Landhockey

Landhockey-Europacup in Wettingen: Rotweiss muss ans Limit und darüber hinaus gehen

Im Landhockey-Europacup, der für sie ein Heimspiel sein wird, will Rotweiss Wettingen zusammen mit Spieler Michèl Morard (M.) alles geben.

Seit letztem Wochenende stehen die Landhockeyaner von Rotweiss Wettingen erstmals an der Tabellenspitze der NLA. Vielleicht gerade zum richtigen Zeitpunkt ein Motivationsschub für das Landhockey-Europacupturnier über die Pfingstfeiertage auf der Bernau in Wettingen.

Am Freitag startet Rotweiss Wettingen ins Europacup-Abenteuer. Über die Pfingstfeiertage sind die acht Landesmeister der Club Trophy auf der Bernau. Die Club Trophy ist die zweithöchste europäische Liga, vergleichbar mit der Europa League im Fussball.

Und das Auftaktspiel gegen das Team aus Lissabon ist schon wegweisend. «Das erste Spiel ist enorm wichtig. Zum einen um gut ins Turnier zu starten, zum anderen weil die Portugiesen in unserer Reichweite liegen», weiss Cheftrainer Peter Fischbach, der zusammen mit Michael Kloter die Aargauer betreut.

Als Leader ins Turnier

Der Start in die Feldsaison ist den Wettingern nicht geglückt, doch seit Oktober 2018 haben sie sowohl auf dem Feld als auch in der Halle kein Spiel mehr verloren. Die logische Konsequenz waren der Meistertitel in der Halle, der Cupsieg auf dem Feld und seit letztem Wochenende auch die Leaderposition in der Meisterschaft.

Das Europacupturnier steht jedoch unter ganz anderen Vorzeichen: Rotweiss befindet sich in einem Umbruch und hat eine sehr junge Mannschaft aufgebaut um Captain Manuel Keller und die wenig verbliebenen Routiniers wie Marco Michel, Dauerläufer Silvan Steimer, den unermüdlichen Kämpfer Jan Hödle und die Messerli-Zwillinge.

«Die jungen Spieler sind taktisch und technisch gut», freut sich der langjährige Nationalspieler Fischbach. Aber er weiss auch: «Auf diesem Level fehlt ihnen die Erfahrung und in heiklen, hektischen Situationen haben sie noch nicht genug Routine.»

Ziel: Klassenerhalt

In der zweiten Partie am Samstag geht es gegen das irische Team. Die Nationalmannschaft von der grünen Insel hat in letzter Zeit grosse Fortschritte gemacht und entsprechend stark erwarten die Wettinger ihren Gegner aus Glenanne.

«Die sind sehr solide, kämpferisch stark und kommen mit viel Speed», weiss Fischbach. Nach dem dritten Gruppenspiel am Sonntag gegen Stroitel Brest aus Weissrussland geht es am Pfingstmontag in die Finalspiele.

Cheftrainer Peter Fischbach ist sich der Stärke der Gegner von Rotweiss bewusst.

Cheftrainer Peter Fischbach ist sich der Stärke der Gegner von Rotweiss bewusst.

Um den Ligaerhalt zu schaffen, müssen die Wettinger mindestens den dritten Rang in der Gruppe erreichen und danach das Finalspiel gewinnen. Denn gleich drei Teams steigen ab.  

Sondereffort vor eigenem Publikum

Die Rotweissen hoffen auf den Heimeffekt, dass sie von der Unterstützung der Fans noch einen Extraschub erhalten. «Natürlich ist es ein Vorteil, den normalen Ablauf beibehalten zu können. Aber wir müssen das Feuer auf dem Kunstrasen entfachen, damit der Funke überspringt», weiss Fischbach genau aus eigener Erfahrung in zahlreichen Europacup-Schlachten.

«Das Ziel kann nur der Ligaerhalt sein», bleibt er realistisch. Natürlich hofft der ehrgeizige Trainer auf mehr. «Aber dann müssen wir in allen vier Partien am Limit spielen.» Und genau dies wollen die Rotweissen vor heimischem Publikum zeigen. Ein Besuch auf der Bernau lohnt sich bestimmt, um wieder einmal Spitzenhockey in Wettingen zu sehen.

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