Renato Steffen

Aargauer Fussballprofi über Situation in der Bundesliga: «Das Leben in den letzten zehn Wochen war eintönig»

Steffen jubelt nach seinem Kopfballtreffer gegen Augsburg.

Steffen jubelt nach seinem Kopfballtreffer gegen Augsburg.

Für Renato Steffen aus Erlinsbach AG ist mit dem Bundesliga-Start ein Stück Normalität zurückgekehrt. Nun äussert sich der Nationalspieler gegenüber «aargauersport.ch» im Video-Gespräch über die besonderen Verhältnisse während der Coronakrise, seine aktuelle Form, seine turbulente Vergangenheit und sein Traum, für die Schweiz einmal an einem grossen Turnier aufzulaufen.

Die Karriere von Renato Steffen aus Erlinsbach AG ist eine Karriere mit vielen Umwegen. Im Nachwuchs des FC Aarau wurde er dereinst aussortiert. «Das war ein Knacks für mich und ich überlegte mir sogar, ob ich mit dem Fussball aufhören soll», sagt er rückblickend.

 

Doch Renato Steffen bewies schon früh seine Kämpferqualitäten. Via SC Schöftland und FC Solothurn erkämpfte er sich einen Platz in der Super League beim FC Thun. Von dort gings weiter zu YB, ehe der heftig diskutierte und emotionale Wechsel zum FC Basel erfolgte.

Der schwierige Wechsel von YB zu Basel

Angesprochen auf diese Zeit sagt er: «Das war nicht einfach. Es wurde sehr viel über mich geschrieben und ich wurde auch persönlich angegriffen. Dass ich jeweils im Stadion von tausenden Leuten ausgepfiffen wurde, hat mich schon sehr mitgenommen am Anfang.

Dieser Transfer sorgte für Diskussionen: Steffen wechselte 2016 von Bern nach Basel.

Dieser Transfer sorgte für Diskussionen: Steffen wechselte 2016 von Bern nach Basel.

Das war schwierig zu verarbeiten in meinem Alter. In dieser Phase haben mir die Gespräche mit meiner Familie sehr geholfen.» Trotz der Schwierigen Situation hat Steffen genau daraus auch Energie schöpfen können. «Wenn meine grössten Kritiker am Ende sagten‚ ich mag ihn immer noch nicht, aber es ist schade, dass er geht‘ – dann habe ich mein Ziel erreicht.»

Renato Steffen ist für seine Kämpferqualitäten bekannt.

Renato Steffen ist für seine Kämpferqualitäten bekannt.

Vom Rheinknie gings für Steffen weiter in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg, wo er seit fast zweieinhalb Jahren unter Vertrag steht. Und aktuell läuft es ihm hervorragend. In neun Rückrundenspielen hat er fünf Tore erzielt. Auch im ersten Spiel nach der Coronakrise in Augsburg hat er getroffen. «Mein Selbstvertrauen ist durch die Einsätze, die ich bekommen habe, gestiegen. So habe ich meine Unbekümmertheit von früher wiedererlangt und spiele derzeit, ohne gross zu studieren», verrät er sein Erfolgsrezept.

Renato Steffen (Mitte) erzielte in Augsburg bereits seinen fünften Treffer in der Bundesliga-Rückrunde

Renato Steffen (Mitte) erzielte in Augsburg bereits seinen fünften Treffer in der Bundesliga-Rückrunde

Das Leben in der Coronakrise

Im Interview berichtet Renato Steffen auch von den besonderen Umständen in den letzten Wochen. «Das Leben war in den letzten zehn Wochen eintönig. Es bestand eigentlich nur aus Training, Schlafen und Essen», so Steffen, der immerhin die Zeit mit der Familie geniessen konnte. Im Gespräch verrät er auch, wie er das erste Geisterspiel am vergangenen Wochenende gegen Augsburg erlebt hat, wie sein Alltag derzeit aussieht und welche Ziele er mit der Nationalmannschaft verfolgt.

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