ARGOVIA STARS

Niederlage mit bitterem Nachgeschmack: Argovia Stars verlieren Heimspiel und Topspieler

Nach dem überraschendem Auftaktsieg beim EHC Wetzikon müssen sich die Argovia Stars vor heimischer Kulisse in der zweiten Partie der Playoff-Serie mit 3:4 geschlagen geben. Das Team von Roger Gerber verlangt dem Gegner aus Zürich alles ab, verliert dabei aber auch seinen wichtigsten Spieler: Pascal Wittwer.

Momentum, eine Kulisse mit über 400 Zuschauern, Unterstützung der Spieler des FC Aarau – es hätte Vieles gepasst an diesem Donnerstagabend in der Keba Aarau. Und trotzdem schreibt das Eishockey eben seine eigene Geschichten. Vor allem dann, wenn es um den Einzug in den Halbfinal der Playoffs geht. 

Die Spieler des FC Aarau unterstützen die Argovia Stars in der Keba - Markus Neumayr durfte den Puckeinwurf vornehmen.

Die Spieler des FC Aarau unterstützen die Argovia Stars in der Keba - Markus Neumayr durfte den Puckeinwurf vornehmen.

Es war ein schwieriges Start-Drittel für die Argovia Stars, der EHC Wetzikon kam nach der Heimniederlage mit einer geballten Ladung Wut aufs Eis. Erst erwischte Michael Schaub nach sechs Minuten mit einem starken Solo Stars-Torhüter Sandro Wehrli per Backhand in der nahen Ecke, acht Minuten später nutzte Gian-Andrea Thöny eine Überzahl aus. Der Anschlusstreffer durch Pascal Wittwer kurz vor der ersten Pausensirene fiel im Endeffekt dann doch etwas schmeichelhaft. 

Die Highlights: Argovia Stars - EHC Wetzikon

Die Highlights: Argovia Stars - EHC Wetzikon

Wittwer erleidet Schnittwunde

Kommt Zeit, kommt Rat: Die Stars kamen ab dem zweiten Abschnitt mit einem anderen Gesicht aufs Eis und boten den aggressiven Wetzikern die Stirn. Eine Veränderung, die auch die Offiziellen registrierten. Sechs Strafen notierten die Schiedsrichter auf dem Matchblatt.

Die Argovia Stars und der EHC Wetzikon liefern sich eine umkämpfte Partie.

Die Argovia Stars und der EHC Wetzikon liefern sich eine umkämpfte Partie.

Bitter für das Team von Trainer Roger Gerber: Das enorm hitzig geführte Spiel im mittleren Abschnitt war im Endeffekt zwar deutlich ausgeglichener, führte allerdings auch dazu, dass die Gäste aus Zürich per Penalty auf 3:1 erhöhen konnten und auf Seiten des Heimteams auch noch Topspieler Pascal Wittwer mit einer Schnittwunde ausfiel. 

Doch wie auch schon beim Spiel in Wetzikon – als Captain Thomas Wälti mit einem Schlüsselbeinbruch vom Eis musste – reagierten die Stars souverän auf den herben Rückschlag. 

Gisin-Show in 90 Sekunden

Im letzten Abschnitt behielten die Stars lange die Ruhe und setzten dann im entscheidenden Moment zum Nadelstich an: Innerhalb der letzten 90 Sekunden verbuchte Marc Gisin zwei Treffer und rettete dabei die Gerber-Jungs in die Verlängerung. Besonders sein zweiter Treffer – ein saftiger Clapper ins Lattenkreuz – liess dabei die Keba beben. 

Gisin rettet die Stars mit zwei Treffern in den letzten 90 Sekunden in die Overtime.

Gisin rettet die Stars mit zwei Treffern in den letzten 90 Sekunden in die Overtime.

Trotz grosser Euphorie waren die Hockey-Götter an diesem Abend jedoch nicht auf der Seite der Argovia Stars. Gianni Brandi netzte nach vier Minuten in der Overtime zum Gamewinner ein. 

«Können seine Qualitäten nicht kompensieren»

Kein Zweifel, diese Niederlage hinterlässt in jeder Hinsicht Spuren bei den Stars. «Es ist bitter, den Ausfall von Wälti spürten wir von Beginn an enorm, kommt dazu, dass sich beim Aufwärmen auch noch Leo Zaugg verletzte und dann auch noch die Geschichte mit Pascal Wittwer. So wird es für uns einfach wahnsinnig schwierig», erklärt der verärgerte Stars-Trainer Roger Gerber nach dem Spiel. 

Roger Gerber darf trotz Niederlage stolz aus seine Mannschaft sein.

Roger Gerber darf trotz Niederlage stolz aus seine Mannschaft sein.

Dennoch sei der Trainer stolz darauf, was die Mannschaft trotz der vielen Umstellungen auf dem Eis gezeigt habe. «Die Wetziker waren nach der Heimniederlage richtig angetan, das haben wir gespürt. Sie haben uns zudem gezeigt, dass sie nicht ohne Grund Zweiter geworden sind und trotzdem konnten wir dagegenhalten.»

«Ob Wittwer zurückkehren wird, ist unklar»

Zur Verletzung von Wittwer bleibt Gerber nur das Hoffen: «Unser Team hat ein grosses Herz und ist auch nach dem Ausfall nochmals zusammengerückt. Aber man kann seine Qualitäten nicht kompensieren, die haben uns einfach gefehlt», betont der Coach. Ob Wittwer in dieser Serie zurückkehren wird, ist derzeit unklar. 

Trübsal blasen will Gerber allerdings auf keinen Fall: «In der Garderobe habe ich zu den Jungs gesagt, dass das Momentum in den Playoffs schnell wechseln kann. Das ist ein Lernprozess. Wir wissen genau was es braucht, um sie bezwingen zu können.» 

Die Argovia Stars bedanken sich bei den rund 400 Zuschauern in der Keba nach der Partie.

Die Argovia Stars bedanken sich bei den rund 400 Zuschauern in der Keba nach der Partie.

Man habe vor über 400 Zuschauer sehr gute Werbung abgeliefert, darauf dürfe sein Team stolz sein. Für das kommende Spiel am Samstag in Wetzikon gibt sich Gerber bereits zuversichtlich: «Wir wissen, wie wir diese Partie angehen müssen und wollen dieses Auswärtsspiel erneut gewinnen. Ich hoffe einfach, dass uns noch nicht mehr Spieler ausfallen.»

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