Super League
Moreno Costanzo ist der neue Stolz des FC Aarau

Der FC Aarau hofft am Sonntag im Duell gegen Vaduz (13.45 Uhr, Brügglifeld) auf weitere Geniestreiche seines neuen Mittelfeldspielers. Und freut sich, dass Moreno Costanzo nicht beim Gegner aufläuft.

Ruedi Kuhn
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Moreno Costanzo dürstet nach Erfolgserlebnissen beim FC Aarau

Moreno Costanzo dürstet nach Erfolgserlebnissen beim FC Aarau

Dean Fuss

Im Dezember machte sich Giorgio Contini Gedanken über einen Verstärkungsspieler. Gedanken über einen Regisseur, der den Unterschied ausmachen kann. Der Trainer des FC Vaduz schaute sich die Kaderlisten der Super-League-Klubs an und suchte Spieler mit grossen Namen, die während der Vorrunde nur zweite Wahl waren. Es machte Klick.

Contini erinnerte sich an die gemeinsamen Zeiten mit Moreno Costanzo beim FC St. Gallen. Contini war Trainer der U21, Costanzo spielte für die erste Mannschaft. «Moreno und ich sind seit Jahren gute Kollegen», sagt Contini. «Ich wusste, dass er bei YB nicht mehr glücklich ist. Beim FC Vaduz hätte er die Rolle eines Führungsspielers übernehmen können.»

Contini überlegte nicht lange und nahm Kontakt mit dem Wunschspieler auf. Der Deal schien auf guten Wegen. Costanzo zum FC Vaduz? Nein! Da war auch noch der FC Aarau. «Wir hatten unseren Blick schon lange auf Costanzo gerichtet», erklärt Präsident Alfred Schmid. «Er ist ein feiner Techniker. Ein ruhiger Spieler mit viel Übersicht und einem sehr guten Charakter.»

Sensibel und feinfühlig

Beim FCA wünschte man sich nach den schlechten Resultaten gegen Ende der ersten Saisonhälfte einen Leader wie Costanzo. Nun ist es aber so, dass die graue Maus der Liga bei Transfers dieser Grössenordnung meistens in die Röhre schaut. Das hat einerseits mit der schlechten Infrastruktur im Brügglifeld, anderseits mit den fehlenden finanziellen Mitteln zu tun.

Schmid, Trainer Sven Christ und Sportchef Urs Bachmann unternahmen trotz der schlechten Vorzeichen alles, um den Edelreservisten der Young Boys zu verpflichten. Weil Costanzo bei den Bernern einen Vertrag bis 2017 hat, nahmen die Verantwortlichen Kontakt mit Fredy Bickel auf.

Für den Sportchef von YB war nach der Vorrunde klar, dass Costanzo eine Luftveränderung braucht. «Moreno und ich hatten ein gutes Gespräch», sagt Bickel. «Er ist ein sensibler und feinfühliger Mensch. Ich spürte, dass er eine neue Herausforderung braucht. Es mag hart klingen. Aber irgendwie ist Moreno nie so richtig bei YB angekommen. Zwischen dem Klub und ihm ist der Funke nicht gesprungen.»

Definitive Übernahme im Sommer?

Bickel lässt Costanzo trotzdem nicht fallen. Weil der Sportchef nach wie vor an dessen Qualitäten glaubt, kam fürs Erste nur ein Leihgeschäft mit Kaufoption infrage. Ob der FC Aarau sein neues Aushängeschild Ende Saison definitiv übernehmen wird, dürfte in erster Linie vom Spieler abhängen.

Costanzo selbst spricht von verschiedenen Faktoren, die für einen Wechsel zum FC Aarau sprachen. «Für mich war entscheidend, dass ich vom FCA das volle Vertrauen gespürt habe. Ich mag die familiäre Atmosphäre. Und ich spürte, dass der Präsident mich unbedingt verpflichten wollte.» Nun kann Costanzo seine ins Stocken geratene Karriere beim Abstiegskandidaten neu lancieren.

Ein weiterer Grund, der für Aarau und gegen Vaduz sprach, ist der Arbeitsweg. Der Vater eines neun Monate alten Sohnes fühlt sich an seinem Wohnort in Gümligen sehr wohl. Für den FC Aarau ist der Mittelfeldspieler mit dem kernigen Schuss zweifellos ein Hoffnungsträger. Beim 1:1 in Thun verdiente sich der bald 27-Jährige bereits Höchstnoten. Wie sagten Schmid und Christ vor dem Rückrundenauftakt treffend: «Wir dürfen stolz sein, dass der Transfer von Moreno Costanzo zustande gekommen ist.»

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