Argovia Stars
«Off-Ice Skills Center»: Eine neue Hoffnung für das Aargauer Eishockey

Mit einer Trainingsanlage in Niederlenz will Argovia-Stars-Klubpräsident Markus Alonso die Bedingungen für Hockeyspieler im Kanton Aargau verbessern und nebenbei auch den eigenen Nachwuchs nachhaltig ambitionierter aufbauen.

Nik Dömer
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Das Skill Center soll ab März in Niederlenz trainingsbereit sein.

Das Skill Center soll ab März in Niederlenz trainingsbereit sein.

zvg

Zwischen den Eishockey-Hochburgen Zürich und Bern wirkt der Kanton Aargau im Vergleich schon länger wie Ödland. Talentierte Spieler wandern dem grössten Verein – den Argovia Stars – regelmässig ab. Präsident Markus Alonso möchte diesem Geschehen sobald wie möglich ein Ende setzen und hat dazu das Projekt «Off-Ice Skills Center» ins Leben gerufen.

Das Fanionteam der Argovia Stars ist es derzeit so erfolgreich wie schon lange nicht mehr.

Das Fanionteam der Argovia Stars ist es derzeit so erfolgreich wie schon lange nicht mehr.

Severin Bigler

Auch wenn es der 1. Mannschaft der Argovia Stars gerade sportlich so erfolgreich wie lange nicht mehr läuft, darf man sich von den Resultaten in der 1. Liga nicht blenden lassen: Bei den Stars muss die Infrastruktur für über 170 Junioren verbessert werden. Nicht zuletzt, weil sich in dieser Saison 120 Kinder in der Eishockeyschule angemeldet haben. So viele wie noch nie.

Markus Alonso beschäftigt sich schon länger mit diesem Problem. Gemeinsam mit dem Vorstand hat er sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 wieder Junioren-Teams auf der zweithöchsten Stufe «Top» stellen zu können. «Ambitionierte ­Junioren der Argovia Stars mit Elite-Level wechseln nach Zug, weil sie dort auf höherem Niveau spielen können. Für den Breitensport und Ambitions ­Level wollen wir die erste Anlaufstelle sein. Darauf muss sich der Verein vorbereiten, sonst können wir keine Fortschritte machen.»

Der Sohn trainierte in der Garage auf synthetischem Eis

Der Grundstein, um die eigene Juniorenarbeit zu verbessern, will Markus Alonso mit einem Off-Ice Skills Center (OSC) legen. ­«Ursprünglich ist die Idee in meiner Garage entstanden. Mein Sohn feilt dort auf synthetischem Eis an seinen Fähigkeiten. Nebenbei ging ich mit ihm ins Schusstraining, das ebenfalls auf künstlicher Unterlage stattfand. Er profitierte davon enorm, also dachte ich mir, dass es so etwas auch bei uns geben muss.»

Schnell erkannte der Präsident, dass der Bedarf für ein solches Angebot tatsächlich sehr hoch sein könnte: «Wir können bei uns maximal sechs Monate auf dem Eis trainieren. Den Rest verbringen wir Off-Ice in einer Turnhalle oder draussen. Skating, Shooting und Stickhandling leiden darunter enorm, das merkt man unseren Junioren im Spiel an.»

Mit einem Skills Center soll sich dies nun ändern: «Wenn wir durch den Sommer die Möglichkeit erhalten, an Schuss und Stickhandling zu arbeiten, können wir im Winter den Fokus aufs Skating und den Aufbau der Spielabläufe setzen. Das Training würde dadurch effektiver werden.»

So sieht der Trainingsbereich der vollautomatischen Schussanlage aus.

So sieht der Trainingsbereich der vollautomatischen Schussanlage aus.

zvg

Geht es nach dem Präsidenten, sollen jedoch nicht nur ­Junioren vom «OSC» profitieren, sondern auch die Coaches: Generell wollen wir bei den ­Argovia Stars einen roten Faden in unseren Junioren-Abteilungen, mehr Vereinheitlichung. Wir haben sehr viel Kompetenz im Trainer-Staff. Dieses gilt es zu bündeln und durchgängig über alle Stufen hinweg einzubringen.»

Gemäss Alonsos Zeitplan werden bereits im März die ersten Pucks auf der «Rapid Shot»-­Anlage und den 300 Quadratmeter Synthetic Ice in Niederlenz aufs Tor fliegen. Ab April kommen Mannschaftstrainings der Vereine dazu, sofern es die Corona-Situation erlaubt.

Eine Bereicherung für Aargauer Hockeyaner

Nebst der vollautomatischen Schuss- und Trainingsanlage bietet das 738 Quadratmeter grosse OSC, auch ein GYM & Fitnessbereich für das Ein- und Auslaufen. Zudem konnte Alonso mit Kevin Ulrich einen erfahrenen Off-ice Skills Coach als Geschäftsführer engagieren, damit die Spieler optimal betreut werden: «Das OSC soll für alle Vereine aus der Umgebung zugänglich sein. Ergänzt wird das Angebot durch den Academy-Teil, bei dem sich ambitionierte Einzelspieler für persönliche ­Trainingsstunden anmelden können.»

Die Erstausstattung für über 90000 Franken hat Markus Alonso vorerst aus eigenem Sack finanziert. Mittels Crowdfunding-Projekt auf der Seite «I Believe In You» (hier geht es zum Funding) hofft er nun auf Unterstützung: «Ich bin überzeugt, dass das OSC für Aargauer Hockeyaner eine Bereicherung ist und die Trainingsmöglichkeiten massiv verbessern wird. Nicht nur für die Argovia Stars, sondern für alle Spieler aus der Region.