Matchbericht
Blamabler Auftritt in Wil - der FC Aarau kassiert historische Pleite und lässt wichtige Punkte liegen

Der FC Aarau wollte beim Gastspiel gegen den FC Wil den Rückstand auf den Barrage-Platz wieder auf drei Punkte verkürzen. Nach einer unterirdischen 1. Halbzeit müssen die Aarauer jedoch mit einer blamablen 0:7-Niederlage nach Hause fahren.

Ruedi Kuhn
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In der 30. Runde der Challlenge League gastiert der FC Aarau beim FC Wil.
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Gegen die Ostschweizer wollen Leon Bergsma und Co. wichtige Punkte im Kampf um den Barrage-Platz einfahren und den Rückstand auf Platz 2 auf drei Punkte verkürzen.
Doch es kommt ganz anders. Enttäuschte Gesichter bei Mats Hammerich und Randy Schneider nach dem zweiten Gegentor nach 25 Spielminuten.
Während der ganzen ersten Halbzeit sind die Aarauer einen Schritt zu langsam.
Jerome Thiesson kann den Ball vor dem anstürmenden Marcin Dickenmann klären.
Dreifachtorschütze Silvio deckt gegen Thiesson die Kugel ab.
Randy Schneider bei einem der wenigen Aarauer Vorstösse im ersten Durchgang.
FCA-Torhüter Simon Enzler und Raoul Giger sind nach dem 5:0 durch Bledian Krasniqi (r.) bedient. Die Tore fielen alle innerhalb von 16 Minuten.
Donat Rrudhani kann sein Tempo nur selten ausspielen und wird folglich in der Halbzeit durch Spadanuda ersetzt.
Marco Aratore hat gegen Doppeltorschütze Maren Haile-Selassie einen schweren Stand.
Kein Durchkommen für Olivier Jäckle gegen Valon Fazliu (r.) und Silvano Schäppi.
Gesenkte Köpfe bei Leon Bergsma und Torhüter Simon Enzler nach dem Tor zum 6:0 durch Silvio.
Wil-Angreifer und Matchwinner Silvio im Zweikampf Kevin Spadanuda. Der Stürmer lässt sich dreimal als Torschütze eintragen.
Ein enttäuschter Silvan Schwegler nach Spielschluss. Über 90 Minuten war es ein ungenügender Auftritt des FCA.
Des einen Freud ist des Anderen Leid. Während die Wil-Spieler frenetisch jubeln läuft FCA-Trainer Stephan Keller mit gesenktem Kopf vom Platz.
Stehende Ovationen von den rund 100 Zuschauern im Bergholz.

In der 30. Runde der Challlenge League gastiert der FC Aarau beim FC Wil.

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Weil der FC Aarau auf der Fahrt vom Brügglifeld nach Wil in einem gröberen Stau stecken blieb und erst kurz nach 19 Uhr im Stadion Bergholz ankam, wurde der Spielbeginn nach Rücksprachen mit Schiedsrichter Sven Wolfensberger und mit dem FC Wil von 20.00 Uhr auf 20.30 Uhr verschoben.

Lief es für den FC Aarau auf der Autobahn rund um Zürich nicht wunschgemäss, geriet er auf dem Kunstrasen in Wil endgültig ins Schleudern. Mehr noch. Die Mannschaft von Trainer Stephan Keller erlitt einen veritablen Totalschaden, verlor im Endeffekt 0:7 und hat sechs Runden vor Schluss im Kampf um den Barrage-Platz sechs Punkte Rückstand auf Thun.

Ein enttäuschter Stephan Keller nach dem Schlusspfiff. Nach der 0:7-Klatsche gegen Wil beträgt der Rückstand auf Thun weiterhin sechs Punkte.

Ein enttäuschter Stephan Keller nach dem Schlusspfiff. Nach der 0:7-Klatsche gegen Wil beträgt der Rückstand auf Thun weiterhin sechs Punkte.

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Desaströse erste Halbzeit der Aarauer

Der FC Aarau erlebte in Wil also einen rabenschwarzen Abend. Das Team, welches zuletzt im Cup und in der Meisterschaft viermal in Folge gewann, konnte sich bei Simon Enzler bedanken, dass es nicht schon nach sechs Minuten in Rückstand geriet. Der Torhüter lenkte einen Schuss von Valon Fazliu mit einem Blitzreflex an die Latte.

Eine Viertelstunde später nahm das Unheil aber trotzdem seinen Lauf: Silvio stand nach einer Flanke von Marcin Dickenmann mutterseelenallein im Fünfmeterraum und erzielte das 1:0. Und als Maren Haile-Selassie mit einem Doppelschlag auf 3:0 erhöhte, Silvio das 4:0 markierte und Bledian Krasniqi auf 5:0 erhöhte, war der Mist nach 36 Minuten geführt und die Verteidiger der Aarauer um eine Lehrstunde reicher.

Enttäuschte Aarauer nach dem 0:5 durch Bledian Krasniqi (rechts).

Enttäuschte Aarauer nach dem 0:5 durch Bledian Krasniqi (rechts).

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Der FC Aarau lag zur Pause also sage und schreibe 0:5 hinten. Fünf Gegentore in der ersten Halbzeit? Ein Wahnsinn! Aber nichts Neues: Letztmals war das am 30. Juni 2020 der Fall, als die Aarauer gegen Winterthur 2:5 zurücklagen und schliesslich mit dem gleichen Resultat verloren. Zurück zum Spiel in Wil: Dass sich die Spannung in der zweiten Halbzeit wegen des klaren Vorsprungs der Ostschweizer in Grenzen hielt, versteht sich von selbst.

Einen Aufreger gab es aber doch noch: Wils Captain Philipp Muntwiler leistete sich nach einer knappen Stunde an der Mittellinie ein sackgrobes Foul an Kevin Spadanuda und hätte zwingend die rote Karte sehen müssen. Dass Schiedsrichter Wolfensberger Muntwiler nur die gelbe Karte zeigte, war ein krasser Fehlentscheid, aber im Endeffekt nur eine Randnotiz. Genauso wie die Tatsache, dass Silvio mit seinem dritten Treffer auf 6:0 erhöhte und Tician Tushi das Skore sogar noch auf 7:0 schraubte.

Gesenkte Köpfe bei Leon Bergsma und Torhüter Simon Enzler nach dem Tor zum 6:0 durch Silvio.

Gesenkte Köpfe bei Leon Bergsma und Torhüter Simon Enzler nach dem Tor zum 6:0 durch Silvio.

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0:7? Auch das ist nicht neu! Der FC Aarau verlor am 28. November 1982 im Hardturm gegen GC schon einmal 0:7. Das war allerdings in der Nationalliga A, also in der höchsten Spielklasse. Und am 7. November 2010 kassierte der FC Aarau in der Challenge League in Biel eine 1:7-Pleite. Was für bittere Blicke in die Statistik!

Die Stimmen zum Spiel mit mit Jérôme Thiesson und Cheftrainer Stephan Keller.

Youtube/FC Aarau

Fokus liegt nun auf dem Schweizer Cup

Bleiben aus Sicht der Aarauer einerseits die Hoffnung auf bessere Zeiten, anderseits der Blick auf zwei Daten, die sich die Fans und Sympathisanten in ihren Agenden zwingend rot anstreichen sollten: Am Dienstag, 4. Mai, findet im Brügglifeld der Cup-Halbfinal gegen Luzern statt. Anpfiff ist um 17.30 Uhr. Das Spiel wird auf SRF 2 übertragen. Und sollte der FC Aarau gegen die Zentralschweizer gewinnen, trifft er im Endspiel am Pfingstmontag, 24. Mai, auf den Sieger der Partie Servette – St. Gallen.

Matchtelegramm

FC Wil - FC Aarau 7:0 (5:0)

Bergholz. - 100 Zuschauer. - SR: Wolfensberger. - Tore: 20. Silvio 1:0. 25. Haile-Selassie 2:0. 28. Haile-Selassie 3:0. 35. Silvio 4:0. 36. Krasniqi 5:0. 69. Silvio 6:0. 84. Tushi 7:0.
Wil: Köhn; Dickenmann, Mätzler, Kronig, Schäppi; Muntwiler (63. Kamber), Krasniqi (78. Ndau); Tushi, Fazliu (74. Zumberi), Haile-Selassie (74. Brahimi); Silvio (78. Blasucci).
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus (72. Caserta); Jäckle, Hammerich (66. Schwegler); Aratore (46. Balaj), Schneider (46. Almeida), Rrudhani (46. Spadanuda); Stojilkovic.
Bemerkungen: Wil ohne Ismaili, Izmirlioglu, Sauter (alle verletzt), Abazi, Abubakar, Jones, Klein, Krunic, Paunescu, Sarcevic und Talabidi (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Schindelholz (krank), Gashi, Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Avdyli, Hajdari und Hasani (alle nicht im Aufgebot). - Verwarnungen: 27. Jäckle, 52. Haile-Selassie, 57. Muntwiler (alle Foulspiel), 58. Almeida, 58. Dickenmann (beide Unsportlichkeit), 60. Bergsma (Foulspiel).

Partie verpasst? Lesen Sie den Spielverlauf hier im Liveticker nach:

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