NLB-Handball

Städtli will nach oben: Mit Rückkehrer Pascal Bühler peilt der STV Baden erneut die Aufstiegsplayoffs an

Er schiesst die meisten Tore bei Städtli: Rückraumspieler Pascal Bühler (l.).

Er schiesst die meisten Tore bei Städtli: Rückraumspieler Pascal Bühler (l.).

Im Februar riss sich Pascal Bühler, Rückraum beim STV Baden, Syndesmose- und Aussenband. Nach einer langen Reha steht er nun wieder auf der Platte. Mit seinem Klub will er beweisen: Die erfolgreiche Vorsaison war kein Ausrutscher.

Birsfelden, Auswärtsspiel, 2. Februar. Die ersten Minuten sind gespielt, als Pascal Bühler nach einem Wurf unsanft auf dem linken Fuss landet. Er humpelt, beisst sich durch bis zum Schluss. Bühler hofft, dass es nichts Ernstes ist. Eine Prellung vielleicht, ein bis zwei Wochen Pause. Nach ein paar Tagen sind die Schmerzen zu gross, Bühler geht zum Arzt. Die Hoffnung erfüllt sich nicht: Das Syndesmoseband und ein Aussenband sind gerissen.

Es folgen Monate der Rückschläge und der kleinen Schritte zurück zur Genesung. Monate, in denen Bühler von aussen zusieht, wie sich seine Kollegen Match für Match zuoberst an der Tabelle behaupten. Monate, in denen die Playoffs um den Aufstieg näher rücken. Letztlich bringt das Coronavirus den STV Baden um den Lohn, die Geschichte ist bekannt. Weil die Saison ohne Wert bleibt, stöhnen die Badener auf. Doch Bühler kommt der Abbruch nicht nur ungelegen: «Die Aufstiegsspiele hätte ich wohl verpasst.»

Läuft es Bühler gut, läuft es auch Städtli gut

Jetzt sind die Schmerzen weg, die Stütze am Sprunggelenk auch. Pascal Bühler rennt, springt und wirft wieder. Und sein Verein atmet auf, weil ein gesunder Bühler eben auch eine Menge Tore bedeutet. 83 Treffer hat der Rückraumspieler in der vergangenen Saison erzielt – teaminterner Spitzenwert. Im Grunde ist die Formel einfach: Läuft es Bühler gut, läuft es auch Städtli gut.

Vor fünf Jahren schloss sich Bühler, der einstige HSC-Junior, dem Stadtturnverein an. Er kam als Talent, wurde Leistungsträger und vor zwei Jahren auch Captain. In Baden sei er weitergekommen, sagt der 25-Jährige. Sein Trainer Björn Navarin sieht in ihm «einen der Topspieler der Liga».

Auch wegen Bühler ist aus einem mittelmässigen Team eine Spitzenmannschaft mit ambitionierten Zielen herangewachsen. Die kommende Saison, die für den STV am Samstag gegen Steffisburg ihren Anfang nimmt, bildet da keine Ausnahme. «Wir wollen in die Aufstiegsspiele», sagt Bühler. «Das Kader dazu haben wir.»

Den Avancen aus der NLA hat Bühler widerstanden

Stehen wird auf der Platte eine leicht verjüngte Mannschaft. Routiniers gingen, Spieler wie Keegan Ramsauer aus dem eigenen Klub oder Julius Voelkin von Suhr Aarau sind neu dabei, beide sind Anfang zwanzig. Der Kern des Teams aber blieb derselbe. Und das mag einer der Gründe sein, weshalb sich Bühler noch immer das schwarze Trikot der Badener überstreift.

Einer der Neuen: Keegan Ramsauer von STV Baden II.

Einer der Neuen: Keegan Ramsauer von STV Baden II.

Denn Bühlers Leistungen blieben auch den grösseren Handballadressen nicht verborgen. Er hätte gehen können, es gab Angebote aus der NLA. Von wem, behält Bühler lieber für sich. Für einen wie ihn, der sich als «vereinstreuen Menschen» beschreibt, sind andere Faktoren entscheidender. Spass haben, zum Beispiel. «Hier in Baden stimmt die Chemie», sagt er. «Es reizt mich, zu bleiben.» Irgendwann, das betont Bühler aber auch, will er NLA-Handball erleben. Am liebsten mit seinen Badener Freunden – und vielleicht ja schon in einem Jahr.

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