NLA-Handball

Verkehrte Welt? Der HSC gewinnt das Derby mit 24:21 gegen den TVE – und dieser erntet viel Lob

Der Flügel vom TV Endingen liefert im Derby eine starke Partie ab, verliert aber am Ende trotzdem.

Verkehrte Welt – auch bei Endingens Flügel Patrick Mathys?

Der Flügel vom TV Endingen liefert im Derby eine starke Partie ab, verliert aber am Ende trotzdem.

Der HSC Suhr Aarau entscheidet auch das dritte Aargauer Handball-Derby dieser Saison für sich. Er gewinnt mit 24:21, wird aber ordentlich gefordert. Während die siegreichen Hausherren ihre Angriffsleistung bemängeln, wissen die Surbtaler, warum es ihnen nicht zu einem besseren Resultat gereicht hat.

«Wir spielen Handball, um zu gewinnen. Auch wenn wir heute eine gute Leistung gezeigt haben, die Punkte nehmen wir nicht mit», sagt Zoltan Majeri, Trainer des TV Endingen nach dem Spiel im Aarauer Schachen. Der HSC Suhr Aarau behält auch im dritten Derby der Saison die Oberhand, gewinnt mit 24:21. Die Spieler des TVE hadern und trauern auch etwas einer verpassten Chance nach. «Uns hat die Cleverness in der Crunch-Time gefehlt. Ich hoffe, wir lernen durch dieses Spiel viel», sagt Majeri.

Auch sein Antipode, Misha Kaufmann, attestiert den Gästen eine gute Leistung, spricht nach Spielschluss von einer schwierigen Partie. Er sagt: «Endingen hat das nicht so schlecht gemacht, in dieser Mannschaft steckt schon auch viel Qualität.»

Die Routine macht den Unterschied

Und warum gewinnt am Ende trotzdem der HSC? Selbst wenn sich Endingen im Vergleich zu den letzten drei Spielen defensiv markant gesteigert hat? «Wir konnten uns auf unsere starke Abwehr verlassen», sagt Kaufmann. Man habe gewusst, dass Endingen wohl keine sieben oder acht Tore in den letzten zehn Minuten werfen werde. «Das hat uns Sicherheit gegeben.» Und tatsächlich: Das letzte Tor, das mit dem Ausgang des Spiels noch etwas zu tun hat, schiesst der TV Endingen rund siebeneinhalb Minuten vor dem Ende. Das 21., neun Sekunden vor Ende, durch Leonard Pejkovic ändert nichts mehr.

Der HSC-Coach war froh, dass seine Mannschaft souverän verteidigte.

Misha Kaufmann

Der HSC-Coach war froh, dass seine Mannschaft souverän verteidigte.

Zweimal leisten sich die Endinger in den Schlussminuten ein Fehlzuspiel, zweimal findet der Ball den Weg ins Tor nicht. «Schlussendlich hat der HSC in den matchentscheidenden Situationen genug Routine, um dieses Spiel nach Hause zu bringen», sagt TVE-Kreisläufer Simon Wittlin. Er spricht beispielsweise den 23. Treffer des HSC an, als João Ferraz den Ball am Block vorbei ins Lattenkreuz zirkelte und so die Vorentscheidung herbeiführte.

Mitunter ein Faktor für die starke HSC-Abwehrleistung in den letzten Minuten war der slowakische Kreisläufer Martin Slaninka. In den letzten Zügen der Partie stellte er gegen Endingens Milomir Radovanovic einen wichtigen Block, danach sicherte er sich auch noch einen Abpraller. Zudem warf er gesamthaft fünf Tore. Tim Aufdenblatten staubte zwar die Auszeichnung für den besten HSC-Akteur ab, aber eigentlich war Slaninka der Matchwinner, oder? «Nein, überhaupt nicht», sagt der 2,02 Meter grosse Slowake. «Wir haben eine tolle Teamleistung gezeigt und vor allem in der Verteidigung haben wir die Sache solid gemacht. Im Angriff war das aber sicher nicht unsere beste Leistung. Wir konnten uns lange nicht die erhoffte Tordifferenz verschaffen. Das haben wir uns anders vorgestellt.»

Der TV Endingen lässt nicht locker

Zunächst sah es zwar so aus, als könnte der HSC Suhr Aarau diese Tordifferenz schon früh in der Partie schaffen, denn das Heimteam führte nach viereinhalb Minuten mit 3:0. Endingen hatte den Start nicht verschlafen, aber viel Pech bekundet. Die erste Wende wurde dann durch eine Zweiminuten-Strafe gegen Slaninka eingeläutet. Endingen biss sich in dieses Derby hinein und führte auch immer wieder. Die Gäste spielten geduldig, suchten nicht unnötig den Abschluss aus der zweiten Reihe. Zwar kamen sie nicht immer problemlos zu guten Wurfsituationen, aber wenn, dann nutzten sie diese rigoros aus. Das Remis (11:11) zur Pause zeigt, dass die Gäste den HSC richtig fordern konnten.

Nach der Pause spielte der HSC selbst wieder sicherer im Angriff und konnte seine Chancenauswertung merklich verbessern. Der TV Endingen liess sich aber nicht abschütteln, blieb hartnäckig. Auch einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand brachte ihn nicht aus dem Konzept. Sieben Minuten vor Schluss hatte er die Möglichkeit zum Ausgleich. Aber eben, in diesem einen Gegenstoss vom sonst starken Patrick Mathys und in den darauffolgenden Angriffen fehlte es dem TVE an Cleverness. Der HSC nützte dies aus, sicherte sich die Punkte und klettert auf den fünften Tabellenplatz. Und so war es dann eben doch nicht die ganz verkehrte Welt.

Die besten Bilder des Derbys:

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