FC Aarau
Sven Christ ist überzeugt: «Der FC Aarau steigt nicht ab»

Trainer Sven Christ spricht vor dem Spiel beim FC Zürich über die brisante Ausgangslage, die angespannte Lage im Verein und die Einstellung seiner Spieler.

Ruedi Kuhn
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Nachdenklich in schwierigen Zeiten: Aarau-Trainer Sven Christ.

Nachdenklich in schwierigen Zeiten: Aarau-Trainer Sven Christ.

Emanuel Per Freudiger

Sven Christ, sind Sie als Trainer schon einmal abgestiegen?

Sven Christ: Nein.

Das könnte sich Ende Saison mit dem FC Aarau ändern.

Nein. Das wird sich nicht ändern.

Warum nicht?

Ich bin überzeugt, dass der FC Aarau Ende Saison nicht absteigen wird. Gemeinsam werden wir den Ligaerhalt schaffen.

Sie haben also keine Angst vor dem Abstieg?

Nein.

Aber wie wollen Sie das mit dieser Mannschaft anstellen?

Die Spieler wissen spätestens jetzt, dass sie alles, aber auch wirklich alles unternehmen müssen, um vom letzten Platz wegzukommen. Ich habe ihnen klargemacht, dass es ab sofort keine Kompromisse mehr gibt. Der FC Aarau ist in der Rolle des Jägers. Die Angst, dass uns ein Gegner überholen kann, fällt weg. Wir sind es, die nun auf die Überholspur zurückmüssen. Und das werden wir schaffen.

Angst ist ein gutes Stichwort: Haben Sie keine Angst vor der Entlassung?

Nein. Schliesslich geht es nicht um meine Person, sondern um den FC Aarau.

Geht es nicht auch um Ihren Ruf als Trainer?

Daran verschwende ich keinen Gedanken. Es geht um den Ligaerhalt und um nichts anderes.

Was ging Ihnen nach dem 0:4 in Luzern durch den Kopf?

Beim 0:1 gegen Vaduz war ich vom Resultat enttäuscht. Beim 0:4 in Luzern haben wir gegen eine bessere Mannschaft verloren. Das entfachte bei mir eine gewisse Wut. Wir haben als Mannschaft vieles vermissen lassen. Das ärgert mich.

Werden Sie konkreter? Was hat die Mannschaft vermissen lassen?

Das zweite Tor von Luzern war der Genickbruch. Das Team war in der Schlussphase zu keiner Reaktion mehr fähig. Das darf nicht sein.

Wie gehen Sie mit der harten Kritik der Medien nach dem 0:1 gegen Vaduz und dem 0:4 gegen Luzern um? Verstehen Sie diese Kritik?

Gegenfrage: Muss ich als Trainer diese Kritik verstehen? Für mich geht es einzig und allein um den FC Aarau. Ich sehe die Mannschaft täglich bei der Arbeit. Ich weiss, was sie kann. Ich weiss, was sie leisten muss. Jetzt muss sie es schaffen, die Leistungen aus den Trainings als Team auf den Platz zu bringen. Und zwar schon am nächsten Samstag im Spiel beim FC Zürich.

Nehmen Sie als Trainer in dieser schwierigen Situation Hilfe an?

Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass ich das alleine schaffe. Für mich ist wichtig, dass ich den Trainerstab, die Familie und Freunde an meiner Seite habe.

In der Vorbereitung auf diese Saison hatten Sie die Idee, das Team spielerisch weiter zu bringen und haben deshalb mehrere Systeme eingeübt. Das klappte ganz gut. Zuletzt suchte das Team den Erfolg nur noch mit hohen Bällen: Warum?

Beim 1:1 auf dem Kunstrasen in Thun ist es uns gelungen, Fussball zu spielen. Gegen Vaduz wurde dieser Plan nach der roten Karte für Sandro Burki durchkreuzt. Gegen Luzern haben wir erst nach einer halben Stunde mitgespielt. Dann kam das 0:1. Das 0:2 war der Genickbruch.

Neben dem sportlichen Misserfolg liefern momentan vor allem die Disziplinlosigkeiten von Daniel Gygax und von Sandro Wieser für Gesprächsstoff. Warum spielt Gygax nicht mehr?

Ich kommentiere keine Personalentscheide in Zeitungen.

Was sagen Sie zum Fall Wieser, der in einem Test mit der U21 gegen Schöftland rüde gefoult wurde und den Gegenspieler danach mit einem Ausdruck unter der Gürtellinie beschimpft hat?

Das wird intern geregelt. Mehr sage ich dazu nicht.

Nun folgen die Spiele beim FC Zürich, im Cup gegen Sion und im Brügglifeld gegen St. Gallen? Ihr Ziel?

Der FC Aarau braucht Punkte. Ich will das Team so vorbereiten, dass wir erfolgreich sind.

Haben Sie gegen den FCZ einen Plan?

Ich werde in dieser Woche alles tun, um in Zürich Punkte zu holen.

Was glauben Sie? Sind Sie Ende Saison noch Trainer des FC Aarau?

Das liegt nicht in meiner Kompetenz.

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