NLA-Handball
«Noch nie eine solche Vorbereitung erlebt»: Beim HSC Suhr Aarau fehlt derzeit eine ganze Mannschaft im Training

Der HSC Suhr Aarau beklagt in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit mehrere Verletzte und Abwesende. Dabei steht das erste Saisonhighlight schon bald an. Der Trainer will das Beste aus der Situation machen.

Frederic Härri
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Einer der Abwesenden: Spielmacher Sergio Muggli fällt wegen einer Verletzung drei bis sechs Wochen aus.

Einer der Abwesenden: Spielmacher Sergio Muggli fällt wegen einer Verletzung drei bis sechs Wochen aus.

Marc Schumacher / freshfocus

Daniel Parkhomenko liegt auf dem Hallenboden der Hofstattmatten in Suhr und dehnt die Gliedmassen. Nebenan radelt Lukas Laube auf einem Ergometer, dahinter wird der Körper von Manuel Zehnder von Physiotherapeuten gepflegt. Die drei verletzten Spieler des HSC Suhr Aarau können derzeit nur zusehen, wenn ihre Teamkollegen trainieren. Und sie sind nicht die Einzigen, die fehlen.

Neben Parkhomenko, Laube und Zehnder plagt sich auch Sergio Muggli mit einer Blessur herum. Der 28-Jährige hat sich in der vorherigen Woche einen Teilabriss der Sehne zugezogen und wird voraussichtlich drei bis sechs Wochen ausfallen. Bei Laube (Aufbauarbeit nach Knieverletzung) und Zehnder (Hüftoperation) wird die Rückkehr im Frühherbst erwartet, Parkhomenko, der wegen leichteren Beschwerden aussetzen muss, kann wohl früher wieder mittun. Derzeit ebenfalls abwesend sind Gian Attenhofer, Joël Willecke und João Ferraz. Attenhofer und Willecke waren kürzlich auf ­Länderspielreise mit der U19-Nationalmannschaft, Olym­pionike Ferraz weilt noch in den Ferien. Immerhin: Die drei kehren in dieser Woche in den Trainingsbetrieb zurück.

Misha Kaufmann (rechts, neben Tim Aufdenblatten) muss im Training improvisieren.

Misha Kaufmann (rechts, neben Tim Aufdenblatten) muss im Training improvisieren.

Alexander Wagner / FOTO Wagner

Zählt man den angeschlagenen Onelio Gomboso und den rekonvaleszenten Torhüter Dragan Marjanac dazu, macht das neun Absenzen. Im Grunde fehlte HSC-Trainer Misha Kaufmann in den letzten Tagen also eine ganze Handballmannschaft plus Auswechselspieler. «Eine solche Vorbereitung habe ich noch nie erlebt», sagt Kaufmann, der die Situation aber keineswegs mit Verdruss annimmt, sondern ihr vielmehr mit nüchterner Kenntnisnahme begegnet. Improvisation gehört für den 37-Jährigen zum Job.

Nächste Woche wird bereits um den ersten Titel gespielt

In Anbetracht der kommenden Aufgaben dürfte die lange Abwesenheitsliste für den HSC Suhr Aarau jedoch zur Unzeit kommen. An diesem Wochenende steht der Axpo Cup (siehe Box) auf dem Programm, nächste Woche wird im Supercup gegen Pfadi Winterthur um den ersten offiziellen Titel der neuen Saison gespielt, und in rund zwei Wochen startet man gegen Aufsteiger Chênois Genève in die Meisterschaft.

Es geht Schlag auf Schlag für die Mannschaft, die sich vergangene Woche eben noch im Trainingslager in Deutschland befand. Die Reise ins bayerische Grosswallstadt traten einige Juniorenspieler mit an; 16- bis 17-jährige junge Leute, die den Kader ein wenig ausstaffierten. Ohne viele Stammspieler gab es zwei knappe Niederlagen gegen den TV Grosswallstadt und einen deutschen Drittligisten, gegen den ukrainischen Spitzenklub Saporoschje gelang ein überraschender Sieg.

Die Resultate haben Misha Kaufmann zuversichtlich gestimmt, besonders angesichts der Tatsache, dass ihm in den Trainings bisweilen nicht einmal zehn Spieler zur Verfügung standen. Kaufmann hat in Kleingruppen üben lassen und Verteidigungsarbeit einstudiert, daneben hat er auch der Arbeit im mentalen Bereich viel Platz eingeräumt. Etwas anderes blieb dem Coach nicht übrig, wenn an handballerische Abläufe und Spielsituationen mit sechs gegen sechs Spielern nicht zu denken war. Improvisation eben.

Die Frage, ob die Ernstkämpfe in Supercup und Meisterschaft für den HSC in der derzeitigen Lage nicht zu früh kämen, verneint Kaufmann. «Ich zelebriere jedes Spiel», sagt er. «Ganz egal, wann es auf dem Spielplan steht.»

Handball Endingen veranstaltet den Axpo Cup

Diesen Freitag und Samstag findet im GoEasy in Station Siggenthal der Axpo Cup statt. Veranstaltet wird das Turnier von Handball Endingen, das in den letzten Jahren bereits mehrfach internationale Vorbereitungsturniere auf die Beine gestellt hatte. Die Endinger eröffnen den Axpo Cup am Freitag um 18.15 Uhr gegen die Südtiroler vom SSV Brixen. Im Anschluss spielt der HSC Suhr Aarau gegen GC Amicitia Zürich. Am Samstag finden ab 17 Uhr die Finalspiele statt. Ein Ein-Tages-Ticket für Erwachsene kostet 10 Franken, beide Tage kosten 15 Franken. Schüler, Lehrlinge und Studenten sind vergünstigt. In der Halle gilt eine Maskenpflicht.

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