Kickboxen
Rocco Cipriano ist immer noch Chef im Ring

Kickboxen Bei der Fight Night in Wohlen kehrte Ex-Weltmeister Cipriano vor heimischem Publikum zurück in den Ring. Und der 43-Jährige zeigte allen, wer der wahre Champion ist.

Alexander Wagner
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Rocco Cipriano (links) besiegt Schweizer Meister Labinot Haliti.

Rocco Cipriano (links) besiegt Schweizer Meister Labinot Haliti.

Wagner

Im Dezember 2007 gab Rocco Cipriano seine Abschiedsvorstellung. Doch wer gedacht hatte, der ehemalige Weltmeister geniesse seitdem sein Frührentnerdasein als Spitzensportler, sah sich getäuscht.

Der 43-Jährige ist nach wie vor voll austrainiert. Kein Gramm Fett hat zwischen den Muskeln und der darüber gespannten Haut Platz. In Topform musste Cipriano auch sein, denn für sein Kurzzeit-Comeback hatte er sich gleich ein ordentliches Kaliber als Gegner ausgesucht: Der amtierende Schweizer Meister Labinot Haliti hat seit einem Jahr keinen Kampf mehr verloren. «Ich kenne seine Kampftaktik», meinte Cipriano vor dem Fight optimistisch.

Fäuste, Beine und viel Kopf

Dass er recht behalten sollte, sah man vom ersten Augenblick an. Cipriano war hoch konzentriert, absolut heiss auf den Kampf. Mit feurigem Herzen und kühlem Kopf trat er an. Denn der Ex-Weltmeister überliess seinem Gegner das Kampfdiktat vorerst, wirkte in den ersten Aktionen zurückhaltend und abwartend.

Er machte dabei aber keine Fehler, setzte immer wieder Nadelstiche und liess seine Deckung nie offen. «Ich wollte nicht zu offensiv gegen ihn antreten und mich auch nicht auf seine Spielchen einlassen», erklärte Cipriano. Und genau diesen Kampfplan setzte er um.

K.O. nach 90 Sekunden

In der zweiten Runde war es dann nach knapp 90 Sekunden geschehen. Haliti machte den ersten kleinen Fehler und diesen nutze Cipriano mit seiner riesigen Erfahrung aus: Der Schweizer Meister wollte angreifen, dabei war er zu ungestüm und Rocco, wie ihn alle rufen, sah die kleine Lücke, schlug über die Deckung und schickte seinen Gegner mit einem gezielten Faustschlag ins Land der Träume.

Haliti lag minutenlang benommen am Boden und wurde von einer aufgeregten Betreuerschar umsorgt. Doch zur Erleichterung von Gegner und Publikum in der proppenvollen Bünzmatthalle stand der Schweizer Meister bald wieder und konnte sich selber von den Zuschauern verabschieden. Auch wenn Rocco Cipriano nicht mehr aktiv kämpfen will, hat er am Samstagabend allen und wohl auch ein wenig sich selber bewiesen, dass er immer noch der wahre Chef im Ring ist.

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