Möhlin

Radball-Weltcupfinal: Wenn sich die Lokalmatadoren mit der Weltelite messen

Der 42-jährige Stefan Lützelschwab will es beim Weltcupfinal noch einmal wissen.

Der 42-jährige Stefan Lützelschwab will es beim Weltcupfinal noch einmal wissen.

Stefan Lützelschwab und Nick Metzger stehen vor dem Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn: Am Samstag dürfen sich die Radballer aus der Nationalliga B am Weltcupfinal in Möhlin mit den besten Teams der Welt messen. Geplant war die Teilnahme in dieser Zusammensetzung allerdings nicht.

Stellen Sie sich vor, Sie spielen Fussball bei einem Spitzenclub in der Nationalliga B und dürfen plötzlich in der Champions League mitspielen. Unvorstellbar? Eigentlich schon. Doch genau das erleben Stefan Lützelschwab und Nick Metzger am kommenden Samstag. Die beiden Radballer aus Möhlin, die für den VRC Möhlin in der Nationalliga B antreten, spielen beim Weltcupfinale mit. 

Doch wie kommt es, dass das Duo Lützelschwab/Metzger sich plötzlich mit der Weltelite messen darf? Grund dafür ist die Tatsache, dass der VRC Möhlin den Weltcupfinal in der Steinlihalle organisiert. «Neben den besten acht Teams der Welt, die sich via Weltcup-Turniere für den Weltcupfinal qualifizieren können, darf auch ein Team aus Asien teilnehmen und ein Team erhält eine Wild Card vom Veranstalter. Und dieses Team sind wir», erklärt Stefan Lützelschwab. 

Beim Duo Stefan Lützelschwab und Nick Metzger wollen beim Weltcup die Rolle des Spielverderbers einnehmen.

Beim Duo Stefan Lützelschwab und Nick Metzger wollen beim Weltcup die Rolle des Spielverderbers einnehmen.

Harziger Start

Der 42-Jährige ist ein alter Hase im Radballsport. 13 Jahre lang spielte er mit seinem früheren Partner Renato Bianco in der Nationalliga A. Eigentlich hätte der Weltcupfinal in Möhlin das Abschiedsturnier von Lützelschwab und Bianco sein sollen. Doch es kam anders.

Bianco verletzte sich während der letzten Saison und musste seine Karriere vorzeitig beenden. Lützelschwab musste sich also auf die Suche nach einem neuen Partner machen. Und wurde in der Person von Nick Metzger fündig. 

Der 24-Jährige, der durch seine Familie schon als Kind zum Radballsport gefunden hatte, war damals mit seinem Partner eben erst in die Nationalliga B aufgestiegen und schnupperte an der Seite von Lützelschwab erstmals NLA-Luft. «In den ersten Partien, in denen ich ausgeholfen habe, haben wir jeweils deutlich verloren», blickt Metzger zurück. «Im Radball ist es entscheidend, dass man sich auf dem Spielfeld blind versteht. Bis das aber soweit ist, dauert es eine Weile. Selbst heute klappt noch nicht alles perfekt.»

So kam es, dass Lützelschwab und Metzger zum Ende der Saison in die Nationalliga B abgestiegen sind und nun in der zweithöchsten Spielklasse antreten.  

Spieler und Organisator

Der Weltcupfinal in der Heimat ist für die beiden Radballer ganz klar der Höhepunkt ihrer bisherigen Laufbahn. Entsprechend gross ist die Vorfreude. Aber natürlich auch der Respekt. «Wir spielen ausschliesslich gegen Weltklasse-Teams. Da haben wir einerseits nichts zu verlieren und können frei aufspielen. Aber andererseits wollen wir aber auch keine hohe Niederlage kassieren», sagt Metzger. Sein Teamkollege ergänzt: «Wir wollen uns gut wie möglich verkaufen und wenns geht, die Rolle des Spielverderbers einnehmen.»

Bevor sich die beiden Lokalmatadoren voll und ganz auf ihren Einsatz am Weltcupfinale konzentrieren können, steht noch einiges auf dem Programm.

Vor allem für Stefan Lützelschwab, denn er ist am Weltcupfinal nicht nur Spieler, sondern auch noch OK-Mitglied und Bauchef. Am Freitag wird er mit seinem Team die Spielfläche verlegen, auf der gespielt wird, sowie die restliche Infrastruktur aufbauen. «Ich hoffe, das dauert nicht bis nachts um elf», sagt er lachend. «Es ist schon eine spezielle Situation, dass ich an diesem Event zugleich Spieler und Mitorganisator bin. Aber ich habe ein gutes Team, das mich unterstützt, damit ich mich am Spieltag ganz auf den Sport konzentrieren kann.»

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