2. Liga interregional

Lenzburgs Aufholjagd wird nicht mit einem Punktgewinn belohnt

Lenzburg musste am Samstag ohne Punkte nach Hause fahren.

Lenzburg musste am Samstag ohne Punkte nach Hause fahren.

Nach einer sehr guten zweiten Halbzeit mussten die Lenzburger den Platz als Verlierer verlassen. Das Team Aargau U-21 gewann schlussendlich im Aarauer Schachen mit 3:2.

Nach dem verdienten Derby-Sieg im letzten Heimspiel gegen den FC Rothrist wollten die Jungs von Trainer Andi Hediger im Auswärtsspiel vom Samstag in Aarau das Punktekonto noch weiter füttern.

An der Seitenlinie übernahm Co-Trainer Toni Pellegrino das Zepter, da Trainer Andi Hediger in den wohlverdienten Ferien weilte. Getreu dem Motto «Never change a winning Team» gab Toni Pellegrino den gleichen 10 Feldspielern wie beim siegreichen Derby das Vertrauen.

Einzig auf der Goalieposition kehrte der wiedergenesene Stammkeeper Silvan Geissmann ins Gehäuse zurück. Diese Rochade hatte aber absolut nichts mit der Leistung von Reservegoalie Stephan Wernli zu tun – dieser hat seine Aufgabe gegen Rothrist hervorragend gemeistert.

Ausfälle im Kader

Aus verschiedenen Gründen musste der Lenzburger Staff auch in Aarau auf einige wichtige Spieler verzichten. So waren am Spiel die verletzten Giuseppe Bellaroba und Aleksandar Markaj, der kranke Iksan Akyol, der beruflich abwesende Luca De Lucia sowie der nicht im Aufgebot stehende Rajko Abadzic nicht mit von der Partie. Auf der Ersatzbank nahmen Keeper Stephan Wernli, Fabio Sommer, Dino Duvnjak, Boris Vasevski und Lukas Hoevel vorerst Platz.

Bei besten äusseren Bedingungen pfiff Schiedsrichter Valdrin Aliti die Partie vor 80 Zuschauerinnen und Zuschauern auf dem schlecht beleuchteten Kunstrasenplatz im Aarauer Schachen pünktlich an. Beim Einmarsch der Gladiatoren war auffällig, dass der Aarauer Torhüter mit einem Kopfschutz auflief. Seriöse Abklärungen haben aber ergeben, dass sich unter dem Helm weder Arsenals Petr Cech noch Thuns Guillaume Faivre versteckt haben…

Schleppender Start

Während den ersten zehn Spielminuten ereigneten sich keine nennenswerten Aktionen. Das Spiel glich in dieser Phase den Dienstleistungen im Aarauer Schachen – demnach wurde rein gar nichts geboten. So suchte man vor dem Spiel vergebens nach einem Matchprogramm und auch der Begriff «Platzspeaker» scheint im Aarauer Schachen ein Fremdwort zu sein…

In der elften Minute konnte sich Gästekeeper Silvan Geissmann nach einem schnellen Vorstoss von Marc Grütter über die linke Angriffsseite ein erstes Mal glänzend in Szene setzen. Den Flachschuss eines Aarauer Angreifers war eine sichere Beute für den Lenzburger Schlussmann.

Aarau jubelt erstmals

In der 21. Minute war es für einmal ein schnell vorgetragener Angriff der Platzherren über die rechte Seite. Der Aarauer Aussenläufer sah in der Strafraummitte den in Position gelaufenen Ushtrim Hasani, welcher Gästekeeper Silvan Geissmann mit seinem platzierten Flachschuss in die linke untere Torecke nicht den Hauch einer Chance liess. So gingen die etwas agileren und spielerisch aktiveren Aarauer mit 1:0 in Führung.

In der 30. Minute kombinierten sich die Gäste aus Lenzburg für einmal herrlich durch die Aarauer Abwehrreihen. So zelebrierten Luca Giampa, Bruno Justino und Fidan Tafa einen Konter aus dem Bilderbuch. Bei Heimkeeper Olivier Joss war aber wiederum Endstation.

Geissmann verpasst knapp

Das Heimteam war immer wieder gefährlich, wenn ihnen zu viel Spielraum gewährt wurde. Zudem sorgten auch die schnellen Aussenläufer immer wieder für Gefahr. In der 33. Minute verwechselte Arshik Ahmetaj die Sportart und berührte das Leder mit den Händen. Der Torschütze zum ersten Treffer war auch derjenige zum zweiten. So versorgte Ushtrim Hasani den fälligen Freistoss aus rund 21 Metern herrlich im Lattenkreuz.

Gästekeeper Silvan Geissmann flog in FA-18-Manier durch seinen Kasten und konnte das Objekt der Begierde noch ein bisschen berühren. Diese Berührung reichte jedoch nicht mehr, um seine Farben vor dem zweiten Verlusttreffer zu bewahren.

Mit 0:2 zum Pausentee

Kurz vor dem Pausenpfiff hätte sich das Gastteam über einen weiteren Gegentreffer nicht beklagen können. So spielten sich die Aarauer Reserven wie durch Butter durch die Lenzburger Hintermannschaft – das Brügglifeld-Fanionteam hätte dies nicht besser machen können. Der stramme Schuss des Aarauer Angreifers strich ganz knapp am linken Torpfosten vorbei.

Zur Pause blieb es bei der Zwei-Tore-Führung für die Einheimischen. Die Aarauer zeigten sich als aggressive Gegner, welche zielstrebiger und effektiver ans Werk gingen. So war die Pausenführung auch nicht gestohlen und in dieser Höhe absolut verdient und in Ordnung.

Die Lenzburger ihrerseits haben die erste Halbzeit ein bisschen verschlafen und es verpasst, aus den wenigen Tormöglichkeiten entsprechenden Profit zu schlagen. So freuten sich die Zuschauer zur Pause wenigstens auf eine gute Bratwurst vom Grill – doch auch hier war Fehlanzeige, denn ein Grilleur konnte im weiten Rund des Schachen nirgends ausgemacht werden...

Wechsel im Tor

In der 49. Minute ereignete sich für die Zuschauer ein Bild des Schreckens. So prallten der aufgerückte Abwehrhaudegen Luca Costa und Heimkeeper Olivier Joos mit ihren Köpfen zusammen und blieben beide liegen – Erinnerungen an die Verletzung von Nati- und Gladbach-Keeper Yann Sommer wurden sofort wach. Nach kurzer Behandlung konnten beide Akteure zum Glück weiterspielen.

Dachte man! Sechs Minuten später war der Brummschädel von Olivier Joos doch zu gross – er wurde durch Ersatzkeeper Yanick Hofer ersetzt. Und dieser wird seine Einwechslung wohl auch nicht so schnell vergessen. So war seine erste Amtshandlung – nachdem er doch schon knapp 30 Sekunden auf dem Platz stand – damit verbunden, den Ball aus dem Netz zu holen. Simone Parente konnte den Ball nach einem wunderschön getretenen Foulfreistoss von Arshik Ahmetaj in der 55. Minute mit dem Kopf zum 1:2-Anschlusstreffer einnetzen.

Lenzburg blüht auf

Mit dem ersten Erfolgserlebnis keimte beim Gast aus Lenzburg mehr als nur Hoffnung auf, zumal die Einheimischen in dieser Spielphase den Faden vollumfänglich verloren haben und mehr einem Hühnerhaufen als einer kompakten Mannschaft glichen.

Nach Ablauf einer Stunde war es der Spieler mit der Nummer 10 im Dress der Aarauer, welcher auf sich aufmerksam machte. Yannik Wiget versuchte es mit brachialer Gewalt – mit seinem Scharfschuss, welche sein Ziel um Meilen verfehlte, löste er aber höchstens Alarmstufe rot im Flugraum aus.

Die Gäste aus Lenzburg waren in der zweiten Halbzeit nicht wiederzuerkennen. So spielten sie plötzlich erfrischenden Fussball und zeigten ihr wahres Gesicht. In der 72. Minute verlängerte der in der Zwischenzeit eingewechselte Boris Vasevski einen Foulfreistoss von Luca Costa mit dem Hinterkopf – und verfehlte das Ziel nur ganz knapp.

Mit Spannung in die Schlussphase

Die Gäste aus Lenzburg warfen nun alles in die Offensive. In der 76. Minute konnten die Abschlussversuche des in der zweiten Halbzeit völlig entfesselnd spielenden Bruno Justino von der Aarauer Hintermannschaft zweimal abgeblockt werden.

Auf Umwegen landete der Ball schlussendlich bei Lukas Hoevel, welcher es nun auf filigrane Art und Weise versuchte und mit seinem sensationellen Schlenzer ins linke Toreck den völlig verdienten Ausgleichstreffer erzielen konnte. Der Aarauer Schlussmann wirkte bei dieser Szene eher als Model für eine neue Figur im Wachsfigurenkabinett als ein aktiver Torwart – auf jeden Fall macht er keinen Wank und blieb auf der Linie kleben. Somit konnte das Spiel eine gute Viertelstunde vor Schluss wieder von vorne beginnen.

Die Entscheidung

Zehn Minuten vor Schluss hatte Bruno Justino wiederum einen Energieanfall und liess seine Gegenspieler reihenweise stehen – sein strammer Schuss verfehlte das Ziel nur ganz knapp. Lenzburg roch nun den Braten und stand dem Siegtreffer einige Male ganz nahe.

In der 84. Minute kam es zwischen dem Lenzburger Captain Simone Parente und Marc Grütter zu einem Prellball. Zum Entsetzen der Lenzburger wurde nach dieser Aktion auf ein Foul des Lenzburger Abwehrpatrons entschieden. Der sechs Minuten zuvor eingewechselte Wissam Kassem schnappte sich das Leder, zirkelte den Freistossball gekonnt über die Mauer und erzielte so den glücklichen Siegtreffer für seine Farben.

Nicht fair - aber das ist Fussball

Nach dem aufopfernden Kampf und dem Wettmachen eines Zwei-Tore-Rückstands versuchten die Lenzburger auch in den letzten Spielminuten, wenigstens noch einen Punkt ergattern zu können. Nach dem Freistoss-Dämpfer war aber die Luft verständlicherweise draussen und so rannte man vergebens an. Dem Heimteam hingegen eröffnete sich durch das Entblössen der Hintermannschaft noch die eine oder andere Konterchance, welche aber auch nicht mehr in Tore umgemünzt werden konnte.

Es blieb schlussendlich beim glücklichen 3:2-Heimsieg für die Brügglifeld-Reserven. Aufgrund des Spielgeschehens hätte diese Partie eigentlich keinen Sieger verdient gehabt – eine Punkteteilung wäre das gerechte Ergebnis gewesen. So endete der Samstagabendausflug in den Aarauer Schachen ohne Punkte und für die Zuschauer mit einem knurrenden Magen…

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