Regio League
Saisonende für Aargauer Erstligisten: Meisterschaft in der 1. Liga wird abgebrochen

Wie befürchtet nimmt die Saison der Red Lions Reinach und die Argovia Stars ein vorzeitiges Ende. Die Regio League hat entschieden, dass nach der Verlängerung der Corona-Massnahmen die 1. Liga per sofort abgebrochen wird. Die Aargauer Spitzenvereine haben dabei gemischte Gefühle.

Nik Dömer
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Das einzige Derby der Saison konnten die Stars mit 5:2 für sich entscheiden.

Das einzige Derby der Saison konnten die Stars mit 5:2 für sich entscheiden.

Andy Müller

Der Worst Case ist eingetroffen: Die beiden Aargauer Spitzenteams Red Lions Reinach und Argovia Stars werden in dieser Eishockeysaison keine Ernstkämpfe mehr bestreiten. Die Regio League hat aufgrund der verlängerten Corona-Mass­nahmen die Saison in der 1. Liga abgebrochen. Einen Absteiger wird es nicht geben.

Trainer Raphael Zahner hat nun traurige Gewissheit. Ein Abschiedsspiel mit den Red Lions wird er nicht bekommen. Möglicherweise bleibt ihm gar nur noch eine Videokonferenz, um sich von seinem Team verabschieden zu können, ehe er sich mit dem Ligakonkurrenten HC Luzern an die Vorbereitung für die neue Spielzeit macht.

Achtungserfolg wird zum Trostpflaster

Keine leichte Situation für den Coach, der auf zwei erfolgreiche Jahre mit Reinach zurückblicken darf: «Das ist bitter. Als ich in Luzern unterschrieben habe, hätte ich nicht gedacht, dass meine Zeit hier so enden könnte. Ich hoffe, dass wir im März noch ein Abschiedstraining hinbekommen. Es wäre komisch, wenn ich das Team erst wieder sehen würde, wenn ich beim Gegner an der Bande stehe.»

Raphael Zahner coacht in der kommenden Saison Ligakonkurrent HC Luzern.

Raphael Zahner coacht in der kommenden Saison Ligakonkurrent HC Luzern.

Andy Müller

Für die Red Lions geht eine kurze Saison zu Ende, die mit drei Siegen in Serie furios begann. Der 8:6-Erfolg gegen den EHC Wetzikon könnte dabei durchaus als Höhepunkt in der jungen Vereinsgeschichte ein­gestuft werden.

Ein Achtungserfolg, der nach dem Saisonabbruch aber einem Trostpflaster gleich kommt, denn die Reinacher wollten die Playoffs. «Ich möchte nicht lamentieren», sagt Zahner. «Wir waren mit dem gesamten Team bereits selbst in Quarantäne und wissen, dass das Virus ernst genommen werden muss. Da sind sportliche Ambitionen zweitrangig.»

Schliesslich gehe es nun für gewisse Klubs ums Überleben. Auch für die Reinacher werden es schwierige Zeiten. «Es werden finanzielle Herausforderungen kommen», sagt Zahner. «Die Ausbildungseinheiten könnten besonders ins Gewicht fallen. Auch bei den Sponsoren gilt es einige Fragezeichen zu klären.» Doch es gibt aus Reinacher Sicht auch Positives zu vermelden: Dank dem langen Unterbruch konnte der Coach im Hintergrund bereits am Kader für die neue Saison basteln. Das Team für Zahners Nachfolger Michael Niederöst ist zu 90 Prozent zusammengestellt.

Gebremster Aufschwung der Argovia Stars

Nicht ganz so weit mit der Kaderplanung sind die Argovia Stars. «Ich arbeite mit Hochdruck am neuen Team. Da muss man schnell sein, weil sich gerade alle Teams mit der Planung befassen», erklärt Roger Gerber.

Stars-Trainer Roger Gerber möchte so schnell wie möglich das Kader für die neue Saison zusammenstellen.

Stars-Trainer Roger Gerber möchte so schnell wie möglich das Kader für die neue Saison zusammenstellen.

Andy Müller

Nebenbei gilt es für den Trainer der Argovia Stars, die Enttäuschung über den Abbruch zu verarbeiten. Gerber hat bis zuletzt gehofft, dass es weitergeht: «Wir müssen nun damit leben. Aber ich merke schon, bei den Jungs ist eine Leere vor­handen. In unserem Gruppenchat herrscht stille.»

Besonders schwer wiegt die Enttäuschung, weil die Stars den Schwung aus der alten Saison in die neue Spielzeit mitnehmen konnten. Mit 13 Punkten aus sechs Partien befand sich Gerbers Mannschaft beim Stand vom Unterbruch auf dem 2. Platz der Tabelle. Wohin die Saison geführt hätte, bleibt ein Geheimnis. Fakt ist, die Stars bleiben in Gerbers zweitem Jahr als Coach ambitioniert.

Eine Erkenntnis, die der Trainer gerne aus dieser Zeit mitnimmt: «Die Leute haben gemerkt, dass in Aarau etwas entsteht. Ich hatte schon Gespräche mit Spielern aus der MySports League, die gesagt haben, dass sie gerne hier bei uns spielen würden, wenn sie keinen Vertrag mehr er­halten. Solche Dinge motivieren mich.»

Einen klaren Plan wie es weitergehen soll, hat Gerber noch nicht. «Priorität haben die Leistungsträger. Ich werde mit ihnen Einzelgespräche führen und schauen wie es weiter geht. Danach hoffe ich, dass wir im März noch aufs Eis dürfen. So könnten wir die Try-Outs für die kommende Saison absolvieren, bevor es dann in die Vorbe­reitung geht.»