NLA-Handball

Portugiese João Ferraz kehrt nach der EM glücklich zum HSC zurück: «Unsere Leistung wurde in der Heimat wahrgenommen»

HSC-Linkshänder João Ferraz überraschte mit Portugal an der EM.

HSC-Linkshänder João Ferraz überraschte mit Portugal an der EM.

João Ferraz überraschte mit Portugal an der Handball-EM mit Schlussrang 6. Der 30-jährige Linkshänder kehrt zwar müde, aber mit vielen positiven Eindrücken und viel Selbstvertrauen im Gepäck zum HSC Suhr Aarau zurück.

Im Leben des João Ferraz geht seit Beginn des Jahres 2020, vor allem aber in den vergangenen Tagen, alles Schlag auf Schlag. Am Samstag das Spiel um Platz 5 an der EM, am frühen Montagmorgen der Flug nach Lissabon und am späten Dienstagabend die Rückkehr aus der Heimat Portugal in die Schweiz.

«Das waren brutal harte Tage und Wochen. Ich bin sehr müde», sagt der Linkshänder, der zwei Tage vor EM-Start seinen 30. Geburtstag gefeiert hat.

Zeit zur Erholung hat er seither kaum mehr gefunden und trotzdem ist er bereit: «Mein Fokus gilt ab sofort wieder dem HSC. Ich bin hier, um meinem Team zu helfen – auch wenn ich müde bin», betont Ferraz (siehe Box unten).

Acht Partien innert fünfzehn Tagen hat er an der EM für das überraschende Nationalteam Portugals bestritten. Der Lohn für dieses Mammutprogramm: vier Siege, vier Niederlagen – die letzte im Spiel um Platz 5 gegen Deutschland (27:29) –, 20 persönliche Treffer und eine durchschnittliche Einsatzzeit von 22:30 Minuten pro Partie.

Ferraz und Co. schafften Historisches

Portugal, das wie die Schweiz heuer erstmals seit 14 Jahren wieder an einer EM teilgenommen hat, schaffte mit dem sechsten Schlussrang Historisches: Nie zuvor war die nationale Handball-Auswahl bei einem internationalen Grossanlass besser klassiert gewesen.

Und das blieb auch im Land von Cristiano Ronaldo und Luis Figo nicht unbemerkt: «Wir wurden bei unserer Rückkehr in Lissabon von zahlreichen Fans empfangen. Unser Volk liebt den Fussball, aber unsere Leistung wurde wahrgenommen. Das zu spüren war wunderbar», sagt Ferraz.

HSC-Linkshänder João Ferraz (l.) überzeugte an der EM im portugiesischen Trikot mit 20 Treffern.

HSC-Linkshänder João Ferraz (l.) überzeugte an der EM im portugiesischen Trikot mit 20 Treffern.

Das haben sich der Rückraumspieler, der mittlerweile zusammen mit seiner Frau und dem gut zehn Monate alten Sohn in Oberentfelden wohnt, verdient. Unter anderem mussten die mehrfachen Welt- und Europameister Frankreich und Schweden, als Co-Gastgeber sogar noch mit Heimvorteil, gegen die Portugiesen Federn lassen.

«Das war ein grossartiges Turnier von uns. Wir haben gezeigt, dass wir guten Handball spielen können», sagt Ferraz mit deutlich hörbarem Stolz in seiner Stimme.

Interesse an Ferraz ist gross, der HSC in Pole-Position

Der starke Auftritt von Ferraz an der EM-Endrunde ist natürlich in der Handballszene auch ausserhalb des Aargaus nicht unbemerkt geblieben. So sollen sowohl der Schweizer Ligakrösus Kadetten Schaffhausen als auch Bundesligaklub VfL Gummersbach ihr Interesse an einer Verpflichtung des Portugiesen kundgetan haben.

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Dem Vernehmen nach sieht es aber offenbar danach aus, dass Ferraz dem HSC erhalten bleiben dürfte. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass ihn die Aargauer nach Ablauf der Ausleihe von Wetzlar fix übernehmen und längerfristig binden.

Für den Rückraumspieler selber steht nun aber erst einmal die Rückkehr in den Ligaalltag mit dem HSC Suhr Aarau an. Mit dem Cupfinal am 15. März, den NLA-Playoffs ab Anfang April und dem Olympia-Qualifikationsturnier Mitte April mit Portugal jagen sich die Höhepunkte für Ferraz im Jahr 2020 auch in den kommenden Wochen und Monaten.

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