM-Marathon auf Platz 7 und gewann ausserdem den Jungfrau-Marathon, und Scherrer stellte über 3000 m Steeple einen U23-Schweizer-Rekord auf, qualifizierte sich für die EM im Sommer und landete mit Rang 4 an der Cross-EM bei den U23 einen überraschenden Schlusspunkt.

Weltmeisterin neben Regionalen

Und das war nicht alles an Goldläufer-Highlights. Mit der Powerman-Weltmeisterin Petra Eggenschwiler (Pfingstlauf Wohlen), Alemayeha Wodajo und Israel Geletu (beide Hallwilerseelauf), Mekonen Tefera (Limmatlauf), Kadi Nesero (Staufberglauf) oder Tolossa Chengere (GP Fricktal) finden sich weitere landesweit bekannte Namen zuvorderst in den Ranglisten.

Daneben feierten aber auch Einheimische wertvolle Siege, etwa: Joana Umbricht (Wettingen) beim Limmatlauf, Lukas Stähli (Aarau) und Luzia Sestito (Untersiggenthal) beim Aargauer Volkslauf, Roger Küng (Lenzburg) beim Lenzburger Lauf oder Samuel Keller (Gebenstorf) und Anais Röhler (Rupperswil) beim Chlauslauf in Rohrdorf. Die AZ Goldläufe 2018 widerspiegelten so ein vielschichtiges Bild der regionalen Laufszene.

Das Interesse an den Goldläufen war gross: Über 15 000 Läuferinnen und Läufer beteiligten sich an den elf Rennen. Von der Grösse der Traditionsläufe erneut klar an der Spitze stand der Hallwilerseelauf (6603 Klassierte), gefolgt vom Reusslauf (knapp 3000). Und, als würdige Ergänzung des Programms hat sich der Chlauslauf in Rohrdorf präsentiert. Er ist als elfte Veranstaltung neu zur Serie gestossen.

Stauseelauf: Eggers Premiere . . .

So zugkräftig die Affiche beim Saisonauftakt in Bremgarten war, so erwähnenswert verlief auch der Abschluss beim Stauseelauf. Ahmed El Jaddar und Nicole Egger hiessen die Tagessieger. Und Egger, die Langenthalerin, die während des Jahres unter anderem den Schweizer-Meister-Titel im Cross gewann, rundete ihre Saison ab.

Beim Reusslauf siegte sie über die Kurzdistanz, am Stauseelauf durfte sie sich erstmals als Overall-Siegerin feiern lassen. «Ein Jahresabschluss, der happy stimmt», bilanzierte sie. Die 33-Jährige hatte sich auf der zweiten Streckenhälfte von Petra Kurikova, der tschechischen Weltklasse-Triathletin, abgesetzt.

Ihres Sieges sicher sein konnte sich Egger damit aber noch nicht. Vielmehr begann das Rechnen. Im Hinterkopf hatte sie die starken 26:37 Minuten, die ihre Trainingskollegin Sibylle Häring im früher angesetzten U20-Rennen gelaufen war. 12 Sekunden blieb sie schliesslich unter der Marke der Junioren-Siegerin und Cross-EM-Teilnehmerin.

Junioren als Ansporn

Häring, die 18-Jährige aus Arisdorf BL, ihrerseits freute sich: «Mein Laufgefühl passte und die Schlusszeit ist auch nicht schlecht.»

Im Gegensatz zu Egger verfügte sie über keine ebenbürtige Konkurrentin. Aber sie hatte den Vorteil, dass sie sich an den gleichzeitig gestarteten Junioren orientieren konnte. «Das spornte an, und ich war erst auf den letzten anderthalb Kilometern auf mich alleine gestellt.»

Zweifellos spannend wäre es geworden, wären die beiden schnellsten Frauen mit 15 Jahren Altersunterschied direkt aufeinandergetroffen.

. . . und El Jaddars Nachdoppeln

Eine eindrückliche Vorstellung bot Ahmed El Jaddar bei den Männern. Der 32-jährige Marokkaner vom TV Riehen übernahm das Diktat gleich ab dem ersten Meter.

Bereits nach einem halben Kilometer distanzierte er jenen Mann, der ihm zwölf Monate zuvor den Tagessieg vereitelt hatte: Mekonen Tefera. Mit dem Tagessieg begnügte sich El Jaddar indes nicht. Die Aussicht auf eine Topzeit spornte ihn zusätzlich an. Mit 22:15 Minuten realisierte er diese.