Aargauer Fussballverband

Rücktritt oder nicht? AFV-Präsident Hans Aemisegger bricht sein Schweigen

Muss Hans Aemisegger nun zurücktreten?

Muss Hans Aemisegger nun zurücktreten?

Bleibt der unter Beschuss geratene Aargauer Verbandspräsident im Amt oder tritt er zurück? Die Antwort gibt es am Dienstag ab 10.30 Uhr.

Die Einladung des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) an eine Medienkonferenz am Dienstag lässt viele Fragen offen. Klar ist, dass AFV-Präsident Hans Aemisegger vor Ort ist. Aber kommt er allein? Oder ist jemand an seiner Seite? Lassen sich die vier weiteren Vorstandsmitglieder Luigi Ponte, Armando Granzotto, Maurice Besson und Richard Zwicker, blicken? Ponte, Granzotto und Besson werden aller Voraussicht nach nicht erscheinen. Bleibt die heisseste und spannendste Frage: Tritt Aemisegger als Präsident zurück oder bleibt er im Amt?

All diese Fragen werden am Dienstag, ab 10.30 Uhr im Gasthof zum Schützen in Aarau beantwortet. Aemisegger bricht also sein Schweigen und wird sich zu den Vorwürfen der Vetterliwirtschaft, des diktatorischen Führungsstils und des Verursachens der Kündigungen der drei angesehenen Geschäftsstellen-Mitarbeiter Hannes Hurter, Jonas Manouk und Marc Grütter äussern.

Und er dürfte auch eine Stellungnahme zum umstrittenen Abgang seines früheren Freundes Jürg Widmer als Projektleiter von «Kicker Talents» abgeben. Aemisegger und Widmer haben im vergangenen Jahr das Nachwuchsprojekt aus der Taufe gehoben und lanciert. Nach Meinungsverschiedenheiten und einem Kompetenzgerangel kam es zwischen den beiden Alphatieren zu Streitereien – und zur Trennung!

Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich Aemisegger während der Medienkonferenz verhalten wird. Geht der Architekt aus Unterkulm in die Offensive? Setzt er sogar zu einem Rundumschlag an? Oder gibt er sich reumütig und schlüpft in eine Opferrolle? Schwierig zu sagen!

«Hans Aemisegger ist eine Wundertüte», sagt ein jahrelanger Weggefährte, der seinen Namen in der «Aargauer Zeitung» nicht lesen will. «Zum Wohl des AFV wäre es am besten, wenn er zurücktreten würde. Er würde dem Verband und vor allem sich selbst eine Schlammschlacht ersparen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!»

Übermut vor dem Fall?

Über eines muss sich Aemisegger im Klaren sein: Den tiefen Fall vom AFV-Strahlemann zum grossen Verlierer hat er verursacht. Das Chaos um den Verband und um seine Person hat er zu verantworten. Nach seiner Wahl 2011 startete er durch und setzte sich ein Jahr später mit der Einführung der Nacht des Aargauer Fussballs zum Wohl der Funktionäre aller 85 Aargauer Vereine ein kleines Denkmal.

Doch während seines Höhenflugs als Präsident wurde Aemisegger übermütig und selbstherrlich. Er bekam je länger, je mehr das Gefühl, unantastbar zu sein, undschaute nur noch auf seinen Vorteil. Passte ihm eine Person nicht in den Kram, liess er sie fallen oder räumte sie sogar aus dem Weg. Dass Hurter, Manouk, Grütter, Ponte, Granzotto und viele Präsidenten der Aargauer Amateurvereine nicht mehr auf der Wellenlänge von Aemisegger sind, spricht Bände.

Und wie geht es in den nächsten Wochen und Monaten weiter? Bleibt Aemisegger im Amt, geht das Theater um den AFV und den Präsidenten weiter. Es wird innert kürzester Zeit zu einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung kommen. Dann wird Aemisegger mit kritischen Fragen überhäuft und wohl abgewählt.

Tritt Aemisegger aus freiem Willen zurück, wird das Schiff AFV endlich wieder in ruhigere Gewässer geführt. Vizepräsident Luigi Ponte wird den Verband von Amtes wegen bis zur ordentlichen Delegiertenversammlung am 9. August in Turgi interimistisch führen. Und bis zu diesem Zeitpunkt wird man sicherlich auch den einen oder andern tauglichen Kandidaten für den Posten des Präsidenten finden.

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Autor

Ruedi Kuhn

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