FC Aarau

Nach Bankfrust sammelt Maierhofer Sympathiepunkte in Winterthur: Drei Erkenntnisse nach dem Auftaktspiel

Der Turm hält: Aarau-Stürmer Maierhofer verhilft einem Winterthurer Balljungen zu einem grossen Sackgeld

Der Turm hält: Aarau-Stürmer Maierhofer verhilft einem Winterthurer Balljungen zu einem grossen Sackgeld

Nach den vielen Diskussionen um den tatsächlichen Formstand galt es am Samstag in Winterthur endlich: Obwohl der FC Aarau mit dem 1:1 am Ende gut bedient war, hätte er das Spiel auch gewinnen können. Was bleibt sonst hängen vom Auftakt auf der Schützenwiese? Drei Erkenntnisse:

Erkenntnis 1: Aarau-Stürmer Maierhofer hilft, Spenden für den FC Winterthur einzusammeln

Für die Spieler des FC Winterthur ist Stefan Maierhofer ein rotes Tuch. Wir erinnern uns: Am 29. Spieltag der vergangenen Saison (2:2) rächte sich Winti-Verteidiger Granit Lekaj mit einem Ellbogenschlag in den Nacken am Österreicher für dessen Provokationen. Nur der Schiedsrichter sah die Attacke nicht und liess Lekaj davonkommen. In der Pause der emotionalen Partie schimpfte der verletzte Winterthur-Captain und Ex-Aarauer Davide Callà auf der Tribüne gegen Maierhofer - was der aufführe, habe nichts mit Fussball zu tun. Die exakte Wortwahl Callàs geben wir hier zu dessen Schutz nicht wieder.

Entsprechend gespannt war man auf das Wiedersehen zwischen den Winti-Profis und Maierhofer beim Auftaktspiel der neuen Saison. Doch dazu kam es nicht: Aarau-Trainer Patrick Rahmen liess den "Major" während der ganzen Partie auf der Ersatzbank und beim Einlaufen schmoren. Einem Spieler mit dem Selbstverständnis des Österreichers dürfte dies alles andere als gefallen haben. Doch Maierhofer ist ein Profi und sammelte als Teamsenior nach dem Abpfiff die um das Spielfeld verteilten Trinkflaschen ein. Vor der Gegentribüne im Stadion Schützenwiese traf er auf einen Balljungen, der dabei war, einen Haufen Mehrweg-Becher ineinanderzutürmen.

Hintergrund: In Winterthur ist es gemäss FCW-Geschäftsführer Andreas Mösli Tradition, dass die Zuschauer die Becher auf den Platz werfen, statt das Depot selber abzuholen. So soll der Klub finanziell unterstützt werden, die Spenden aus dem Spiel gegen Aarau fliessen in die Nachwuchsabteilung.

Als der Becherturm in den Händen des Jungen bedrohlich zu wanken begann, kam Maierhofer dazu und stülpte die restlichen Becher oben rein - unter dem Jubel der heimischen Fans auf der Tribüne, bei denen Maierhofer mit dieser Aktion viele Sympathiepunkte gesammelt haben dürfte und die ihn im Gegensatz zu den Winterthur-Spielern nun sogar ein bisschen mögen.

Freude bei Maierhofer und dem Balljungen darüber, dass der Becherturm hält

Freude bei Maierhofer und dem Balljungen darüber, dass der Becherturm hält

Erkenntnis 2: Die Eigenen sind die Besten

Der FC Aarau hat trotz Aderlass noch einige klingende Namen im Kader: Markus Neumayr, Marco Schneuwly, Elsad Zverotic oder Stefan Maierhofer. Doch die sogenannten "Stars" konnten beim Auftakt in Winterthur nicht überzeugen, Maierhofer bekam als Ersatzspieler nicht einmal die Chance dazu. 

Yvan Alounga (17) gefiel nach seiner Einwechslung

Yvan Alounga (17) gefiel nach seiner Einwechslung

In die Bresche sprangen ausgerechnet die einheimischen Spieler, auf die FCA-Sportchef Sandro Burki in dieser Saison vermehrt setzen will: Goalieneuling Nicholas Ammeter war der beste Aarauer, in der Abwehr überzeugten Raoul Giger und Marco Thaler. Im Mittelfeld gab Mats Hammerich mit seinem Tor zum 1:0 ein Lebenszeichen von sich. Und ganz vorne bewirkte der eingewechselte Youngster Yvan Alounga nach seiner Einwechslung in zehn Minuten im Vorwärtsgang mehr als der blasse Routinier Schneuwly.

Erkenntnis 3: Der FC Aarau hat die Schmach der vergangenen Saison schon wettgemacht

Wie lange wird es dauern, bis der FC Aarau den Katastrophen-Start der vergangenen Saison (sechs Spiele, sechs Niederlagen) wettmacht? Die nicht besonders hohe Hürde hat die Mannschaft nun schon im ersten Spiel übersprungen. Der Punkt auswärts gegen ein starkes Winterthur müsste den Spielern Mumm geben. Denn nur wenn sie ihn im nächsten Heimspiel gegen Kriens mit einem Sieg vergolden, ist er wirklich viel wert.

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