Statt sich einfach über den wichtigen 29:25-Sieg freuen zu können, drehte sich beim HSC Suhr Aarau am Mittwoch alles um eine einzige Frage: Darf Topskorer Milan Skvaril am Donnerstag Abend im alles entscheidenden Spiel 5 auflaufen oder werden seine zwei Spielsperren trotz HSC-Rekurs bestätigt?

Nach seinem Rencontre mit Wacker-Schlüsselspieler Nicolas Raemy war Skvaril in Spiel 4 nach etwas mehr als 22 Minuten mit Rot von der Platte geschickt worden und hatte nur zwei Stunden nach Spielschluss vom in der Lachenhalle tagenden Schiedsgericht zwei Spielsperren aufgebrummt erhalten. Dagegen hat der HSC am Mittwoch mit einem fristgerecht eingereichten Rekurs Einsprache erhoben.

HSC-Sportchef Mike Conde: «Wir akzeptieren das Urteil»

Dieser wurde von der Liga zumindest teilweise gutgeheissen. Im Klartext: Das Strafmass im Fall Skvaril wurde auf eine Spielsperre gesenkt. Der Tscheche wird seinem Team also in der Finalissima von Donnerstag fehlen. Immerhin stünde er seiner Mannschaft in einer allfälligen Halbfinalserie von Beginn an zur Verfügung. «Wir akzeptieren das Urteil, aber zufrieden sind wir damit natürlich nicht», sagt HSC-Sportchef Mike Conde. Im Fall von Nikola Isailovic, der am Dienstag wie Skvaril Rot und zwei Spielsperren kassiert hatte, verzichtete der HSC auf einen Rekurs.

Damit muss der HSC in der Finalissima von Donnerstag Abend neben dem verletzten Abwehrchef und Kreisläufer Martin Slaninka (Riss eines Innenbandes im linken Knie) auch auf Skvaril und Isailovic verzichten. So dürften Martin Prachar in der Defensive, sowie Mathias Müller, Lukas Laube und Manuel Zehnder in der Offensive, wie bereits in der zweiten Halbzeit am Dienstag zu viel Einsatzzeit kommen. Vor zwei Tagen haben sie alle die grosse Verantwortung angenommen und mit einer starken Leistung nicht unwesentlich dazu beigetragen, den Sieg über die Zeit zu bringen.

Raemys Einsatz ist fraglich

Während mittlerweile klar ist, dass der HSC auf drei Stammspieler verzichten muss, ist auf Seiten des Gegners noch unklar, ob Raemy eingesetzt werden kann. Der 27-jährige Rückraumspieler hatte ab Herbst 2017 während rund anderthalb Jahren mit einem Schleudertrauma gekämpft.

Das Rencontre von HSC-Topskorer Milan Skvaril (oben) mit Wackers Nicolas Raemy.

Das Rencontre von HSC-Topskorer Milan Skvaril (oben) mit Wackers Nicolas Raemy.

Nach dem Rencontre mit Skvaril war Raemy am Dienstag benommen von der Platte geführt worden und noch während der Partie nach Hause gegangen, um sich in Ruhe zu erholen. Ein Ausfall des Nationalspielers wäre für die Berner Oberländer nicht ganz einfach zu verkraften, das haben die Schwierigkeiten Wackers in der Offensive nach Raemys Ausfall am Dienstag gezeigt.

Weil der TV-Sender «My Sports» die Partie Donnerstag Abend live überträgt, wird sie erst um 20.15 Uhr angepfiffen. Ursprünglich war sie eine Viertelstunde früher angesetzt gewesen.