Badminton

Mit dem Flugzeug Richtung Meistertitel: Wie das Team Argovia zum dritten Mal in der Badminton-NLA triumphieren möchte

Nach einer starken Qualifikationsrunde steht das Team Argovia zum dritten Mal im Final der Badminton-NLA. Der Finaleinzug setzte in den vergangenen Jahren zugleich auch den Titelgewinn voraus. In diesem Jahr sieht sich die Mannschaft von Trainer Hafiz Shaharudin aber mit keiner leichten Aufgabe konfrontiert.

Montagabend und nur noch fünf Tage bis zum ersten Playoff-Final-Duell mit Uzwil um den NLA-Meistertitel im Badminton. Im Training des Team Argovia fehlen die besten Spielerinnen und Spieler. Will das Aargauer Team gar nicht gewinnen?

Mitnichten. Dass die ausländischen Verstärkungsspieler Marina Ilyinskaya, Evgeniya Kosetskaya, Nikita Khakimov und Pedro Martins fehlen, ist keine Aussergewöhnlichkeit. Kaum ein Verein in der Schweiz kann sich die Festanstellung von ausländischen Spielern leisten.

Und falls doch, dann nur, weil diese nebenbei auch als Trainer für den Klub arbeiten. In der Regel aber nehmen die ausländischen Spielerinnen und Spieler nur am Abschlusstraining und an den Spielen teil. Dafür kommen sie jeweils extra und auf Kosten des Vereins mit dem Flugzeug aus Russland, Portugal und der Ukraine in die Schweiz.

Keine Nachteil für das Team

Doch nicht nur die Ausländer fehlen am Montag im Training. Auch den amtierenden Schweizer Meister Tobias Künzi und Joel König sucht man in der Halle in Gebenstorf vergebens. Beide trainieren unter der Woche in Bern mit dem Kader der Schweizer Nationalmannschaft.

Für das Team stellt das aber keine Schwierigkeit dar. Ergänzungsspieler Silvan Furrer sagt: «Unser Zusammenhalt ist unsere grösste Stärke. Der Support gegenüber den antretenden Spielern ist enorm. Obwohl Badminton an sich kein Teamsport ist, haben wir es immer geschafft, alle als Einheit aufzutreten.»

Dass dies alles nicht nur leere Worte sind, merkt der Besucher schnell. Vor dem Training begrüsst Trainer Hafiz Shaharudin jedes Mitglied lachend per Handschlag. Die lockere Atmosphäre soll den Spielern den Druck nehmen.

Wie eine Familie

Shaharudin sagt: «Es gibt Momente, in denen ich sehr streng bin. Ich versuche aber, Probleme mit Humor zu lösen und den nervösen oder ängstlichen Spielern meine positive Einstellung weiterzugeben. Wir sind eine Familie und halten zusammen.»

Trotz Lockerheit – den Wunsch zu siegen, verspüren alle. Die 2006 gegründete Spielervereinigung der Badminton-Klubs Gebenstorf, Mutschellen und Fislisbach steht zum dritten Mal im Playoff-Final der NLA. 2013 und 2017 wurde das Team Argovia Schweizer Meister.

Die Vereinigung, welche mit dem Ziel gegründet wurde, talentierte Nachwuchsathleten im Kanton zu halten, hat mehrmals bewiesen, zu welchen Glanzleistungen sie fähig ist.
Mit dem von Hafiz Shaharudin vorgelebten Teamspirit soll die Saison nun mit dem Triumph gekrönt werden.

Ein unangenehmer Gegner

Am Samstag (16 Uhr) tritt das Team Argovia zuerst auswärts in Uzwil an, bevor es am Sonntag (14.30 Uhr) in Gebenstorf um den Titel geht. An den Gegner haben die Aargauer nicht nur gute Erinnerungen.

Gegen Uzwil scheiterte das Team Argovia im vergangenen Jahr im Playoff-Halbfinal. Doch während die Aargauer damals vom Verletzungspech geplagt wurden, sind nun alle Team-Mitglieder fit.

Nach einer starken Saison schloss das Team Argovia die Qualifikationsrunde auf dem ersten Platz ab. Im Playoff-Halbfinal wurde der letztjährige Meister BC La Chaux-de-Fonds mit 6:2 und 4:2 vom Platz geschickt.

Duell ohne deutlichen Trend

Uzwil hingegen schloss die Qualifikation nur auf dem dritten Platz ab. So gesehen könnte man das Team Argovia als Favoriten bezeichnen. Doch die beiden bisherigen Direktduelle der Saison zeigen keinen so deutlichen Trend.

Das erste Spiel gewann Argovia 7:1, das Rückspiel ging 3:5 verloren. Einen Vorteil hat das Team Argovia aber. NLA-Spielerin Lea Müller sagt: «Wir sind die ganze Saison mit den gleichen Spielern angetreten, während unser Gegner fast die Hälfte seiner ausländischen Spieler ausgetauscht hat. Unser Teamspirit könnte nun den Unterschied ausmachen.»

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