Olympia-Rückblick
«Ich wollte einfach Spass haben und Erfahrungen sammeln für Paris»: Michelle Heimbergs erste Olympia-Teilnahme macht Lust auf mehr

Die Wasserspringerin Michelle Heimberg aus Fislisbach hat bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme Schweizer Geschichte geschrieben. Nun blickt sie bereits auf Paris 2024.

Nicolas Blust
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Michelle Heimberg qualifizierte sich vom Drei-Meter-Brett für den Final und schrieb damit Schweizer Olympia-Geschichte.

Michelle Heimberg qualifizierte sich vom Drei-Meter-Brett für den Final und schrieb damit Schweizer Olympia-Geschichte.

Dmitri Lovetsky/AP

Für jeden Sportler ist es der grosse Traum, sein Land an den Olympischen Spielen vertreten zu dürfen. Michelle Heimberg aus Fislisbach konnte sich diesen Traum bereits mit 21 Jahren erfüllen und schrieb dabei sogar Geschichte. So erlebte sie ihre erste Olympia-Teilnahme.

Die Olympischen Sommerspiele 2021 in Tokio sind gezeichnet vom Coronavirus. Fast täglich Tests, ein isoliertes Olympisches Dorf und keine Zuschauer an den Wettkämpfen. Kommt dabei überhaupt so etwas wie Olympia-Stimmung auf? Die Athletinnen und Athleten müssen es nehmen, wie es kommt.

«Alle waren glücklich, dass die Spiele überhaupt stattfinden konnten.»

Zudem sei die Stimmung im Schweizer Team sehr gut gewesen: «Die Stimmung im Dorf war sehr gut, vor allem im Schweizer Team.» Gross Kontakt zu Sportlern anderer Nationen gab es jedoch kaum. «Ein Austausch mit anderen Athleten fand nicht wirklich statt», sagt Heimberg.

Anrufe in die Schweiz sorgten für Ablenkung

Da kann es schon einmal langweilig werden zwischen den Wettkämpfen. Doch die wettkampffreie Zeit konnte die Fislisbacherin gut überbrücken:

«Ich konnte mit Freunden und meiner Familie per Facetime kommunizieren. Dieser Kontakt war wichtig und half mir auch, mich vom Sport abzulenken.»

Gleichwohl fand es die Wasserspringerin schade, dass ihre engsten Freunde und Verwandten sie nicht vor Ort anfeuern konnten. «Es war sicher schade, dass meine Familie und meine Freunde nicht zuschauen konnten. Sie haben mir gesagt, wenn ich es an die Olympischen Spiele schaffe, kommen sie mit, um mich zu unterstützen», sagt Heimberg.

Trotz fehlender Unterstützung vor Ort lieferte die 21-Jährige sportlich ab. Nach der gelungenen Qualifikation legte sie im Halbfinal während ihrer fünf Sprünge einen Steigerungslauf hin und verbesserte sich Platz für Platz. Am Ende rutschte sie als Zwölfte gerade noch so als letzte Springerin in den Final hinein. «Ich war sehr zufrieden, dass ich den Halbfinal erreichen konnte. Vor der Abreise war das mein erklärtes Ziel», sagt die Fislisbacherin.

Erste Finalteilnahme für die Schweiz im Wasserspringen

Dass es aber gleich bei ihrer ersten Teilnahme für den Final und Platz elf gereicht hat, hätte Michelle Heimberg nicht erwartet. Damit schrieb sie nämlich Geschichte. Als erste Schweizer Wasserspringer/in überhaupt schaffte sie den Finaleinzug im Einzelbrett. Im Final angekommen, wollte Heimberg vor allem die Atmosphäre geniessen:

«Ich ging mit dem Gedanken in den Final, dass ich nichts zu verlieren habe. Ich wollte einfach Spass haben und Erfahrungen sammeln für Paris.»

Damit gibt Michelle Heimberg bereits die Zielsetzung für die kommenden drei Jahre vor. Die erste Olympia-Teilnahme soll nämlich nicht die letzte in ihrer Karriere bleiben. Bereits in drei Jahren will Heimberg das nächste Kapitel ihrer erfolgreichen Olympia-Geschichte schreiben. Die Vorfreude ist bereits jetzt da und ist durch die erste Olympia-Teilnahme noch einmal stark gestiegen: «Ich freue mich jetzt schon auf Paris. Ich hoffe, diese Spiele finden dann wieder im normalen Rahmen statt.» Und dann können hoffentlich auch ihre Liebsten mit dabei sein. Der Weg nach Paris ist dann auch deutlich kürzer als jener in die japanische Hauptstadt.

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