FC Aarau
Nach der deutlichen Niederlage gegen Winterthur: Beim FC Aarau müssen Lösungen her

Bei strömendem Regen kassiert der FC Aarau auf der Schützenwiese die zweite Niederlage der Saison: Das Team von Stephan Keller geht gegen den FC Winterthur mit 2:5 unter. Dabei wirft nicht nur die Vorstellung in der Defensive einige Fragezeichen auf.

Sebastian Wendel
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Fussball, Challenge League, 2. Runde: FC Winterthur - FC Aarau (25.09.20)
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Der FC Aarau steht in dieser Saison noch ohne Punkte da.
Kevin Spadanuda kommt nicht an Granit Lekaj vorbei.
Dario Marzino lässt gegen Gashi und Zverotic nichts anbrennen.
Ousmane Doumbia trifft zum 5:2 Endresultat.
Randy Schneider und Elsad Zverotic ärgern sich über den fünften Gegentreffer.
Olivier Jäckle gelingt zwischenzeitlich der 2:3-Anschlusstreffer per Freistoss.
Spadanuda beschäftigt die Winterthurer Defensive.
Youngster Flavio Caserta im Zweikampf gegen Oldie Davide Callà.
Bitter für Simon Enzler: Bei den drei Gegentoren ist der Aarauer Goalie machtlos.
Liridon Balaj will in der ersten Halbzeit noch nicht viel gelingen.
Nach dem Aarauer Anschlusstreffer zum 2:1 kann der FC Winterthur prompt reagieren.
Bei Gashi muss der Frust raus.
Donat Rrudhani versucht Tempo ins Spiel zu bringen.
Olivier Jäckle versucht sich durchzusetzen.
Raoul Giger ärgert sich über den dritten Gegentreffer.
Stephan Keller kann mit der turbulenten ersten Halbzeit nicht zufrieden sein.
Der FC Aarau hat nach zwei Partien bereits acht Gegentreffer auf dem Konto.
Davide Callà bringt den Gastgeber nach fünf Minuten in Führung.
Callà darf schon früh gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber jubeln – der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen.
Strömender Regen auf der Schützenwiese beim Spiel zwischen dem FC Aarau und dem FC Winterthur.

Fussball, Challenge League, 2. Runde: FC Winterthur - FC Aarau (25.09.20)

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Was, wenn es in der 5. Minute Abstoss für den FC Aarau statt das 1:0 für Winterthur gegeben hätte? Was, wenn es in der 51. Minute beim Stand von 1:3 Penalty gegeben hätte?

Fragen, die berechtigt sind, weil in diesen zwei Szenen die Aarauer von Schiedsrichter David Schärli benachteiligt worden sind. Doch vom Konjunktiv lebt bekanntlich nur der Stammtisch. Hadern mit dem Schicksal ist für die Akteure des FC Aarau der falsche Ratgeber. Ihre Aufgabe besteht darin, Lösungen zu finden und in einer Woche im Heimspiel gegen Chiasso erstmals in der Saison zu punkten. Ansonsten wäre der Fehlstart endgültig komplett.

Der FC Aarau steht in dieser Saison noch ohne Punkte da.

Der FC Aarau steht in dieser Saison noch ohne Punkte da.

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Das Spiel auf dem neu verlegten Rasen im Stadion Schützenwiese beginnt für den FCA denkbar schlecht: Als nach einem Angriff des Heimteams der Ball über die Grundlinie rollt, bleibt die Fahne des Linienrichters unten. Davide Callà sagt «Merci» und überlistet mit einem feinen Heber FCA-Goalie Simon Enzler.

Callà darf schon früh gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber jubeln – der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen.

Callà darf schon früh gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber jubeln – der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen.

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Wer nun denkt, von diesem Schock lassen sich die Aarauer unterkriegen, liegt falsch. Die Reaktion erfolgt in Form von spielerischer Ebenbürtigkeit und zwei Grosschancen von Rrudhani und Zverotic. Das nächste Tor fällt jedoch auf der anderen Seite, Buess trifft vom Penaltypunkt, nachdem Thiesson Winterthurs Alves von den Beinen geholt hat.

Die mangelnde Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor, schon im Auftaktspiel gegen Wil (1:3) der Hauptgrund für die Niederlage, akzentuiert sich in der 33. Minute: In dieser vergeben Spadanuda, Gashi und Balaj gleich drei (!) Hochkaräter.

Bei Gashi muss der Frust raus.

Bei Gashi muss der Frust raus.

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Keine Alternativen auf der Ersatzbank

Spadanuda, der beste Aarauer, erzielt dann zwar doch das 1:2. Doch weil wenige Sekunden nach Wiederanpfiff die FCA-Abwehr pennt, kann sich Doumbia die Ecke vor dem dritten Tor für die Gastgeber aussuchen. Das schnelle 1:3 erweist sich am Ende als Genickschlag.

Der FC Aarau hat nach zwei Partien bereits acht Gegentreffer auf dem Konto.

Der FC Aarau hat nach zwei Partien bereits acht Gegentreffer auf dem Konto.

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Denn obwohl die Aarauer auch in der zweiten Halbzeit spielerische Duftmarken setzen und nach dem 2:3 durch Jäckle, der einen Freistoss direkt verwandelt, am Ausgleich schnuppern, bleibt die Erkenntnis: Dem FC Aarau fehlt in der Offensive die Durchschlagskraft, damit aus dem ausgerufenen Ziel, am Saisonende in der oberen Tabellenhälfte zu stehen, ein realistisches Vorhaben wird. Und nach den fünf Gegentoren in Winterthur stellt sich auch die Frage: Wie stabil ist die Defensive, die nun in zwei Partien schon wieder acht Gegentreffer zugelassen hat?

Keine Frage: Die Personaldecke ist viel zu dünn. Symptomatisch dafür ist die Tatsache, dass Keller trotz Rückstand nur zwei Wechsel vorgenommen hat, deren Effekt mit gleich Null zu bezeichnen ist.

Das Telegramm

FC Winterthur - FC Aarau 5:2 (3:1)


Schützenwiese. - 1'000 Zuschauer. - SR: Schärli. - Tore: 5. Callà 1:0. 29. Buess (Foulpenalty) 2:0. 35. Spadanuda 2:1. 36. Doumbia 3:1. 60. Jäckle 3:2. 73. Alves 4:2. 89. Doumbia 5:2.


Winterthur: Marzino; Lekaj, Arnold, Kamberi, Schüpbach; Doumbia, Pepsi; Callà (78. Mahamid), Alves (91. Gatenbein), Ramizi (86. Hamdiu); Buess (91. Rama).


Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Caserta; Jäckle; Balaj (88. Hammerich), Rrudhani (53. Schneider), Zverotic, Spadanuda; Gashi.


Bemerkungen: Winterthur ohne Isik (krank), Costinha, Gonçalves, Kriz, Ltaief, Roth, Spiegel, Tolino und Volkart (alle verletzt). Aarau ohne Schindelholz (krank), Hajdari, Peralta, Thaler, Verboom (alle verletzt) und von Arx (nicht im Aufgebot). - 27. Pfostenschuss Schüpbach. - Verwarnungen: 28. Thiesson, 40. Pepsi, 76. Jäckle (alle Foulspiel).

Das sind die Stimmen zur Partie:

Das sind die Noten zur Partie:

Simon Enzler: Note 4,5 Fünf Gegentreffer – trotzdem kann man dem Torhüter keinen Vorwurf machen. Eine solide Leistung.
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Raoul Giger: Note 2,5 Wo war der Rechtsverteidiger beim Tor von Doumbia zum 3:1? Defensiv oft nicht auf der Höhe des Geschehens.
Jérome Thiesson: Note 3 Er verschuldete mit seinem Foul an Alves im Strafraum den Penalty, der zum zweiten Gegentreffer führte. Hat technische Defizite.
Léon Bergsma: Note 4,5 Der Holländer hat zweifellos das Zeug zum Abwehrchef. Trotz der hohen Niederlage ein souveräner Auftritt.
Flavio Castera: Note 2 Der 17-jährige Linksverteidiger hatte gegen Matchwinner Callà keinen Stich und leistete sich einige Aussetzer.
Elsad Zverotic: Note 3,5 Er war bemüht, hatte aber zu wenig Einfluss aufs Spiel: Pech bei einem auf der Linie ab­gewehrten Kopfball nach neun Minuten.
Olivier Jäckle: Note 4 Sein Freistosstor zum 2:3 von der Strafraumgrenze brachte kurzzeitig die Hoffnung zurück. Defensiv ansprechend, offensiv kam zu wenig.
Liridon Balaj: Note 3 Eine vergebene Topchance und einige hübsche Ansätze: Aber ohne jede Torgefahr!
Donat Rrudhani: Note 2,5 Eine vergebene Topchance – mehr war vom Kosovaren nicht zu sehen. Wurde zu Beginn der zweiten Halbzeit zurecht ausgewechselt.
Kevin Spadanuda: Note 4,5 Der feine Techniker stellte seine Torgefahr mit dem Treffer zum 1:2 unter Beweis. War oft nur durch Fouls zu stoppen. Der beste Aarauer Feldspieler.
Shkelzen Gashi: Note 4 Eine vergebene Topchance, ein schöner Freistoss und viel Leidenschaft: Aber harmlos vor dem Tor!
Randy Schneider: Note 3 Er kam in der 53. Minute für Rrudhani, aber ihm fehlte es an Durchschlagskraft, um für Torgefahr zu sorgen.
Mats Hammerich: Keine Note Er kam in der 88. Minute für Balaj. Zu kurzer Einsatz für eine Note.

Simon Enzler: Note 4,5 Fünf Gegentreffer – trotzdem kann man dem Torhüter keinen Vorwurf machen. Eine solide Leistung.

Sarah Rölli

Spiel verpasst? Lesen sie hier den Verlauf der Partie im Liveticker nach:

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