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«Eine Platzierung unter den besten sechs Teams muss möglich sein»: Neuer Trainer will mit Red Lions Meilenstein erreichen

Vom Spieler zum Trainer: Michael Niederöst heisst der Nachfolger von Raphael Zahner. Der ehemalige Spieler der Red Lions will in Reinach die erfolgreiche Arbeit von seinem Vorgänger fortführen und in der kommenden Spielzeit einen Playoff-Platz anvisieren.

Nik Dömer
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Vom Spieler zum Trainer: Michael Nideröst wird neuer Coach der Red Lions Reinach.

Vom Spieler zum Trainer: Michael Nideröst wird neuer Coach der Red Lions Reinach.

Bild: Thomas Huber

Es besteht kein Zweifel, der Abgang von Raphael Zahner wird in Reinach Spuren hinterlassen. Der Trainer aus Rapperswil hat den Red Lions ein neues, ambitioniertes Gesicht gegeben und den Klub in sportlich ruhige Gewässer geführt. Nun übernimmt einer seiner Spieler das Zepter: Michael Nideröst. Eine aussergewöhnliche Entscheidung, denn der 34-jährige Oberarther ist als Coach noch ein unbeschriebenes Blatt.

Raphael Zahner verlässt die Red Lions nach zwei Saisons in Richtung Luzern.

Raphael Zahner verlässt die Red Lions nach zwei Saisons in Richtung Luzern.

Bild: Andy Müller

Es ist wahrlich nicht die beste Zeit für einen Trainerwechsel. Aufgrund der verlängerten Coronamassnahmen finden in der 1. Liga weiterhin keine Trainings statt. Die Saison wurde inzwischen abgebrochen. Es bleibt den Teams lediglich die Möglichkeit, via Gruppenchats oder Video-Anruf im Austausch zu bleiben.

Die Red Lions wurden vom Vorstand per Video-Anruf über den neuen Coach informiert.

Die Red Lions wurden vom Vorstand per Video-Anruf über den neuen Coach informiert.

Bild: Andy Müller

Entsprechend stehen bei der Übernahme von Michael Nideröst bei den Red Lions Fragezeichen im Raum: Wie wird das Team den Entscheid aufnehmen, dass ihr ehemaliger Mitspieler plötzlich das Sagen hat? Wann darf er als offizieller Headcoach das erste Training leiten? Und hat Nideröst überhaupt das Zeug dazu, um in die grossen Fussstapfen zu treten, die ihm Raphael Zahner hinterlassen hat?

Trainer-Diplome müssen noch absolviert werden

Auch wenn der neue Coach noch keine Antworten auf diese Fragen hat, versucht er die Sache so gelassen wie eben möglich anzugehen: «Ich bin zum Glück nicht so der nervöse Typ. Druck hatte ich auch als Spieler immer gern. Aber wer weiss, vielleicht kommt das ja noch.»

Michael Niederöst möchte die Red Lions unter den Top 6 der Liga etablieren.

Michael Niederöst möchte die Red Lions unter den Top 6 der Liga etablieren.

Bild: Red Lions

Nideröst, der 2019 von seinem Kollegen Simon Schnyder nach Reinach gelockt wurde, hatte zu Beginn der Saison keineswegs damit gerechnet, dass er 2021 plötzlich als Coach an der Bande steht. «Ich hätte gern noch eine Abschiedssaison absolviert. Aber als ich dann gehört habe, dass unser Trainer den Verein verlässt, wollte ich die Chance nützen und mich ins Spiel bringen.»

Dass ihm die Red Lions nun tatsächlich das Vertrauen geschenkt haben, hätte ihn auch ein wenig überrascht. Zumal der Innerschweizer, der seine Karriere mehrheitlich beim EHC Seewen verbrachte, bisher kaum Coaching-Erfahrung vorzuweisen hat: «Ich werde die entsprechenden Diplome während der Saison absolvieren müssen, bisher konnte ich nur in der 3. Liga etwas Erfahrung sammeln.»

«Platz unter den besten sechs Teams muss möglich sein»

Dennoch geht Nideröst zuversichtlich an seine neue Arbeit: «Ich bin mir schon bewusst, dass die Erwartungen gross sind. Wir wollten diese Saison eigentlich die Playoffs erreichen. Dieses Ziel werde ich mir auch für meine kommende Spielzeit setzen. Mit unserer Offensiv-Power muss eine Platzierung unter den besten sechs Teams in der Liga möglich sein.»

Die Kaderplanung für die kommende Saison ist bei den Red Lions praktisch abgeschlossen.

Die Kaderplanung für die kommende Saison ist bei den Red Lions praktisch abgeschlossen.

Bild: Andy Müller

Nebenbei erhält Nideröst auch noch etwas Starthilfe von seinem Vorgänger. Die Kaderplanung für die Saison 2021/2022 ist praktisch abgeschlossen. Der neue Trainer muss sich entsprechend nicht mehr um Mutationen kümmern. «Dass wir unser Team halten können, spielt mir sicher in die Karten. Ich kenne die Jungs und spüre den Puls der Mannschaft. Ich kann auf jeden eingehen und hoffe, dass ich so das Maximum aus jedem Spieler herausholen kann.»

Keine Frage, Nideröst brennt für seine neue Herausforderung. «Das Projekt Reinach fasziniert mich. Was hier aufgebaut wird, ist für Amateurstufe wirklich einzigartig. Hier habe ich als Spieler Komfort erlebt, den ich sonst nirgends erhalten habe. Da möchte ich nun auch etwas zurückgeben. Entsprechend reizt mich die Aufgabe sehr, die Red Lions weiterzubringen.»

Gäbe es da nur noch die Frage zu klären, wann Nideröst endlich loslegen kann. Offiziell neuer Trainer ist er ab 1. Mai. Bis dahin möchte er auf jeden Fall noch auf seinen erfolgreichen Vorgänger zugehen: «Ich werde bestimmt noch auf meinen alten Coach zugehen und noch ein paar Tipps einholen.»

Eigentlich hätte sich Nideröst gerne an Zahners Seite an die Headcoach-Aufgabe herangetastet: «Er hat hier wirklich eine sehr tolle Arbeit geleistet, von der ich mir einiges abschauen kann. Aber wer weiss, vielleicht ist es ja jetzt gerade richtig, dass ich nun ins kalte Wasser gestossen werde.»

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