NLA-Handball
Kein Spiel für Torhüter: Der HSC Suhr Aarau gewinnt ein Offensivspektakel in St. Gallen

Mit einem 37:32 setzt sich der HSC auswärts bei St. Otmar durch. Die vielen Tore freuten die Zuschauer, aber ärgerten die Goalies. Die HSC-Torhüter zogen einen schwachen Abend ein.

Frederic Härri aus St. Gallen
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Es war nicht der Abend von Leonard Grazioli und seinem Goalie-Kollegen Marin Durica.

Es war nicht der Abend von Leonard Grazioli und seinem Goalie-Kollegen Marin Durica.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Das erste Geheimnis wurde vor Spielbeginn gelüftet: Jannis Scheidiger schaffte es nicht auf die ­Kaderliste gegen St. Otmar St. Gallen. Das hatte nicht mit ­seinen Leistungen zu tun, sondern damit, dass der junge Goalie wegen Verpflichtungen im Schweizer Militär zuletzt nicht mittrainieren konnte. Im Tor startete Leonard Grazioli.

Dieser fügte sich mit zwei Paraden zu Beginn gut ein. In der Folge wechselten sich Glück und Pech aber immer häufiger ab. Der Ball rutschte Grazioli über die Handfläche, er sprang via Rücken ins Tor oder er erwischte ihn schlicht und einfach auf dem falschen Fuss. Nach 20 Minuten ging Grazioli ein erstes Mal auf die Bank, für ihn kam Marin Durica in die Partie. Dieser agierte noch unglücklicher: Im ganzen Spiel liess sich Durica keine einzige Parade notieren.

Nein, es war kein Spiel für die Torhüter. Auch die Quote von St. Otmars Goalie Aurel Bringolf las sich äusserst bescheiden. Was die Schlussmänner ärgerte, freute die Zuschauer. Sie bekamen Tore zu sehen – und davon reichlich. Zur Pause führte der HSC mit dem sehr ungewöhnlichen Skore von 20:16. Schwer zu sagen, wann es das gegen einen Gegner von gehobener Klasse das letzte Mal gab.

St. Otmar St. Gallen aber, das muss auch gesagt werden, ist derzeit ausser Form. Die vier letzten vier Spiele gingen verloren, und auch dieses Mal gingen die St. Galler geschlagen vom Platz. Gewiss kombinierte sich der HSC flott und stilsicher zu seinen Treffern, doch leistete die gegnerische Abwehr nur sehr spärliche Gegenwehr. An der Seitenlinie rang St. Otmars Trainer Zoltan Cordas wiederholt um Fassung.

In der Offensive brilliert Zehnder erneut

Trotz 37:32-Sieg konnte aber auch HSC-Trainer Aleksandar Stevic nicht restlos zufrieden sein. Dass Grazioli und Durica nur wenig Bälle hielten, lag unter anderem daran, dass die eigene Verteidigung nicht über alle Zweifel erhaben war. Seine Spieler hätten Mühe mit den gegnerischen Kreisanspielen gehabt, merkte Stevic nach dem Match an. «Wir bekommen fünf bis sechs Tore zu viel.»

Letztlich – und das ist die gute Nachricht aus Stevic’ Sicht – hat die Offensive des HSC nie Zweifel über den Ausgang des Spiels aufkommen lassen. «Wir waren von Beginn an spielbestimmend und effektiv. Das hat mir gefallen», sagte Stevic abschliessend.

Zuletzt soll die Leistung Manuel Zehnders nicht unerwähnt bleiben. Dem HSC-Spielmacher gelangen 14 Treffer. Er machte also da weiter, wo er in der Schweizer Nationalmannschaft (23 Tore in drei Spielen) aufgehört hat: Er warf Tore. Und zwar reichlich.

Telegramm

St. Otmar - Suhr Aarau 32:37 (16:20)

Sporthalle Kreuzbleiche. 600 Zuschauer. SR Brunner/Salah. 1 Zeitstrafe gegen St. Otmar, 2 Zeitstrafen gegen Suhr Aarau.

St. Otmar: Bringolf (4 Paraden)/Perazic (4 Paraden, 1 Tor); Hörler, Fricker (2 Tore), Gwerder (3), Pendic (8), Wüstner (1), Geisser (3), Jurilj (7), Haas, Kaiser (1), Gangl (1), Maros (5).

Suhr Aarau: Grazioli (7 Paraden), Durica; Willecke, Sarlos (1 Tor), Reichmuth (4), Hofer (1), Zehnder (14), Ferraz (4), Attenhofer (5), Silva, Parkhomenko, Pejkovic, Laube, Muggli (4), Strebel, Slaninka (4).

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