Unihockey
Mehr Kampf denn spielerische Glanzpunkte bei Unihockey Mittelland

Unihockey Mittelland bezwingt zum Auftakt der Rückrunden Sarganserland mit 6:4. Damit festigen die Mittelländer den dritten Rang in der NLB.

Tobias Schalk
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Unihockey Mittelland festigt den dritten Tabellenrang.

Unihockey Mittelland festigt den dritten Tabellenrang.

Pascal Kamber

Die Mittelländer waren sich ihrer Sache wohl schon zu sicher und so stellten sie nach der vermeintlichen Entscheidung durch Severin Pauli in der 54. Minute (5:1) den Betrieb vorübergehend ein. Dies bestrafte Gegner Sarganserland unter anderem dank Powerplay und einem sechsten Feldspieler mit drei Toren in Folge und brachte so die Spannung in die Partie zurück. Doch Samuel Schneiters Treffer in das verlassene Gehäuse drei Sekunden vor der Schlusssirene beendete alle Hoffnungen Sarganserlands, welche nur eine halbe Minute zuvor den Anschluss zum 5:4 hergestellt hatten.

In der Schlussphase fanden die Ostschweizer, was ihnen seit dem Führungstreffer in der Startminute abhanden gekommen war, nämlich den Torerfolg. Denn während der gesamten Spielphase liessen die Sarganser etliche ihrer Chancen ungenutzt verstreichen oder aber wurden diese von Tormann Mathieu Unternährer zunichte gemacht. Somit konnten die Gäste ihre Überlegenheit im Ballbesitz nicht in Tore ummünzen.

Doch auch Mittelland hatte lange seine Mühe mit dem Toreschiessen. Zwar konnte die Paradelinie den ultrafrühen Rückstand innert nützlicher Frist korrigieren, doch in der Folge blieb das Offensivspiel von UM oftmals nur Stückwerk. Ausschlaggebend dafür war ein äusserst intensiv geführtes Spiel, womit den Akteuren Zeit und Atem für ein gepflegtes Kombinationsspiel fehlte. Besonders im Mitteldrittel verbissen sich die beiden Mannschaften regelrecht ineinander und boten so dem Zuschauer viel eher Kampf denn spielerische Glanzpunkte. Es war bestimmt kein Spiel für den Unihockey-Connaisseur, doch war es in dieser Form gewinnbringend.

Das nötige Glück erkämpft

Nicht von ungefähr hatte Wyss vor dem Spiel Kampfeswillen von seinen Mannen gefordert, was diese bravurös umsetzten. Dem ist zuzuschreiben, dass das Tor für die Gäste praktisch über die gesamte Spieldauer vernagelt blieb. Aber auch eigenes Verschulden traf die Gäste. So brachten es diese in der 50. Spielminute fertig, eine hochkarätige Chance mit Überzahl der Gästestürmer zu vergeben und denn Ball an den Pfosten zu setzen.

Praktisch im direkten Gegenzug vollstreckte Marius Flury auf Zuspiel von Severin Pauli zum vorentscheidenden 4:1. Diese Szenen waren beidseits symptomatisch für das Auftreten der jeweiligen Equipen. Traten die Gäste wiederholt unglücklich in Erscheinung, so zeigten sich die Platzherren willig und cleverer und dank der grossen Qualität im Sturm hatten diese letztendlich dennoch durchschlagenden Erfolg.

Der grossen Moral der Sarganser, welche bis zum Schluss unentwegt anstürmten, ist es zu verdanken, dass die Partie stets offen blieb. Die drei Punkte aber liess sich UM nicht mehr entreissen und feierte damit den fünften Erfolg in Serie, was die Festigung des dritten Rangs in der NLB-Tabelle bedeutet. UM-Trainer Renato Wyss zeigte sich nach Spielschluss glücklich mit dem Einsatz seiner Mannschaft. «Wir haben Glück beansprucht, dieses uns aber redlich erarbeitet.»

Kampf sei ein wichtiges Element auf dem Weg zum Erfolg und dies habe seine Mannschaft vorbildlich umgesetzt, was eine wertvolle Erfahrung für den weiteren Saisonverlauf darstelle. Als neues Mitglied der Spitzengruppe werde UM nunmehr zum Gejagten, warnte der Mittelland-Dompteur vor kommenden Aufgaben und einem allfälligen Nachlassen.

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