Radsport

Silvan Dilliers chaotische Saison endet mit einem gebrochenen Schlüsselbein

Silvan Dillier nach seinem Sturz in De Panne.

Silvan Dillier nach seinem Sturz in De Panne.

Der Schneisinger Radprofi Silvan Dillier stürzt bei einem seiner letzten Rennen der laufenden Saison und bricht sich das Schlüsselbein. Das passende Ende eines Jahrs, das sportlich schwierig war, dafür privat aber mit einem Highlight begann.

Plötzlich war es da, das Hinweisschild, welches in einer Einbuchtung zwischen zwei Bäumen stand. Silvan Dillier sah das Hindernis zu spät, knallte in die Tafel und landete unsanft auf seiner linken Schulter. Das Schlüsselbein war entzwei. Und damit auch die Saison auf schmerzhafte Art zu Ende gegangen. Am vergangenen Mittwoch stürzte der Schneisinger anlässlich des Halbklassikers «Drei Tage von De Panne». Einen Tag später wurde er im Kantonsspital Aarau bereits operiert.

Schon drei Tage zuvor war Silvan Dillier während der Flandern-Rundfahrt gestürzt. «Ich war gerade dabei, meine Ärmlinge auszuziehen, als vor mir ein Fahrer zu Boden ging. Ich hatte keine Chance, auszuweichen», erzählt der Aargauer, der sich bei diesem Crash lediglich eine starke Prellung am linken Knie zuzog. So ging er dann in De Panne an den Start, was aber ursprünglich auch nicht vorgesehen war. Eigentlich hätte für Silvan Dillier am letzten Sonntag die Saison mit dem Höhepunkt Paris-Roubaix zu Ende gehen sollen. Doch der Klassiker in der «Hölle des Nordens» fiel bekanntlich der Corona­pandemie zum Opfer. «Für De Panne wurde ich nachträglich aufgeboten. Im Nachhinein war das aber ziemlich unnötig.»

Eine Saison, in welcher wenig nach Plan lief

Alles in allem passte dieses chaotische Ende zu einer Saison, in welcher (nicht nur) für Silvan Dillier wenig bis gar nichts nach Plan verlief. Eigentlich war schon der Auftakt symptomatisch für das, was in den folgenden Monaten noch kommen sollte. Der Schneisinger wurde zwei Wochen nach seinem Rennstart 2020 Anfang März von seinem Team auf dem Weg zum Flughafen darüber informiert, dass sein erstes Saisonhighlight, die «Strade Bianche» in der Toskana, wegen der aufflammenden Coronakrise abgesagt wurde. Kurz darauf wurde klar, dass gar nichts mehr stattfinden würde. Bis im August musste sich der Radprofi gedulden, ehe die Wettkämpfe wieder aufgenommen wurden. Und als er seinen zweiten Anlauf Richtung «Strade Bianche» nehmen wollte, wurde Silvan Dillier durch einen – für ihn unerklärlichen – positiven Coronatest erneut gebremst. Statt endlich die ersten Rennen fahren zu dürfen, war er zu zehn Tagen Quarantäne und somit zum Nichtstun verurteilt.

Die Wettkämpfe, die er bestreiten konnte, verliefen für Silvan Dillier durchaus zufriedenstellend. Der zweite Rang an der Schweizer Zeitfahrmeisterschaft lässt sich sehen. In einigen anderen Rennen vermochte er sich im vorderen Ranglistenbereich zu klassieren. Und schliesslich verhalf er als Teil des Schweizer Nationalteams an der WM in Italien Marc Hirschi zur Bronzemedaille. «Es gab also ein paar gute Momente. Aber dass es nun so zu Ende ging, das ist unnötig», sagt Dillier, der durch seinen Sturz schliesslich zwei Rennen verpasste. Einerseits hätte er am vergangenen Wochenende am «Alperose-Quer» in seinem Heimatdorf mitgemacht. Und natürlich wäre er am kommenden Sonntag in Märwil TG auch an der Schweizer Meisterschaft am Start gestanden.

Viel Pech, aber auch ein grosser Glücksmoment

Bei allem Pech, das Silvan Dillier in diesem Jahr hatte, wird 2020 bei ihm sowieso für immer in bester Erinnerung bleiben. Schliesslich wurde er im Januar erstmals Vater. In den kommenden sechs Wochen darf er sicher nicht aufs Velo und wird somit wieder viel Zeit mit seinem Sohnemann Ilja sowie Ehefrau Cornelia verbringen können. «Jetzt werde ich erst einmal zwei bis drei Wochen lang nichts tun», sagt Dillier. Wie und ob es danach weitergeht, das weiss momentan sowieso niemand.

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