AZ-Goldlauf

Maskenpflicht beim Start, keine Duschen, keine Zuschauer: So soll der Hallwilerseelauf unter Corona-Bedingungen stattfinden

Bild vom letztjährigen Hallwilerseelauf. Dieses Jahr sollen grosse Menschenansammlungen vermieden werden.

Bild vom letztjährigen Hallwilerseelauf. Dieses Jahr sollen grosse Menschenansammlungen vermieden werden.

Der Hallwilerseelauf soll dieses Jahr in einer stark abgespeckten Version durchgeführt werden. Statt 7500 gehen nur noch maximal 3000 Teilnehmer an den Start, viele Disziplinen fallen weg. Noch fehlt allerdings die Bewilligung des Kantons,

Abgesagt. Ein Wort, das dieses Jahr bislang hinter jedem der AZ-Goldläufe in Grossbuchstaben abgedruckt werden musste. So war es beim Saisonauftakt im Februar mit dem Bremgarter Reusslauf und es zog sich weiter, auch der jüngste geplante Lauf, der Herbstlauf in Muri, fiel der unsicheren Pandemielage zum Opfer. Für den neunten Anlass der Serie zeigt der Daumen Stand jetzt aber nach oben: Am 10. Oktober soll der Hallwilerseelauf planmässig stattfinden.

Ganz so wie in den Vorjahren wird er aber nicht daherkommen, der Herbstklassiker, der erfahrene Läufer und Laufnovizen gleichermassen anzieht. Der Hallwilerseelauf 2020 muss abspecken. Der 5-Kilometer-­Lauf, der Teamlauf, Nordic Walking und Kinderläufe wurden gestrichen, zu gross wäre der Andrang geworden. Lediglich der Halbmarathon und der 10-Kilometer-Lauf verbleiben im Programm.
«Wir wollen ein Zeichen von Normalität setzen», sagt Gianin Müller, Pressechef des Anlasses, über den Hallwilerseelauf light.

Alles steht und fällt mit der epidemiologischen Lage

Viele Menschen würden sich wünschen, sich wieder einmal wettkampfmässig zu bewegen. «Diesem Wunsch wollen wir gerecht werden, wenn auch in etwas abgeänderter Form.» Müller betont aber auch, dass die Verantwortung zuoberst stehe. «Wir sind überzeugt, dass die Sicherheit gewährleistet sein wird. Aber wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht.»

Was Müller damit meint: Die Durchführung des Laufes ist auch rund zweieinhalb Wochen vor dem geplanten Termin nicht vollständig gesichert. Die ­Verantwortlichen haben eine Risiko­analyse erstellt und ein Schutzkonzept erarbeitet, laut Müller geschah das in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Abteilung Sport und der Kantonsärztin Yvonne Hummel. Noch fehlt allerdings die Bewilligung. «Wir warten auf den Entscheid», sagt Müller.

Von Seiten des Kantons heisst es, dass man mit den Organisatoren eng zusammenarbeite, um die Durchführung zu ermöglichen. Alles steht und fällt jedoch mit der epidemiologischen Lage im Kanton. Falls sich diese bis zum 10. Oktober verschärft, wird es letztlich auch für den Hallwilerseelauf kritisch.

Zuschauer sind dieses Jahr nicht erwünscht

7500 Menschen nehmen normalerweise am Lauf um den grössten See im Aargau teil. Diese Zahl wird man dieses Jahr nicht erreichen. Man rechne mit 2500 bis maximal 3000 Läufern, sagt Müller. Das ist ganz im Sinne des Organisationskomitees, dessen Ziel es ist, Menschenansammlungen, so gut es geht, zu vermeiden.

Dafür hat man verschiedene Massnahmen ergriffen. Im Start- und Zielbereich gilt Maskenpflicht. Neben der Startnummer wird per Post auch eine Schutzmaske verschickt. «Im Brief steht, zu welcher Zeit man frühestens anwesend sein soll», sagt Müller. Die Startzeiten des Halbmarathons wurden auf vier Stunden ausgedehnt, was den Teilnehmenden erlaubt, gestaffelt zu starten. Statt der üblichen 500 Personen sollen sich höchstens 100 Läufer gleichzeitig im Startfeld aufhalten.

Wer über zehn Kilometer antritt, läuft beim Restaurant Delphin in Meisterschwanden ins Ziel ein. Duschen und Garderoben stehen keine zur Verfügung. Von Meisterschwanden aus geht es mit dem Schiff zurück nach Beinwil am See. «Auf dem Schiff müssen Masken getragen werden», sagt Müller. Zudem erhalte jeder einen Regenponcho, «damit man sich nicht erkältet». Durch den Regenschutz soll auch die Infektionsgefahr verringert werden.

Speziell ist auch, dass ­Zuschauer ausdrücklich nicht erwünscht sind. «Besucher ­sollen zu Hause bleiben und nicht an den Lauf kommen», sagt Müller. Seinen Liebsten am Streckenrand zujubeln, das liegt sicherheitshalber dieses Mal nicht drin.

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