Handball NLA

Selbstvertrauen vor statistischen Fakten: Der HSC Suhr Aarau ist jünger und kleiner, will aber in die Playoff-Halbfinals

Auch seine Tore sollen helfen: Milan Skvaril und der HSC Suhr Aarau wollen in die Playoff-Halbfinals.

Was liegt für die beiden Aargauer NLA-Handballklubs HSC Suhr Aarau und TV Endingen in der Saison 2019/20 drin? Wir machen in unserer Analyse zum Saisonstart die Auslegeordnung.

Jahr für Jahr sorgt der HSC Suhr Aarau in der NLA für Überraschungen. Seit dem letzten Aufstieg im Frühling 2016 hat sich der HSC in drei Saisons drei Mal für die Finalrunde qualifiziert. Mit dem Kampf gegen den Abstieg hatte das Team von Trainer Misha Kaufmann nie mehr etwas zu tun. Ganz im Gegenteil: Die jährliche Steigerung gipfelte in der vergangenen Saison im dritten Schlussrang in der Finalrunde.

Dass die durch Verletzungen und Sperren dezimierte Mannschaft in der Folge in den Playoff-Viertelfinals mit 2:3 Siegen an Titelverteidiger Wacker Thun scheiterte, ist auch im Rückblick bitter. Es darf das Gesamtbild einer sehr guten Saison aber nicht komplett trüben. Vielmehr gilt es zu konstatieren, dass der HSC seinen Worten zuletzt immer Taten folgen liess. Die schrittweise und eindrückliche Entwicklung des HSC Suhr Aarau soll nun in der neuen Spielzeit mit dem offiziellen Saisonziel «Playoff-Halbfinal» fortgesetzt werden.

Für den HSC wird es kein Selbstläufer

Aber: Ein Selbstläufer wird das Erreichen der ambitionierten Zielsetzung nicht. Der HSC ist auf diese Saison hin jünger und auch kleiner geworden. Das Durchschnittsalter des Kaders liegt bei gerade einmal 20,4 Jahren und damit über drei Jahre unter demjenigen der Saison 2018/19. Die Durchschnittsgrösse ist von 189,35 Zentimeter auf 187,76 Zentimeter zurückgegangen. Hingegen hat sich das Budget um 75'000 Franken auf 975'000 Franken erhöht.

Das sind aber alles nur statistische Werte. Zahlen, von denen sich beim HSC niemand verunsichern lässt. Das Selbstvertrauen beim vorbildlich geführten Verein stimmt. Vor dem Saisonstart stellt sich deshalb nur eine Frage: Nimmt die junge Mannschaft die Herausforderung an oder nutzt sie den Verlust an Erfahrung und Wasserverdrängung im Vergleich zur vergangenen Saison als Ausrede? Die ersten Partien werden den Weg weisen, den der HSC Suhr Aarau in dieser Saison gehen wird.

Endingen muss sich mit aller Kraft gegen den Abstieg wehren

Ganz anders stehen die Vorzeichen für den TV Endingen: Die Surbtaler werden im Kampf um die Playoff-Plätze, um die es in dieser Saison dank des neuen Modus von Beginn weg geht, kaum ein Wort mitreden können. Vielmehr wird sich die Mannschaft von Trainer Zoltan Majeri mit aller Kraft gegen den sofortigen Wiederabstieg in die NLB wehren müssen.

Die Endinger haben in der vergangenen Saison die NLB fast schon nach Belieben dominiert und nur gerade zwei Niederlagen kassiert. Nun operieren sie in der NLA mit demselben Budget (500'000 Franken) wie zuvor eine Stufe tiefer. Dem Kader dürfte es demzufolge ein wenig an Breite fehlen, um sich in der höchsten Schweizer Liga zu etablieren. Alles andere als die Teilnahme des TVE an der Playoutserie der beiden Letztklassierten der NLA, wäre deshalb eine grosse Überraschung, wenn nicht sogar eine kleine Sensation.

Gelingt TVE erster Sieg gegen HSC seit 1967 Tagen?

Nichtsdestotrotz werden die Endinger gerade in den Derbys gegen den HSC Suhr Aarau – modusbedingt gibt es bis Ende März deren drei – bis in die Haarspitzen motiviert sein und versuchen wollen, den grossen Kantonsrivalen erstmals seit 2014 wieder einmal bezwingen zu können. 1967 Tage und vier Pflichtspiel-Niederlagen in Serie liegt der letzte Sieg (30:29) der Endinger gegen Suhr Aarau mittlerweile bereits zurück.

Die Aargauer Handball-Fans dürfen sich in jedem Fall auf eine spannende Saison freuen, sowohl im oberen als auch unteren Bereich der Tabelle.

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