Matchbericht
Das nächste Pannenfestival: Der FC Aarau muss sich gegen GC erneut geschlagen geben

Der FC Aarau kassiert gegen GC im dritten Direktduell der Saison die dritte Niederlage. Nach einer schwachen ersten Halbzeit verlieren die Aarauer verdient mit 1:4. Filip Stojilkovic kann dabei nach herrlichem Zuspiel von Shkelzen Gashi für den einzigen Aarauer Lichtblick sorgen.

Sebastian Wendel
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Gashi alleine kann keine Wunder vollbringen: Der FC Aarau muss sich gegen die Grasshoppers geschlagen geben.
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GC-Boss Sky Sun jubelt über den Erfolg seiner Mannschaft.
Filip Stojilkovic vergibt nach seinem Tor eine weitere Grosschance.
Die Einwechslung von Gashi verleiht dem Aarauer Spiel deutlich mehr Schwung.
Bastien Conus stemmt sich gegen die Niederlage.
Wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff leitet Gashi mit einem herrlichen Pass den einzigen Aarauer Treffer ein.
Shkelzen Gashi wird nach der Pause eingewechselt.
Simon Enzler muss drei Gegentreffer in den ersten Halbzeit hinnehmen.
Die FC Aarau kann in der ersten Halbzeit auf den Rückstand nicht reagieren.
Jérôme Thiesson erwischt einen gebrauchten Abend.
Petar Pusic verbucht kurz vor der Pause seinen zweiten Treffer.
Randy Schneider kommt einen Schritt zu spät.
Die Grasshoppers dominieren das Spielgeschehen.
Stephan Keller ist nach 20 Minuten bereits bedient.
Nach 17. Minuten müssen die Aarauer den nächsten Rückschlag hinnehmen.
Allan Arigori zieht der FCA-Verteidigung davon.
Petar Pusic bringt die Hoppers früh in Führung.
Der FC Aarau wird im Letzigrund nach sechs Minuten kalt geduscht.

Gashi alleine kann keine Wunder vollbringen: Der FC Aarau muss sich gegen die Grasshoppers geschlagen geben.

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Was für eine Überraschung vor der Abfahrt nach Zürich: Rund 50 Fans haben sich vor dem Brügglifeld versammelt und stehen mit Anfeuerungsrufen Spalier, als die FCA-Spieler den Bus besteigen. Wenn das keine extra Portion Motivation ist für die Mission: «Erster Sieg im siebten Aufeinandertreffen mit Rekordmeister GC seit dessen Abstieg aus der Super League im Sommer 2019.»

Schwacher Abend von Jérôme Thiesson

In dieser Saison waren die Aarauer bis dato jeweils nahe dran – zwei Mal waren sie die bessere Mannschaft und verloren knapp (0:1 und 1:2), auch weil Olivier Jäckle in beiden Partien einen Penalty verschoss.

Doch nach dem jüngsten Aufeinandertreffen der Traditionsklubs gibt es keinen Grund, dem mangelnden Wettkampfglück nachzutrauern: Wer wie die Aarauer den Gegner in der ersten Halbzeit zum Toreschiessen einlädt, muss sich in erster Linie an der eigenen Nase nehmen.

Jérôme Thiesson leistet sich in der ersten Halbzeit entscheidende Fehler.

Jérôme Thiesson leistet sich in der ersten Halbzeit entscheidende Fehler.

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Im Zentrum des Aarauer Pannenfestivals, nicht dem ersten in dieser Saison, steht dieses Mal Innenverteidiger Jérôme Thiesson: Sowohl beim 0:1 (6. Minute) als auch beim 0:3 (35.) steht der 33-jährige Teamsenior mit üblen Fehlzuspielen in die Beine eines GC-Spielers am Ursprung. Die Zürcher nehmen die Geschenke in Person von Doppeltorschütze Petar Pusic dankend an.

Kleiner Wermutstropfen für Thiesson: Seine Kollegen stellen sich beim 0:2 keinen Deut besser an. In dieser Reihenfolge Balaj, Hammerich und Bergsma stehen wie einige Stunden zuvor die FCA-Fans Spalier und begleiten Arigoni mit dem nötigen Sicherheitsabstand auf dem Weg zum zweiten GC-Tor.

Simon Enzler ist in der ersten Halbzeit nicht zu beneiden.

Simon Enzler ist in der ersten Halbzeit nicht zu beneiden.

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Stephan Keller geht «all-in»

Die drei geschenkten Gegentore bleiben bis in die Schlussphase die einzigen Schüsse auf das Gehäuse von Simon Enzler. Erst als die Partie ausplätschert, kann sich der bedauernswerte FCA-Goalie bei einem Schuss von Da Silva doch noch auszeichnen, ehe er nach Gjorgjevs Abschluss in der Nachspielzeit den Ball ein viertes Mal aus dem Netz fischen muss.

Gashi bringt Schwung in die Aarauer Offensive.

Gashi bringt Schwung in die Aarauer Offensive.

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Zuvor, man mag nach der verkorksten ersten Halbzeit nicht mehr daran glauben, schnuppern die Gäste tatsächlich an einem Punktgewinn. Trainer Stephan Keller geht nach dem Seitenwechsel «all in», indem er nach den Einwechslungen von Stojilkovic und Gashi mit drei Stürmern spielen lässt. Und dann trifft Stojilkovic nach herrlicher Gashi-Vorlage bereits 90 Sekunden nach Wiederanpfiff zum 1:3.

Stojilkovic sorgt für den einzigen Aarauer Treffer.

Stojilkovic sorgt für den einzigen Aarauer Treffer.

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Zehn Minuten später dann kommt es zur Szene, die dieser Partie die Wendung geben könnte: Wieder steht Stojilkovic nach Pass von Gashi frei vor GC-Goalie Matic, kann die sogenannte hundertprozentige Torchance jedoch nicht verwerten.

Das Anschlusstor zum 2:3 bei noch mehr als 30 Minuten verbleibender Spielzeit hätte das Momentum auf die Aarauer Seite kippen lassen – und das nur noch verwaltende GC wohl in arge Nöte gebracht.

Barrage bleibt ein realistisches Ziel

Als würden sie realisieren, dass sie soeben den Matchball vergeben haben, ist bei den Aarauern nach Stojikovics Fehlschuss die Luft draussen – die zwei Flachschüsse von Gashi sind keine ernsthafte Gefahr mehr für einen Klassemann wie Matic.

Der FC Aarau stolpert im Letzigrund.

Der FC Aarau stolpert im Letzigrund.

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Die vor der Partie leisen Hoffnungen im FCA-Lager auf den ersten Tabellenrang sind bei nun zwölf Punkten Rückstand auf GC und noch zehn ausstehenden Spielen endgültig erloschen. Doch weil an diesem Abend auch Schaffhausen, Thun und Stade Lausanne-Ouchy Punkte abgeben, ist die Barrage weiterhin ein realistisches Ziel. Bedingung: Keine weiteren Pannenfestivals.

Das Telegramm

GC Zürich – FC Aarau 4:1 (3:0)

Letzigrund. – 5 Zuschauer. – SR: San. – Tore: 6. Pusic 1:0. 17. Arigoni 2:0. 35. Pusic 3:0. 47. Stojilkovic (Gashi) 3:1. 92. Gjorgjev 4:1.
GC: Matic; Arigoni, Cvetkovic, Toti, Lenjani; Pusic, Ronan (59. Santos), Schmid (71. Nobrega), Gjorgjev; Bonatini (71. Ponde), Demhasaj (53. Da Silva).
Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Jäckle; Spadanuda (46. Stojilkovic), Schneider (46. Gashi), Hammerich (73. Schwegler), Balaj (46. Rrudhani); Almeida (63. Aratore).
Bemerkungen: GC ohne Buur, Morandi, Nadjack, Salvi (alle verletzt), Acheffay, Carvalho, Kalem, Mesonero und Pina (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Schindelholz (krank), Hajdari, Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Avdyli, Caserta und Hasani (beide nicht im Aufgebot). – 14. Treffer von Almeida wegen Offside annulliert. 26. Pfostenschuss Balaj. 89. Lattenschuss Ponde. 89. Pfostenschuss Ponde. – Verwarnungen: 87. Ponde, 93. Aratore (beide Foulspiel).

Das sind die Stimmen zur Partie:

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