«Ja Grüeziwohl, Frau Stirnimaa», dröhnt es nach dem Schlusspfiff aus den Boxen im Stadio Riva IV. Doch trotz dem 18. Saisonsieg ist keinem Aarauer zum Juchzen und Tanzen zumute. Zu viele Nerven haben die vergangenen 95 Minuten gekostet. «Das Beste an diesem Abend ist das Resultat», sagt FCA-Trainer Patrick Rahmen. Es ist wohl nicht verkehrt zu behaupten, dass der Auftritt in Chiasso – abgesehen vom Ergebnis – in der Liste der schlechtesten Aarauer Saisonleistungen weit oben anzusiedeln ist.

Zur Erinnerung: Am fünften Spieltag verlor der FC Aarau im heimischen Brügglifeld 1:2 gegen die Tessiner, der Match gilt als Tiefpunkt des katastrophalen Saisonstarts. Doch besser als damals haben die Aarauer gestern Abend gegen den gleichen Gegner nicht gespielt – oder, Olivier Jäckle? Der Mittelfeldspieler: «Das hat was, aber anders als zu Beginn der Saison haben wir das Wettkampfglück nun auf unserer Seite. Darum haben wir dieses Mal gewonnen. Anders kann ich es mir nicht erklären.»

Prädikat Weltklasse

Die spielentscheidenden Akteure waren Petar Misic und Djordje Nikolic. Ersterer stand erstmals seit dem 9. März (0:0 in Lausanne) wieder in der Startformation und traf in der 16. Minute nach einem Schneuwly-Pass zum 1:0. Der Siegtorschütze nach dem Spiel: «Ich bin einfach nur froh, dass wir gewonnen haben. Chiasso hat es uns sehr schwer gemacht. Und zum Glück haben wir einen so guten Goalie, der Dank geht auch an ihn.»

Richtig: Gegen jeden anderen Challenge-League-Torwart wäre der Kopfball von Chiasso-Verteidiger Ivan Lurati in der 59. Minute wohl im Tor gelandet. Nicht gegen Djordje Nikolic – wie er den Ball von der Linie kratzte, verdient das Prädikat «Weltklasse». Der trockene Kommentar des Serben: «Mein Job ist der gleiche wie der jedes Spielers – nämlich der Mannschaft zu helfen.»

Dank des Zittersieges im Südtessin geht der FC Aarau nun mit der erhofften Ausgangslage ins letzte Saisonspiel gegen Rapperswil-Jona – mit einem Punkt Vorsprung auf das drittplatzierte Lausanne. Schlusswort Patrick Rahmen: «Das haben wir uns verdient. Ich freue mich auf viele Zuschauer und eine prickelnde Atmosphäre im Brügglifeld – mit der Unterstützung des Publikums werden wir die Barrage-Qualifikation schaffen.»

Die Noten zum Spiel