Radsport

Kommt der nächste Marc Hirschi aus dem Kanton Aargau?

Fabian Weiss gewann an der Junioren-EM in Italien die Bronzemedaille.

Fabian Weiss gewann an der Junioren-EM in Italien die Bronzemedaille.

Die beiden Aargauer Juniorenfahrer Fabian Weiss und Fabio Christen wussten an der Junioren-EM in Italien beide zu überzeugen und konnten jeweils eine Medaille einfahren. Solche Erfolge im Juniorenalter gelten immer wieder als Indikator für eine erfolgreiche Zukunft, wie die Karrieren von Hirschi und Cancellara beweisen.

Fabian Weiss und Fabio Christen dürften nur den wenigsten Radsportfans ein Begriff sein. So erging es einst auch Marc Hirschi und Fabian Cancellara. Die ehemaligen Nachwuchstalente schafften aber den Sprung an die Weltspitze. Diesen Werdegang streben auch die beiden Juniorenfahrer aus dem Kanton Aargau an.

Bevor Hirschi und Cancellara bei den Profis auf der Strasse für Aufsehen sorgten, hinterliessen beide im Juniorenalter ihre Spuren auf der Bahn. Solche Spuren hinterliessen dieses Jahr auch Fabian Weiss und Fabio Christen. Den beiden Aargauern ist es dieses Jahr gelungen, eine Medaille an den Europameisterschaften auf der Bahn in Fiorenzuola d’Arda (It) Anfangs Oktober herauszufahren.

Fabio Christen an der Junioren-EM in Fiorenzuola d’Arda (It).

Fabio Christen an der Junioren-EM in Fiorenzuola d’Arda (It).

Edelmetall für die beiden Aargauer Rad-Talente an der Junioren-EM

Der 18-jährige Fabian Weiss holte die Bronzemedaille im Ausscheidungsfahren. «Ich kann es immer noch nicht richtig glauben», sagt Weiss einige Tage nach seinem Erfolg und fügt an: «Das ist mein bisher grösster Erfolg!»

Fabian Weiss posiert stolz mit seiner Bronze-Medaille.

Fabian Weiss posiert stolz mit seiner Bronze-Medaille.

Auch Fabio Christen erinnert sich gerne an die Europameisterschaften dieses Jahres zurück: «Es ist schön für mich, dass es endlich bei einem Grossanlass geklappt hat mit einer Medaille.» Im Punktefahren gewann der 18-jährige Gippinger die Silbermedaille. Es sind herausragende Leistungen zweier Fahrer, die in einigen Jahren vielleicht in die Fussstapfen von Marc Hirschi, Stefan Küng oder Fabian Cancellara treten könnten.

Fabio Christen durfte sich als Zweitplatzierter im Punktefahren über den Gewinn der Silbermedaille freuen.

Fabio Christen durfte sich als Zweitplatzierter im Punktefahren über den Gewinn der Silbermedaille freuen.

Beide besitzen die Veranlagungen für eine erfolgreiche Profikarriere

Daniel Gisiger, Nationaltrainer der Junioren und Ex-Profi auf der Bahn, sieht bei beiden Aargauern die Veranlagungen, die es braucht, um vielleicht einmal den Sprung zu den Profis zu schaffen. Er war es auch schon, der die jungen Talente Hirschi und Küng in ihrer Entwicklung begleitete.

Trotzdem sei es sehr schwierig, den Werdegang eines Juniors vorherzusagen, meint Gisiger: «Es braucht Geduld.» Ausserdem haben die beiden momentan noch andere Sorgen neben dem Radsport. Beide wollen noch ihre Lehre abschliessen. Ein zweites Standbein sei enorm wichtig, meint auch Daniel Gisiger von Swiss Cycling: «Ich finde es gut und wichtig, dass die Junioren in der Schweiz eine Ausbildung abschliessen müssen.»

Medaillengewinner Christen posiert mit seinem Trainer Daniel Gisiger. Gisiger trainierte bereits Talente wie Hirschi und Küng.

Medaillengewinner Christen posiert mit seinem Trainer Daniel Gisiger. Gisiger trainierte bereits Talente wie Hirschi und Küng.

Das ist im Ausland nicht immer der Fall. «Dort werden die Junioren finanziell unterstützt und können sich nur auf den Sport konzentrieren. Sie fahren dementsprechend viel mehr Rennen und es ist nicht einfach für Schweizer, an internationalen Wettkämpfen mit diesen mitzuhalten.» Trotzdem ist genau das Fabian Weiss und Fabio Christen gelungen. «Sie haben die Veranlagung. Man sieht bereits in jungen Jahren wer die Qualität hat, um vielleicht gut zu werden.» Und diese Qualität sieht Gisiger auch bei den beiden Aargauern.

Die Radrennbahn ist eine gute Schulung für die Strasse

Doch wie sind die beiden Jungstars überhaupt auf die Bahn gekommen? Ist ein junger Fahrer im Kader der Nationalmannschaft, wird sein Talent auch auf der Bahn gefördert. So sagt Daniel Gisiger: «Jeder Junior muss auf die Bahn.» Schliesslich ist das Fahren auf der Radrennbahn auch eine gute Schulung für die Rennen auf der Strasse: «Man muss mit der Kadenz schaffen, da man nur einen Gang hat. Zudem gibt es zahlreiche Sprints in den Bahnrennen. Diese sind eine gute Übung für das Positionsfahren. Die Fahrer auf der Bahn müssen ein Gespür dafür entwickeln, wie sich das Rennen entwickelt, damit man im entscheidenden Moment am richtigen Hinterrad fährt.

Diese Qualitäten sind unerlässlich, um später bei den Profis bei den Besten mitzufahren. Deswegen werden die Schweizer Talente auch schon im jungen Alter in diesen Punkten von Swiss Cycling gefördert. Das Resultat sind dann bereits im Juniorenalter gute Leistungen an internationalen Wettkämpfen, wie die beiden EM-Medaillen von Fabian Weiss und Fabio Christen beweisen.

Jubel bei Fabian Weiss nach seinem dritten Platz im EM-Ausscheidungsfahren.

Jubel bei Fabian Weiss nach seinem dritten Platz im EM-Ausscheidungsfahren.

Was die Zukunft für die beiden bringt, steht noch in den Sternen. Das hindert die beiden Radfahrer aber nicht daran, bereits Pläne für die nächsten Jahre zu schmieden. Im Fokus steht bei beiden der Lehrabschluss. Danach soll der Sport dann wieder mehr in den Fokus rücken.

Weiss und Christen stehen beide vor dem Sprung in die Kategorie U23.

Dabei hoffen beide, nächstes Jahr auch in der neuen Kategorie die Chance zu erhalten, an den internationalen Titelkämpfen EM & WM dabei sein zu dürfen. Schliesslich sind es die Erfolge in diesen Wettbewerben, mit denen man sich für einen Platz in einem Profi-Team bewerben kann. Es wäre der nächste Schritt in Richtung einer möglichen Profikarriere auf den Spuren von Marc Hirschi und Fabian Cancellara.

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