NLA-Handball

«Sie machen die einfachen Tore, wir nicht»: Endingens lädierter Trainer Zoltan Majeri vermisst gegen Wacker Thun den Killerinstinkt

So erlebt man Endingens Trainer Zoltan Majeri bei den Spielen seiner Mannschaft. Am Wochenende gegen Wacker Thun stand er mit Krücken an der Seitenlinie.

So erlebt man Endingens Trainer Zoltan Majeri bei den Spielen seiner Mannschaft. Am Wochenende gegen Wacker Thun stand er mit Krücken an der Seitenlinie.

In der vierten Runde der NLA-Saison verliert der TV Endingen zu Hause gegen Wacker Thun mit 20:25. Endingens Trainer Zoltan Majeri hat vergeblich versucht, seine Mannschaft zu einem Punktgewinn zu coachen. Dabei musste er auch seine eigenen Schmerzen ignorieren: Wegen einer schweren Knieverletzung stand er mit Krücken an der Seitenlinie.

Der TV Endingen und das Ver­letzungspech, das gehört irgendwie zusammen. Regelmässig fallen Leistungsträger längere Zeit aus, derzeit sind es Leonard Pejkovic und Joel Huesmann, die dem Team über Monate hinweg fehlen. Am Samstagabend, im Heimspiel gegen Wacker Thun, plagte sich schon wieder ein Endinger mit einer schmerzhaften Blessur herum. Dieses Mal war es aber keiner der Akteure auf der Platte, sondern der Mann an der Seitenlinie: Trainer Zoltan Majeri.

Knorpelschäden, eine verrutschte Kniescheibe, ein Riss im Hinterhorn des Meniskus – die Liste, die Majeri vor der Partie gegen die Thuner von seinem Smartphone ablas, war lang. «Das Einzige, das in Zoltans Knie noch heil ist, ist das Kreuzband», bemerkte TVE-Teammanager Arak Kin leicht lakonisch. Die Verletzung zog sich Majeri vor kurzem beim Unterrichten im Schulsport zu, ein Schüler hatte ihn unsanft und gänzlich unbeabsichtigt von den Beinen geholt. Das lädierte Knie zwingt Majeri vorübergehend zum Gehen mit Krücken. Wer nun denkt, Majeri hätte sich deswegen gegen Thun zurückgenommen, der irrt.

Als wollte Majeri ein Loch in den Hallenboden schlagen

Wer dem Coach der Endinger schon einmal bei einer Partie zugeschaut hat, der weiss eben auch: Still sitzen, das ist nichts für ihn. Majeri gestikuliert, er brüllt, er hadert, er reisst die Arme hoch, er tigert vor der Auswechselbank hin und her. Und auch dieses Mal war das kein bisschen anders. Als das Heimteam nach dem schlechtesten aller denkbaren Anfänge in der zehnten Minute mit 1:7 zurück lag, hämmerte er die Krücken mit einer Wucht auf den Hallenboden, als wollte er ein Loch in das Hartgummi schlagen. Als die Endinger mit zunehmender Spieldauer Vertrauen in ihre Stärken fanden und kurz vor der Pause auf 11:11 stellten, entspannte sich Majeris Klammergriff.

Lukas Riechsteiner tätschelte er einmal sanft den Rücken, eine Zeitstrafe gegen Wacker würdigte er mit einem Daumen nach oben. Am Schiedsrichtertisch stritt und versöhnte er sich mit dem Delegierten des Handballverbandes.

«Ich muss meinen  Spielern mit Impulsen helfen»: Zoltan Majeri redet seiner Mannschaft (hier Justin Larouche) gut zu.

«Ich muss meinen Spielern mit Impulsen helfen»: Zoltan Majeri redet seiner Mannschaft (hier Justin Larouche) gut zu.

  

In der zweiten Hälfte fanden die Krücken von Zoltan Majeri irgendwann festen Halt auf dem Boden. Sie waren ein Abbild des Spiels, das bewegte sich auch kaum mehr. Die energischen Endinger versemmelten zu viele ihrer Chancen, das routinierte Wacker schaukelte das Ergebnis über die Zeit. 20:25 aus TVE-Optik.

«Sie machen heute die einfachen Tore, wir nicht», sagt Majeri nach Spielschluss. «Uns fehlte der Killerinstinkt.» Vieles stimmt ihn zuversichtlich: Der Kampf, das Aufbäumen, die Aufholjagd. Nur will sich die Mannschaft auch nach vier Runden noch nicht mit Siegen belohnen.

Majeri wird es weiter versuchen, auch wenn er sich beim Coaching auf die Krücken zu verlassen hat. «Ich muss meinen Spielern mit Impulsen helfen», meint Majeri. «Die Schmerzen sind nur Kopfsache.»

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