Leichtathletik
So kämpft sich BTV-Aarau-Talent Anna Archidiacono nach ihrem Kreuzbandriss zurück

Anna Archidiacono gehört zu den vielversprechendsten Talenten beim BTV Aarau. Dieses Jahr fallen für die 100-Meter-Hürden-Läuferin aber alle Wettkämpfe aus. Die Dänikerin riss sich im Dezember das Kreuzband. Ausgerechnet dann, als sie aus einem erfolgreichen Lockdown-Training kam.

Leslie Scherer
Drucken
Teilen
Anna Archidiacono, Hürdensprinterin des BTV Aarau

Anna Archidiacono, Hürdensprinterin des BTV Aarau

Hannes Kirchhof

Eigentlich sah es harmlos aus. Anna Archidiacono knickte im vergangenen Dezember beim Training nach einer Hürde mit dem rechten Bein ein. «Ich hatte als erstes das Gefühl, es wäre nicht so schlimm. Ich konnte auch noch darauf stehen», erzählt die 20-Jährige. Am nächsten Tag liess die Solothurnerin dann doch ein MRI machen, da das Knie ziemlich angeschwollen war.

Der nächste Verletzungsschock nach 2018

Dann kam der Schock: Die Untersuchung zeigte, dass das Kreuzband gerissen war. Vor sechs Wochen musste dann operiert werden. Die Enttäuschung sass tief bei der Hürdensprinterin, als klar war, dass die ganze Saison 2021 für sie komplett ausfallen wird. Zumal es nicht die erste schwere Verletzung in ihrer noch jungen Karriere war: Schon 2018 erlitt das Nachwuchstalent des BTV Aarau einen Ermüdungsbruch am rechten Fuss und musste ein halbes Jahr pausieren.

Anna Ardichiacono grösstes Ziel ist es, nun erst einmal wieder zurück auf die Bahn zu kehren. Um dann nächstes Jahr im Februar an der Hallensaison teilnehmen zu können.«Das Positive daran ist, dass ich jetzt keinen Druck habe. Ich habe kein Datum, an dem ich wieder bereit sein muss. Ich kann mir Zeit nehmen und mich jetzt auch auf Details fokussieren», erzählt die BTV-Athletin.

Jetzt ist Geduld gefragt

Der Prozess, vor allem die Regeneration, erfordert viel Zeit und Geduld von der Dänikerin. Man merkt, dass ihr das Stillsitzen nicht leicht fällt. Denn schon kurz nach der Operation begann sie wieder mit dem Oberkörper-Training. «Im Moment darf ich auch im Kraftraum trainieren, das schätze ich sehr, so komme ich auch mal aus dem Haus», erzählt die Leichtathletin.

Neben dem selbstständigen Training steht nun auch Physiotherapie auf dem Programm. Dort wird an der Mobilisierung und am Muskelaufbau gearbeitet. Sobald sie wieder mit Joggen anfangen könne, möchte die Dänikerin zurück ins normale Training, um langsam wieder in Form kommen.

Zwangspausen kennt sie bereits. Allerdings auch solche, in der sie gesund war. Den ersten Lockdown im März des vergangenen Jahrs akzeptierte die Sprinterin gut. Sie hatte einen Plan, wie sie trainieren wollte, verrät die 20-Jährige: «Wir durften auch Hürden mit nach Hause nehmen, ich trainierte dann sogar mehrmals am Tag. Es war fast wie in einem Trainingslager.»

Alles in allem schätzte sie diese Zeit sehr. Doch die Solothurnerin gesteht auch: «Das Training in der Gruppe toppt natürlich nichts. Man pusht einander dann viel mehr. Auch die Trainerin fehlt gerade bei kleinen Details, die man nicht selber sieht.» Während des Lockdowns lag Archidiaconos Fokus deshalb eher auf Kraft- und Stabilisationsübungen.

Selbst produzierte Workout-Videos als Leidenschaft

Apropos Kraftübungen: Neben der Leichtathletik hat Anna Archidiacono eine weitere Leidenschaft: Sie produziert Workout-Videos auf YouTube. Die Übungen in den Videos sollen als Inspiration dienen und andere zum Sport motivieren. Die Idee dafür entstand durch Kolleginnen, die öfter nach Übungen für Bauch oder Po fragten. «Ehrlich gesagt schau ich mir manchmal die Videos auch selber an und mache die Übungen mit», gesteht die Solothurnerin lächelnd. Es hätte schon Überwindung gebraucht die Videos hochzuladen, erzählt sie weiter. «Aber als viel positives Feedback kam, war die Überraschung und Freude gross.»

Anna Archidiacono in Aktion:

Das erste Workout-Video von Anna Archidiacono.

YouTube

Ihre Hoffnung für nächstes Jahr ist auf jeden Fall, im Februar an der Hallensaison teilnehmen zu können oder zumindest im Mai wieder an Wettkämpfen mitzumachen. «Ich sehe die ganz Situation eher als Chance stärker zurück zu kommen. Ich habe jetzt ein Jahr lang Zeit, mich mental und körperlich vorzubereiten», zeigt sich Anna Archidiacono kämpferisch.

Aktuelle Nachrichten