Matchbericht
In Playoff-Laune: Ein Abend für den EHC Olten

Ein entfesselnder EHC Olten gewinnt das Derby gegen Langenthal mit 6:0 und steht dank gütiger Schützenhilfe der Konkurrenz mit einem Bein direkt in den Playoffs.

Silvan Hartmann
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Der EHC Olten feiert im Kleinholz einen deutlichen 6:0-Sieg gegen den SC Langenhal.
18 Bilder
Die Oltner erobern mit dem Sieg einen direkt Playoff-Platz zurück.
Olten-Goalie Silas Matthys feiern einen Shutout.
Trainer Fredrik Söderström darf zufrieden mit seiner Mannschaft sein.
Andri Henauer im Langenthaler Tor ist nicht zu beneiden.
Der SC Langenthal hat auch im zweiten Abschnitt keinen Stich.
Der EHC Olten hat seinen Erzrivalen im Griff.
Auch Garry Nunn darf sich untern den Topskorern einreihen.
Der 18-jährige McTavish lässt das Netz der Gäste zum vierten Mal zappeln.
Mason McTavish erhöht im zweiten Abschnitt auf 4:0.
Der Oltner Esbjoern Fogstad Vold sorgt für den 3:0-Pausenstand.
Esbjoern Fogstad Vold schenkt den Langenthalern den dritten Treffer ein.
Der EHC Olten dominiert den ersten Spielabschnitt.
Dion Knelsen kann für den EHC Olten auf 2:0 erhöhen.
Die Gäste aus Langenthal können auf den Rückstand nicht reagieren.
Derby-Time im Kleinholz.
Bereits nach zwei Minuten liegt die Scheibe zum ersten Mal im Langenthaler Tor.
Der EHC Olten übernimmt im ersten Abschnitt das Spieldiktat.

Der EHC Olten feiert im Kleinholz einen deutlichen 6:0-Sieg gegen den SC Langenhal.

freshfocus

Plötzlich überschlugen sich im Kleinholz nach dem Spiel die Ereignisse: Rund zwei Dutzend EHCO-Fans wurde für einen kurzen Augenblick - und mit genügend Abstand und unter Einhaltung des Schutzkonzepts - der Einlass gewährt, worauf sie beim Ausseneisfeld mit Fangesängen die Spieler aus der Garderobe lockten. Diese saugten den Gänsehautmoment genüsslich auf, worauf sich Präsident Marc Thommen bei den Fans bedankte und in kämpferischer Manier darauf hinwies, dass die Saison noch lange nicht zu Ende sei.

«Eine wunderbare Message für die Spieler. Es tut gut zu wissen, dass die Fans hinter uns stehen, auch wenn sie nicht im Stadion sein können», freute sich auch Trainer Fredrik Söderström über die Geste.

Der EHC Olten hatte diese Fanemotionen mit dem 6:0-Kantersieg im Derby mehr als verdient. Was die Powermäuse in den 60 Spielminuten zuvor auf dem Eis zeigten, war von A bis Z eine überragende, reife Leistung. Überragend insbesondere, weil jeder Spieler des Teams seinen Beitrag zu drei enorm wichtigen Zählern leistete. Da war Matthys als Wand im Tor, da waren die Verteidiger, die sich nicht nur in die Schüsse warfen, sondern sich auch noch mit Selbstvertrauen in das offensive Spiel einschalteten.

Da war auch eine erste Sturmlinie, die endlich wieder produziert. Und zu guter letzt trieb eine vierte Linie, allen voran Cyril Oehen, mit aufsässigem Körperspiel den Gegner zur Weissglut. Kurzum: Der EHC Olten zeigte sich mit dem Messer am Hals von der produktivsten Seite. «Eine der stärksten Mannschaften der Liga so zu dominieren ist ein grossartiges Statement. Ich bin stolz auf die Spieler, denn es wäre gelogen, wenn wir behaupten würden, wir hätten keinen Druck gespürt», so Söderström.

Schon nach fünf Minuten hatte Langenthals Torhüter Caminada die Schnauze voll, liess sich auswechseln und zerstörte wutentbrannt seinen Stock. Dazu kam es, weil ein präsenter EHC Olten seine Chancen gegen ein schläfriges Langenthal eiskalt ausnutzte. Schirjajew, Knelsen und Fogstad Vold (sein erstes Saisontor!) hatten den Sieg früh in die Wege geleitet.

Der EHC Olten dürfte am Sonntag sogar verlieren, wenn...

Der EHCO baute mit der Dreitoreführung im Rücken nicht etwa ab, wie er dies Tage zuvor noch in Visp machte. Nein, er setzte weiter nach. Langenthals Higgins erwies seinem Team dazu einen Bärendienst, als er nach einem Check gegen den Kopf von Othmann zurecht unter die Dusche geschickt wurde. Im 5-Minuten-Powerplay lenkte McTavish vor dem Tor stehend die Scheibe zum 4:0 ab. Auch das Spiel ohne Scheibe im gegnerischen Slot beherrschte der EHC Olten an diesem Abend einwandfrei.

Sinnbildlich für die exzellente Leistung des Teams stand dann aber Garry Nunns Einzelleistung: Der EHCO-Topskorer schnappte sich im eigenen Drittel die Scheibe, zog los, tanzte Gegner um Gegner aus und liess auch Torhüter Henauer keine Chance.

Es war ein Abend ganz nach dem Gusto des EHC Olten. So durften die Oltner sogar auf Schützenhilfe zählen. Die Direktkonkurrenten Visp und La Chaux-de-Fonds verloren ihre Partien, womit der EHC Olten mit einem Bein direkt in den Playoffs steht. Konkret dürfte der EHCO am Sonntag in Thurgau sogar verlieren, wenn Visp gegen Ajoie nicht drei Punkte holt. Denn La Chaux-de-Fonds kann aufgrund der Direktbegegnung den EHC Olten nicht mehr einholen. Vielmehr tut der EHC Olten aber gut daran, beim HCT zu punkten. Tut er dies auch mit nur einem Punkt, dann hätten die Oltner Platz fünf inne und würden in den Playoffs auf Sierre treffen.

Handverletzung: Saisonende für Diego Schwarzenbach

Der EHC Olten darf am Sonntag also mit einem guten Gefühl in die Ostschweiz reisen. Und dies, obwohl in den eigenen Reihen neue Personalsorgen aufgekommen sind. Einerseits ist nach wie vor unklar, wann Stan Horansky ins Lineup zurückkehrt (es wird von Tag zu Tag entschieden), andererseits ist die Saison für Stürmer Diego Schwarzenbach wohl zu Ende. Er fällt wegen einer Handverletzung sechs bis acht Wochen aus. Besonders ärgerlich: Er soll sich die Verletzung im Training beim Rumalbern, als sich die Spieler nach einer Übung selbst feierten, zugezogen haben. Überdies spielte Simon Lüthi die Partie wegen Krampferscheinungen nicht zu Ende, er soll gegen Thurgau aber wieder einsatzbereit sein.

Telegramm

Olten – Langenthal 6:0 (3:0, 2:0, 1:0)

Kleinholz. – Keine Zuschauer. – 2. (1:09) Schirjajew (Lüthi, Nunn, Ausschluss Kummer) 1:0. 4. Knelsen (Rytz) 2:0. 6. (5:05) Fogstad Vold (Lüthi) 3:0. 23. McTavish (Knelsen, Schirjajew; Ausschluss Higgins) 4:0. 29. Nunn (Stämpfli) 5:0. 41. McTavish (Nunn, Knelsen) 6:0. - Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten. 7-mal 2 Minuten plus 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Higgins) gegen Langenthal.

Olten: Matthys (Simon Rytz); Stämpfli, Lüthi; Elsener, Philipp Rytz; Maurer, Heughebaert; Gurtner; McTavish, Knelsen, Nunn; Othmann, Schirjajew, Wyss; Halberstadt, Fuhrer, Fogstad Vold; Weder, Schwab, Oehen; Daneel.

Langenthal: Caminada (ab 5. Min. Henauer); Müller, Christen; Guggenheim, Maret; Higgins, Pienitz; Büsser, Dobryskin; Tschannen, Kummer, Küng; Kämpf, Kläy, Elo; Dähler, Himelfarb, Rüegsegger; Wigger, Schläpfer.

Bemerkungen: Olten ohne Horansky, Weisskopf, Schwarzenbach, Hüsler, Portmann (alle verletzt). Langenthal ohne Torquato, Gerber, Weber (alle verletzt), Bircher (abwesend).

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