Der doppelte Schiavano reicht nicht, um beim Leader Punkte zu stehlen. So bleibt aus Sicht des FC Wohlen ein Phänomen aus der Hinrunde bestehen: man spielt gut mit, belohnt sich aber nicht für die Leistung. Dabei war es gut losgegangen für die Freiämter. Winterneuzugang Thomas Schiavano traf bereits nach vier Minuten erstmals in einem Pflichtspiel für den FC Wohlen und bestätigte damit seine gute Form aus den Testspielen. Ein simpler Pass in die Schnittstelle der Defensive hebelte die gesamte Hintermannschaft der Gastgeber aus und fand Schiavano, der Lausanne-Goalie Francisco Guedes keine Chance liess.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, mit leichtem Ballbesitzplus für den Leader. Das hatte man im Vorfeld auch erwartet, jedoch agierte Wohlen aus einer sehr stabilen Defensive heraus und konnte immer wieder mit Kontern Nadelstiche setzen. Besonders über die Aussenbahnen drangen die Wohler immer wieder gefährlich in die Hälfte der Lausanner ein, ohne jedoch zu weiteren gefährlichen Abschlussmöglichkeiten zu kommen.

Wohlen geht ein zweites Mal in Führung

Nach 16 gespielten Minuten fühlte es sich an, als hätte jemand den Rückspulknopf gedrückt, als Yanis Lahiouel zum vielumjubelten Ausgleich traf. Den Lausannern gelang eine nahezu exakte Kopie des Wohler Führungstreffers. Der Treffer der Hausherren kam zu diesem Zeitpunkt unerwartet, aber verdient.

Mit einem 1:1-Unentschieden ging es in die Pause, aus der wiederum die Wohler besser herauskamen. Wieder waren lediglich vier Minuten gespielt, als Thomas Schiavano seinem Gegenspieler entwischte und über Goalie Guedes hinweg zur erneuten Führung für die Gäste traf. Lausanne drückte nun auf den Ausgleichstreffer. Der bislang ungeschlagene Leader wollte sich in diesem ersten Heimspiel des neuen Jahres keine Blösse geben. In der 69. Minute war es dann wiederum Yanis Lahiouel, der mit seinem Tor zum 2:2 die Hoffnungen der mitgereisten Fans aus Wohlen dämpfte. Wohlen verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung, sodass ein einziger Pass genügte, um die Defensive auf dem falschen Fuss zu erwischen.

Die zwei strittigen Penaltys

Es begann eine heisse Schlussphase in einem zwar nie unfairen, aber immer hektischer werdenden Spiel, in dem Schiedsrichter Yves Dégallier eine aus Sicht der Gäste entscheidende Rolle spielen sollte: In der 79. Spielminute zeigte er nach einem mutmasslichen Foul von FCW-Verteidiger Nitaj erstmals auf den Punkt. Den fälligen Penalty jedoch jagte SLO-Captain Geiser in den Lausanner Abendhimmel. Nur zwei Minuten später die nächste strittige Entscheidung zu Ungunsten der Aargauer. Erneut soll ein Akteur der Heimequipe im Strafraum der Gäste gelegt worden sein. Diesmal blieb behielt Geiser die Nerven und netzte zum 3:2 Endresultat ein.

In der Nachspielzeit dezimierte sich Wohlen in Form von Leotrim Nitaj selbst, der aufgrund unsportlichen Verhaltens seine zweite gelbe Karte des Abends erhielt und frühzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Wohlen lässt Punkte gegen eine Mannschaft, die die Liga bislang dominiert, zeigt dabei jedoch eine deutlich reifere Leistung, als sie teilweise in der Hinrunde zu sehen war. Auf dem Gezeigten lässt sich aufbauen, was fehlt, ist das positive Schlussresultat. Besser machen kann es der FCW am kommenden Samstag, wenn um 16:00 Uhr der direkte Tabellennachbar YF Juventus in die Niedermatten reist.