Sportschule
Silvan Widmer und Loris Benito haben nicht nur auf dem Rasen Geistesblitze

Vor zehn Jahren erhielt der Aargau mit der ersten Spezialklasse an der Alten Kantonsschule Aarau ein Sportgymnasium. Es war ein Meilenstein bei der Förderung des Leistungssports im Kanton Aargau.Die Entwicklung seither ist frappant.

Rainer Sommerhalder
Drucken
Teilen
Die derzeit knapp 100 Schülerinnen und Schüler der fünf Sportklassen an der Alten Kanti Aarau mit Lehrern und eingeladenen Ehemaligen anlässlich der Jubiläumsveranstaltung.

Die derzeit knapp 100 Schülerinnen und Schüler der fünf Sportklassen an der Alten Kanti Aarau mit Lehrern und eingeladenen Ehemaligen anlässlich der Jubiläumsveranstaltung.

Rainer Sommerhalder

Erstmals hatten Gymnasiasten vor zehn Jahren die Möglichkeit, sportliche Herausforderungen und das Erlangen der Matur ohne schmerzhafte Kompromisse miteinander zu verknüpfen – sieht man einmal von der um ein Jahr verlängerten Schuldauer ab. Zuvor mussten die ausserordentlichen Aargauer Sporttalente in andere Kantone auswandern.

Nicht wenige der bislang 95 mit Matur abgeschlossenen Aarauer Sportschüler haben den Durchbruch an die nationale Spitze geschafft. Fussballer wie Silvan Widmer oder Loris Benito erhielten sogar Aufgebote für die Nationalmannschaft, Torhüter Joël Mall hat sich in der Super League etabliert. Verschiedene Kanti-Absolventen sind Leistungsträger in den Nationalmannschaften, etwa Nadine Jenny und Leandro Gerber im Volleyball, Marvin Lier und Stefan Huwyler im Handball oder Stephanie Wälty im Landhockey.

«Stünde nicht dort, wo ich jetzt stehe»

Loris Benito erinnert sich gerne an die fünf Jahre im Sportgymnasium zurück: «Ohne diese Möglichkeit wäre ich nicht dort, wo ich heute stehe», sagt der YB-Verteidiger aus Hunzenschwil. «Ich fühle mich als Fussballprofi sehr privilegiert, die Matur in der Tasche zu haben.»

Der ehemalige Spitzen-Handballer Kurt Büchler, seit Beginn Leiter des Sportgymnasiums und eine der treibenden Kräfte des Projekts, zieht eine Zwischenbilanz: «Unser Sportgymnasium hat sich in den letzten zehn Jahren enorm entwickelt.» Am Anfang lag die Herausforderung darin, dass die Lehrer und die Schulleitung sich auf die speziellen Bedürfnisse der «neuen Kunden» einstellen mussten.

Aargau vorbildlich

In der zweiten Phase waren die Sportverbände gefordert, um die zeitlichen Freiheiten der Sportschüler – mehrere fixe Trainingsfenster unter der Woche – auch mit sinnvollen Inhalten zu füllen. Der Aufbau von verschiedenen regionalen oder sogar nationalen Stützpunkten war die positive Folge. Auch die Koordination der verschiedenen leistungssportfreundlichen Angebote im Kanton (Sportschule Buchs, Sportlerlehre, Berufsschule und KV) stellte eine Herausforderung, welche man im Aargau auch im nationalen Vergleich vorbildlich gelöst hat.

Fernziel Olympische Spiele

Dass der eingeschlagene Weg stimmt, beweist nicht nur die stetig steigende Nachfrage, sondern auch die Selbstverständlichkeit, mit welcher die neu eingetretenen Schülerinnen und Schüler bei der Präsentation ihre langfristigen Ziele bekannt gaben. Da war «flächendeckend» von Olympischen Spielen die Rede.

Das stetig wachsende sportliche Niveau der eintretenden Gymnasiasten stellt die Schulleitung aber auch vor weitere Anforderungen: «Wir wollen gut sein, deshalb sind wir in unserer Entwicklung noch lange nicht fertig», sagt Büchler. Und auch Christian Koch, Leiter der Sektion Sport beim Kanton, spricht von «einer hervorragenden Entwicklung mit neuen Herausforderungen». So würden die Bedürfnisse der Leistungssportler mit dem steigenden Niveau immer individueller. «Dafür gilt es Lösungen zu finden. Insgesamt bietet der Kanton Aargau mit seinem vernetzten Angebot für junge Leistungssportler aber schon heute beste Rahmenbedingungen», so Koch.

Aktuelle Nachrichten