Handball-Saisonstart

Viel Bedenkzeit hat er nicht gebraucht: Vit Schams ist bereit für die Herausforderung beim TV Endingen

Der neue Torhüter Vit Schams trainiert seit etwas mehr als einem Monat mit dem TV Endingen.

Torhüter Vít Schams hat beim TV Endingen den erst im Juli abgewanderten Christophoros Nungovitch ersetzt. Nun vermisst der 28-jährige Tscheche zwar seine Freundin, freut sich aber auf die Herausforderung im Surbtal.

Morgen startet der TV Endingen gegen den HC Kriens-Luzern in die neue Saison. Für den vom NLA-Aufsteiger neu verpflichteten tschechischen Torhüter Vít Schams ist indes nicht nur die Liga, sondern die Schweiz an sich neu.

Der 28-Jährige ist erst seit etwas mehr als einem Monat hier. Am 20. Juli war er, begleitet von seiner Freundin und einem seiner beiden älteren Brüder, aus seiner Heimat in den Aargau gereist. Schon tags darauf fuhr seine Begleitung mit dem Auto zurück.

Schams bezog derweil seine Unterkunft – er wohnt mit Teamkollege Oliver Mauron unter einem Dach. «Natürlich vermisse ich meine Freundin, meine Familie und auch meine Kollegen. Aber ich wurde hier super aufgenommen», sagt Schams.

Tägliches Telefonat mit der zu Hause gebliebenen Freundin

Damit gar nicht erst Heimweh aufkommen kann, telefoniert er beinahe täglich mit seiner Freundin. Sie kann ihn jeweils nur während ihrer Ferien besuchen, da sie derzeit in Tschechien das letzte Jahr ihres Studiums als Dentalhygienikerin absolviert.

Sollte Schams allerdings längerfristig – sprich über seinen Vertrag hinaus – in der Schweiz spielen, ist geplant, dass sie ihm nach abgeschlossenem Studium wohl hierher folgen würde.

Erstes Auslands-Engagement für Schams

Für Schams ist der Einjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr beim TVE absolutes Neuland. Noch nie hat er im Ausland angeheuert. Und das nicht etwa, weil er nicht schon früher Gelegenheiten für einen internationalen Transfer gehabt hätte: «Ich hatte Angebote, aber irgendetwas hat mir dann jeweils nicht gepasst. Vielleicht habe ich auch einfach auf den richtigen Moment gewartet», sagt er.

Anfang Juli war er offensichtlich da, der richtige Moment. Denn vor knapp zwei Monaten erhielt Schams einen Anruf von TVE-Trainer Zoltan Majeri. Nach dem überraschenden Abgang seiner eigentlichen Nummer 1 Christophoros Nungovitch zu Spartak Moskau war Majeri in Nöten – in der Person von Schams fand er die Lösung seines Problems.

«Der TV Endingen ist ein guter Klub für mich. Die Schweizer Liga ist besser, als diejenige in meiner Heimat. Mit Zoltan habe ich zudem einen Trainer, der früher selber Torhüter war. Er kann mich weiterbringen. Dieser Wechsel ist der richtige Schritt», sagt Schams.

Der Zeitpunkt für den Wechsel war höchst ungewöhnlich. Im Handballsport stehen die Kader für die folgende Saison im Juli normalerweise längst fest. Entsprechend kurz war auch die Bedenkzeit, die sich der 2,03-m-Hüne in Bezug auf das Endinger Angebot nehmen konnte: «Ich habe mich an einem Wochenende entschieden. Aber mehr hätte ich nicht gebraucht. Es war der richtige Entscheid, ich bereue nichts!»

Deutsch lernen, dann den Nachwuchs trainieren

Schams, der ein Wirtschaftsstudium begonnen, aber nicht abgeschlossen hat, lernt derzeit fleissig Deutsch. Er stand bei seinem vorherigen Klub Sokol Nové Veselí, neben weiteren, kleineren Aufgaben, auch als Nachwuchstrainer im Einsatz.

Dieser Tätigkeit will er auch in Endingen möglichst bald nachgehen. Doch noch fehlt ihm dafür die wichtigste Voraussetzung: die Sprache. «Ein paar Brocken verstehe ich bereits, aber es ist noch viel zu tun», sagt er.

Viel zu tun dürfte es für Schams auch zwischen den Pfosten geben: Schliesslich geht sein TVE als Aufsteiger wohl gegen fast jeden Gegner als Aussenseiter in die Partie.

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