1. Liga
«So gehen die Vereine kaputt»: Unterbruch stösst bei Aargauer Erstligisten auf Unverständnis

Der FC Baden sowie der FC Wohlen kämpfen in der 1. Liga beide um einen Platz in den Aufstiegsspielen. Doch nun wurde ihre Mission unterbrochen, denn der Amateurfussball ist seit vergangener Woche stillgelegt. Eine Entscheidung, die Unmut verursacht.

Nik Dömer
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Der FC Baden und der FC Wohlen kämpfen beide um einen Platz für die Aufstiegsspiele.

Der FC Baden und der FC Wohlen kämpfen beide um einen Platz für die Aufstiegsspiele.

Dani Mercier

Für die zwei besten Aargauer Amateurmannschaften, den FC Baden sowie den FC Wohlen, ist der Unterbruch besonders bitter: Während NLA­-Teams aus anderen Sportarten wie beispielsweise Unihockey, Volleyball oder Handball die Saison nicht pausieren müssen, ist für die Fussballer aus der 1. Liga Schicht im Schacht.

Für den FC Baden und den FC Wohlen ist die Hinrunde frühzeitig beendet.

Für den FC Baden und den FC Wohlen ist die Hinrunde frühzeitig beendet.

Dani Mercier

«Dummer» Zeitpunkt für eine Pause

Es liegt auf der Hand, dass bei den Vereinen grosser Unmut über die aktuelle Situation vorhanden ist. Badener Trainer Ranko Jakovljevic gibt sich jedoch zurückhaltend: «Ich muss das nicht verstehen. Natürlich hätten wir gerne weitergespielt. Wir hatten in der Liga kaum Probleme, und auch in unserem Team gab es keinen Coronafall. Ich denke, das Schutzkonzept wurde allgemein sehr gut umgesetzt und wir hätten problemlos weiterspielen können, aber meine Meinung spielt keine Rolle. Wir müssen diese Entscheide so akzeptieren, wie sie getroffen werden», erklärt Jakovljevic.

Trainer Ranko Jakovljevic war zuletzt mit dem FC Baden auf Kurs.

Trainer Ranko Jakovljevic war zuletzt mit dem FC Baden auf Kurs.

Dani Mercier

Grund, um seinem Frust freien Lauf zu lassen, hätte er jedoch allemal. Denn seine Mannschaft ist in vorzüglicher Form. Aktuell belegt der FC Baden hinter dem FC Biel den zweiten Platz. Zuletzt gab es drei Siege in Serie. «Bei uns stimmt es gerade nicht nur von den Resultaten her, auch von der Mentalität her wären wir auf dem richtigen Weg gewesen. Dass wir nun pausieren müssen, ist für uns ein dummer Zeitpunkt.»

«Sehe meine Spieler öfters als meine Frau»

Auch beim Kantonsrivalen FC Wohlen geht es für Trainer Thomas Jent derzeit vor allem darum, die Spieler bei Laune zu halten. Auch Jent hat wenig Verständnis für den Unterbruch in der 1. Liga: «Ich verstehe diese Willkür nicht. Warum wir nicht weiterspielen dürfen, während beispielsweise NLA-Volleyball weitergehen kann, erschliesst sich mir nicht. Wir trainieren genauso oft und intensiv. Ich sehe meine Spieler öfters als meine Frau.»

Wohlen-Trainer Thomas Jent kann nicht verstehen, warum die 1. Liga pausieren muss.

Wohlen-Trainer Thomas Jent kann nicht verstehen, warum die 1. Liga pausieren muss.

Dani Mercier

Die Kritik des Wohlen-Trainers geht dabei auch in Richtung SFV: «Die meisten Vereine in der 1. Liga und der 1. Liga Promotion wollen alle weiterkommen und investieren dafür viel Geld. Dass der Bundesrat davon kein genaues Bild hat, ist mir schon bewusst, aber ich frage mich schon, warum der Verband das einfach so hinnimmt. So gehen die Vereine kaputt.»

Luiyi Lugo (l.) konnte in dieser Saison für den FC Wohlen noch keine Partie über 90 Minuten absolvieren.

Luiyi Lugo (l.) konnte in dieser Saison für den FC Wohlen noch keine Partie über 90 Minuten absolvieren.

Dani Mercier

Nun gilt es für Jent, den Frust so schnell wie möglich abzulegen und die längere Winterpause optimal zu nützen, damit der FC Wohlen – derzeit auf Platz 5 – in der Rückrunde einen Angriff auf die Plätze für die Aufstiegsspiele lancieren kann: «Wir hatten etwas Pech mit Verletzungen. Unser Königstransfer Luiyi Lugo konnte noch keine ganze Partie absolvieren, und mit Vilson Doda und Milicaj Luigi waren zwei weitere Offensiv-Spieler verletzt. Wenn wir in der Rückrunde die volle Power haben, bin ich optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen werden.»

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