World Beach Games

Siegreicher Auftakt für die Schweizer Beachsoccer Nati bei der schwierigen Hauptprobe vor dem Saisonhighlight

Aargauer Dejan Stankovic und die Schweizer Beachsoccer Nationalmannschaft wollen als Aussenseiter den Top-Favoriten Brasilien schlagen.

Im ersten Spiel der Premiere der World Beach Games in Doha schlägt die Schweiz erwartungsgemäss die Vereinigten Arabische Emirate in einer engen Partie mit 10:9. Als nächstes treffen die «Sandgenossen» auf Marokko, bevor es im letzten Gruppenspiel zum schwierigen Duell gegen den amtierenden Weltmeister Brasilien kommt.

Heisse Sommertage statt kühler Herbstnächte. Das erlebt derzeit die Schweizer Beachsoccer-Auswahl in Doha. Dort war sie am Dienstag in Vollbesetzung hingeflogen. Nicht zum Entspannen, sondern für die World Beach Games (siehe unten). Die Qualifikation für das Turnier in Katar haben die Schweizer trotz Qualifikationsgegnern wie dem zweifachen Weltmeister Portugal geschafft.

Am Freitagabend startete die Schweiz mit einem knappen 10:9-Sieg gegen die Vereinigten Arabische Emirate (VAE) in die World Beach Games. Allerdings: Die Chancen auf eine Medaille müssen relativiert werden, weil sich nur der Gruppensieger für die Halbfinals qualifiziert. «Wir hatten ein wenig Pech bei der Auslosung. Mit Brasilien in der Gruppe haben wir die Nummer eins im Beachsoccer zugelost bekommen. Ein Sieg ist möglich, aber schwierig zu erreichen», sagt der Schweizer Nationaltrainer Angelo Schirinzi.

Der routinierte Nationaltrainer Angelo Schirinzi feierte mit der Schweiz schon einige Erfolge.

Der routinierte Nationaltrainer Angelo Schirinzi feierte mit der Schweiz schon einige Erfolge.

Der 46-jährige Basler ist seit 2001 im Amt und führte die Schweiz unter anderem zum Europameister- und zum Vize-Weltmeister-Titel. Schirinzi erwartet gegen die VAE und Marokko jeweils einen Sieg und einen Showdown um den Gruppensieg gegen Brasilien.

Der aus Neuenhof stammende Rekordtorschütze der Schweizer Nationalmannschaft Dejan Stankovic verdeutlicht die Stärke der Südamerikaner: «Ich habe in meinen 14 Jahren in der Nationalmannschaft sicher etwa 20 Mal gegen Brasilien gespielt und jedes Mal verloren.» Er ist einer der sieben Spieler im Kader, die im Kanton Aargau wohnhaft sind.

Mit Fleiss und Ehrgeiz zum fehlenden Titel

Obwohl alle Spieler im Team Amateure sind, hat die Schweiz einen grossen Vorteil gegenüber den anderen Nationen: Vier Mal pro Woche trainieren die Spieler in Basel. Dadurch kennen sie die Laufwege ihrer Mitspieler, und es lassen sich auch Automatismen eintrainieren. Die Sportart Beachsoccer präsentiert sich einerseits als spektakulär, aussergewöhnlich und vielseitig.

Die Spieler bereisen verschiedene Länder, lernen andere Kulturen kennen, spielen an den schönsten Stränden vor euphorischen Zuschauern attraktiven Fussball. Auf der anderen Seite verdienen die Spieler aber kein Geld mit ihrem Hobby und investieren ihre ganze Freizeit und Ferien in ihre Sportart.

«Wir treiben Hochleistungssport – und das wird in der Schweiz noch zu wenig angerechnet. Gewisse arbeiten den ganzen Tag», sagt Stankovic. Nur einen Monat nach den World Beach Games steht für die «Sandgenossen» mit der WM in Paraguay das Saisonhighlight bevor. An der WM trifft die Schweiz auf Gastgeber Paraguay, Asienmeister Japan und die USA. Das Mindest-Ziel ist der Einzug in die Viertelfinals.

Ein Weltmeistertitel fehlt der erfolgreichen Nationalmeisterschaft noch in ihrer Sammlung. An der WM 2009 in Dubai scheiterte sie erst im Final an Brasilien. «Um den Exploit zu schaffen, muss die Mannschaft gemeinsam durch Fleiss und Ehrgeiz zum Erfolg kommen», sagt Stankovic.

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