NLA-Handball
Ein 41:18 zum Einstand: Der neue HSC-Trainer bejubelt ein Schützenfest in Genf

Aleksandar Stevic bekommt beim Début von seinen Schützlingen leichte Kost serviert. Die richtige Prüfung folgt erst am Samstag im Europacup-Rückspiel gegen Krems.

Frederic Härri
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Manuel Zehnder war mit zehn Treffern erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft.

Manuel Zehnder war mit zehn Treffern erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Am 13. Mai coachte Aleksandar Stevic zum letzten Mal ein Handballspiel. Im Playoff-Viertelfinal gegen die Kadetten Schaffhausen beschloss eine 17:26-Niederlage das vorzeitige Saisonende seines BSV Bern.

Am Mittwochabend, exakt 160 Tage später, stand Stevic erneut an der Seitenlinie einer NLA-Partie. Die Farben seiner Mannschaft sind noch immer Rot und Schwarz, doch auf der Brust prangt nun das Logo des HSC Suhr Aarau. Das Spiel bei Chênois Genève war ein gnädiges Début für den neuen Coach. Der Aufsteiger ist noch ohne Punkte, und dabei blieb es auch nach diesem Abend.

Aleksandar Stevic hat bei seinem Einstand als HSC-Trainer gut lachen.

Aleksandar Stevic hat bei seinem Einstand als HSC-Trainer gut lachen.

Valentin Hehli / ARG

Von Beginn weg trat der HSC dominant auf. Tim Aufdenblatten, João Ferraz, Martin Slaninka und Gian Attenhofer warfen eine rasche 6:2-Führung heraus, so dass sich die Genfer früh zu ihrem ersten Timeout genötigt sahen. Im Anschluss zogen die Gäste ihr Tempo gar noch an, liefen Gegenstoss um Gegenstoss und führten Mitte der ersten Halbzeit mit elf Toren.

Die Führung wuchs beinahe exponentiell

Das Spiel verfolgte Stevic mit überwiegend verschränkten Armen vor der Brust und hinter dem Rücken. Bei einem Tor oder einer Parade schoss gelegentlich eine Faust empor. Ansonsten konnte Stevic entspannt dabei zusehen, wie die Führung in fast exponentiellem Masse anwuchs. Zur Pause führte der HSC überaus deutlich mit 24:7.

Er wolle zum Start nicht allzu viel ändern, sagte Stevic in seinem ersten Training am Montag. Genügend Zeit für Umwälzungen blieb ohnehin keine, und sie war fürs Erste auch nicht vonnöten. Ein Chênois in dieser Form schlägt ein gehobener NLA-Klub auch ohne taktischen Masterplan, so ehrlich muss man sein.

Am linken Flügel spielte ein 16-Jähriger

Und doch waren im Personalbereich erste minime Anpassungen erkennbar. Diese waren zu Teilen auch im Spielverlauf begründet. So erhielt Nuno Silva auf der Spielmacherposition viel Einsatzzeit, nachdem er unter Misha Kaufmann zuletzt aussen vor geblieben war. Auf dem linken Flügel durfte sich Timothy Reichmuth einige Ruhepausen genehmigen, dafür tobte sich der 16-jährige Nikos Sarlos aus. Überhaupt wechselte Stevic oft und gerne durch. Ein bisschen Erholung kann in Anbetracht des kommenden Programms gewiss nicht schaden.

Gleich im Anschluss an diesen 41:18-Sieg setzte sich der gesamte Tross in den Bus Richtung Osten. Die Destination heisst Krems an der Donau, wo den HSC Suhr Aarau am Samstag ein ungleich schwereres Duell erwartet. Es gilt, gegen die Österreicher einen Zweitorevorsprung zu verteidigen. Das Europacup-Rückspiel wird die erste richtige Prüfung für den neuen Trainer Stevic sein.

Telegramm

Chênois - Suhr Aarau 18:41 (7:24)

Centre Sportif Sous-Moulin. SR Hennig/Meier. 2-Mal 2-Minutenstrafe gegen Chênois, 5-Mal 2-Minutenstrafe gegen Suhr Aarau.
Chênois: Soullier (5 Paraden)/Panchaud (1); Strelnikov (4 Tore), Sonzogni, Bouilloux (3), Muresan (2), Isanchuk, Ouedraogo (2), Kerboua (1), David, Poret (3), Chardon 2), Fromaget (1).

Suhr Aarau: Scheidiger (10 Paraden)/Durica (9); Sarlos (2 Tore), Reichmuth (3), Hofer (4), Zehnder (10), Ferraz (5), Silva, Attenhofer (5), Aufdenblatten (4), Parkhomenko (1), Pejkovic (3), Laube (1), Muggli (1), Strebel, Slaninka (2).

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