NLA-Handball
Aargauer zu den Kadetten Schaffhausen: Marvin Lier wechselt nach neun Jahren von Pfadi Winterthur zum Ligakrösus

Marvin Lier verlängert seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei NLA-Leader Pfadi Winterthur nicht und wechselt auf die neue Saison hin zu den Kadetten Schaffhausen. Der 28-jährige Ehrendinger ist seit seinem Wechsel vom TV Endingen im Jahr 2012 während neun Saisons für Pfadi Winterthur aufgelaufen.

Dean Fuss
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Marvin Lier (während WM-Partie gegen Frankreich).

Marvin Lier (während WM-Partie gegen Frankreich).

Bild: Keystone

Der Aargauer Marvin Lier wechselt auf die kommende Saison hin zu den Kadetten Schaffhausen. Nach neun Saison hat der 28-jährige linke Flügel seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim aktuellen NLA-Leader Pfadi Winterthur nicht verlängert und stattdessen für die kommenden drei Jahre beim Ligakrösus unterschrieben.

«Dass ich diesen Schritt machen kann, macht mich enorm stolz», sagt Lier auf Anfrage der AZ und fügt an:

«Die Kadetten sind die erfolgreichste Mannschaft der Schweiz. Da willst du als Spieler einfach hin. Und dass sich ein solcher Verein so um einen bemüht, zeigt schon, dass man in der Vergangenheit vieles richtig gemacht hat.»

Der Ehrendinger Lier, der in der Saison 2018/19 mit 233 Treffern NLA-Topskorer war, ist aktuell mit 108 Toren der drittbeste Skorer der Liga. Der 186 Zentimeter grosse und 83 Kilogramm schwere Flügelspieler wird bei den Kadetten der Nachfolger von Sebastian Frimmel, der den Verein im Sommer in Richtung des ungarischen Champions-League-Teilnehmers SC Szeged verlassen wird.

Lier, der seine Karriere einst beim TV Endingen lancierte, hat in der NLA bisher 320 Partien bestritten und dabei 1108 Treffer geworfen. Bei den Surbtalern war er seinerzeit vom heutigen Otmar-Trainer Zoltan Cordas vom Kreisläufer zum linken Flügel umfunktioniert worden. Seit dem Jahr 2013 gehört Lier ausserdem der Nationalmannschaft an. Im Trikot der Schweizer Auswahl hat er seither 73 Spiele absolviert und 178 Tore erzielt.

Zuletzt gehörte Lier auch dem WM-Aufgebot von Nationaltrainer Michael Suter an. An der Endrunde im Januar in Ägypten war er in den sechs Partien der Schweizer zu durchschnittlich fast 35 Minuten Einsatzzeit und insgesamt 19 Treffern gekommen. Er war damit massgeblich an der Schlussklassierung des Nationalteams in den Top 16 der Welt beteiligt.

Marvin Lier krönte sich in der Saison 2018/19 mit 233 Treffern zum NLA-Topskorer.

Marvin Lier krönte sich in der Saison 2018/19 mit 233 Treffern zum NLA-Topskorer.

Bild: Alexander Wagner

Im September 2019 machte Lier einen dreimonatigen Abstecher in die Bundesliga. Er wechselte damals auf Leihbasis zu Flensburg-Handewitt, wo er den wegen einer Verletzung ausgefallenen Hampus Wanne, schwedischen Vizemeister 2021, vertrat.

Der Meistertitel mit Pfadi als Abschiedsgeschenk?

Bei aller Vorfreude auf die neue Herausforderung, wird Lier der Abschied im Frühsommer nicht einfach fallen. Kein Wunder: «Nach neun Jahren ist das keine Frage. Zumal über die Jahre aus vielen Teamkollegen gute Freunde geworden sind. Aber diese Gedanken blende ich jetzt vorerst aus und konzentriere mich voll auf den Sport.»

Und dort ist Pfadi Winterthur als aktueller NLA-Leader in der Pole-Position im Meisterrennen. Mit den Zürchern stand Lier bereits vier Mal im Playofffinal, hat aber jedes Mal verloren. In den Saisons 2013/14, 2016/17 und 2018/19 waren jeweils die Kadetten Schaffhausen zu stark (jedes Mal 0:3 Siege), 2017/18 führt kein Weg an Wacker Thun (1:3 Siege) vorbei.

Umso grösser ist Liers Wunsch, sich möglichst als Meister von seinem langjährigen Arbeitgeber zu verabschieden: «Das ist der Titel, der uns noch fehlt. Ich werde bis zu meiner letzten Minute in Diensten von Pfadi alles daran setzen, dass wir diese Lücke noch schliessen können», sagt Lier, der mit den Winterthurern zwei Mal den Schweizer Cup gewonnen hat und auch im Europacup auflaufen konnte.

Sollte es mit Pfadi nicht gelingen, stehen die Chancen gut, dass Lier den fehlenden Meistertitel im Lauf der drei Vertragsjahre in Schaffhausen zumindest in seinem persönlichen Palmares wird nachtragen können.

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