Kickboxen
Rocco Cipriano: «Es ist eine Gala und kein Comeback»

«Nein, es ist definitiv kein Comeback», sagt Rocco Cipriano gleich zu Beginn des Interviews. Am Samstag tritt der bald 44-Jährige zu Hause in Wohlen gegen den amtierenden Schweizer Meister im Fullcontact Kickboxen an.

Tania Lienhard
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Rocco Cipriano im Jahr 2007 nach dem «Kampf seines Lebens». Wagner

Rocco Cipriano im Jahr 2007 nach dem «Kampf seines Lebens». Wagner

«Labinot Haliti ist die unbestrittene Nummer eins in der Schweiz», sagt Cipriano. Der Kampf wird als Showkampf im Rahmen der Schweizer Meisterschaftsrunde ausgetragen, welche vom Kickboxclub Wohlen organisiert wird. Die Wohler Organisatoren haben sich etwas Spezielles einfallen lassen. Ihre eigenen Kickboxer treten am Abend an einer Gala gegen ihre Gegner an. «Dann dürfen sie mit Musik und Rauch auflaufen», freut sich Cipriano.

Auch Showacts werde es geben, wie eben seinen Kampf gegen den Schweizer Meister, bei dem es für Cipriano nicht um Punkte, sondern um die Ehre geht. «Zu einem erneuten Fight in Wohlen konnte ich nicht Nein sagen. Ich habe hier Grossartiges erlebt.» Grossartiges, wie seine gewonnenen WM-Titelkämpfe auf heimischem Boden: 2004 besiegte Cipriano Fatih Kademlioglu und holte sich den WKA-Titel. Drei Jahre später bestritt er seinen Karriere-Abschiedskampf in Wohlen. Er verteidigte im Dezember 2007 im «Kampf seines Lebens» den WAKO-Weltmeistertitel gegen den Kroaten Sinisa Kovacevic.

Emotionen und Stress wieder da

Vor knapp vier Jahren ist der Weltmeister in drei Verbänden also vom Profisport zurückgetreten, bestreitet nur noch national ab und zu Kämpfe. Hat er beim bevorstehenden Kampf gegen den momentan Besten des Landes keine Angst vor einer Niederlage? «Es ist ein Prestigekampf, bei dem wir beide einiges zu verlieren haben», sagt Cipriano. Er ist sich aber sicher, körperlich immer noch mithalten zu können. «Ich habe einige Vorbereitungskämpfe gemacht, weil Trainings allein nicht genügen, um bereit zu sein für Labinot Haliti.»

Mit Herzblut dabei

Wenn Cipriano vom Samstag spricht, denkt er an Emotionen, die wieder da sind. Wie früher. Aber es sind nicht nur positive Emotionen. «Der Stress und die Spannung, die vor vier Jahren mit ein Grund gewesen waren für meinen Rücktritt, machen sich bemerkbar.» Damals war der Aufwand von zwei täglichen Trainings, dem Job und der Familie einfach zu gross. Gesundheitliche Probleme führten schliesslich dazu, dass Cipriano kürzertrat.

Jetzt, vor dem Galakampf in Wohlen, ist der Aargauer wieder angespannt, hat kaum Zeit für sich. «Ich helfe, den Event zu organisieren», sagt Cipriano. Eigentlich habe er nur mit Rat und Tat den Organisatoren zur Seite stehen wollen. «Aber die Wohler Kickboxer sind alle so verrückt und mit Herzblut dabei, da hat es mich wieder gepackt. Solche guten Leute muss man einfach unterstützen.» Deshalb helfe er gerne, um einen gelungenen Event auf die Beine zu stellen.

Dass er nicht nur organisatorisch als Helfer, sondern auch als aktiv Kämpfender keine unwesentliche Rolle für den Erfolg des Events spielt, weiss er. «Wohlen ist mir extrem wichtig. Die Gemeinde und die Lokalzeitungen – und nicht zu vergessen die vielen Fans – haben mich immer unterstützt. Auch deshalb mache ich diesen Kampf.»

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