Handball-Cup

Vor dem Cup-Halbfinal: Dem HSC Suhr Aarau fehlen noch zwei Siege bis zum ersten Titel unter Trainer Misha Kaufmann

Misha Kaufmann, Trainer des HSC Suhr Aarau, während einer Ansprache an seine Mannschaft während der Partie gegen Wacker Thun.

Misha Kaufmann, Trainer des HSC Suhr Aarau, während einer Ansprache an seine Mannschaft während der Partie gegen Wacker Thun.

Seit seinem Amtsantritt vor gut dreieinhalb Jahren beim HSC Suhr Aarau spricht Trainer Misha Kaufmann von Titeln. Am Donnerstagabend ­(Anpfiff: 20 Uhr) spielt  seine Mannschaft im Cup-Halbfinal auswärts gegen GC Amicitia – der erste Titel unter ihm ist so nahe wie noch nie.

Zuweilen sorgte Trainer Misha Kaufmann mit seinen forschen Äusserungen in Sachen Zielsetzung beim einen oder anderen für Stirnrunzeln. «Der Klub und ich wollen uns entwickeln. Wir wollen die Besten werden. Wer hätte vor anderthalb Jahren gedacht, dass wir so schnell wieder vorne mitspielen würden?», stellte Kaufmann im November 2017 anlässlich der Verlängerung seines Vertrages beim HSC Suhr Aarau gegenüber der AZ eine rhetorische Frage und fügte an: «Wir wollen den Schwung jetzt ausnutzen und den nächsten Schritt machen. Der Titel ist das Ziel.»

Aussagen wie diese sorgten nicht nur für Stirnrunzeln. Von der Konkurrenz wurde sein Verein für die vermeintlich arroganten Ziele belächelt. «Das perlt an mir ab», sagt Kaufmann. «Die Überzeugung kommt aus meinem tiefsten Inneren. Der Verein, meine Spieler und ich, wir haben eine Vision, die wir akribisch verfolgen.»

Mittlerweile traut sich kaum mehr jemand, den HSC zu belächeln. Kaufmann hat aus dem damaligen Aufsteiger innert gut dreieinhalb Jahren ein in der NLA etabliertes und sehr ambitioniertes Team gemacht.

So haben die Aargauer auf dem Weg in den heutigen Cup-Halbfinal zuletzt Pfadi Winterthur aus dem Weg geräumt. «All das ist in erster Linie das Verdienst meiner Mannschaft», sagt der 35-Jährige bescheiden. Es passt, dass er sich nicht aus dem für ihn über allem stehenden Kollektiv hervorheben will.

Nach der Schlusssirene ist ausgepumpt, wie seine Spieler

Kaufmann lebt all das, was er von seinen Spielern verlangt, ohne Wenn und Aber vor. Während Partien ist der akribische Arbeiter mit jeder Faser seines Körpers dabei. Er tigert unablässig der Seitenlinie entlang, gestikuliert wild in Richtung seiner Spieler, tut seinen Unmut gegenüber den Schiedsrichtern kund.

Mit Leib und Seele dabei: HSC-Trainer Misha Kaufmann (M.) während einer Partie seines Teams.

Mit Leib und Seele dabei: HSC-Trainer Misha Kaufmann (M.) während einer Partie seines Teams.

Macht ein Spieler nicht, das was er ihm aufgetragen hat, wird ihm von Kaufmann die Meinung lautstark gegeigt. Kein Wunder, ist Kaufmann nach der Schlusssirene jeweils ähnlich ausgepumpt, wie seine Spieler. Und zahm. Unaufgeregt analysiert er das Geschehene und ordnet ein.

Rückschläge gehören in der Entwicklung dazu

Klar, der HSC hat unter Kaufmann auch schon Rückschläge einstecken müssen. Das bittere Saisonende in der Verlängerung des fünften und alles entscheidenden Playoff-Viertelfinal-Spiels gegen Wacker Thun im Frühling ist noch präsent. Aber genau solche Rückschläge gehören in der Entwicklung einer jeden Mannschaft mit dazu. An solchen Szenarien wächst ein Team.

Deshalb wäre es auch kein Weltuntergang, sollte der HSC heute Abend den Finaleinzug verpassen. Zuletzt stand der Verein 2007, damals noch als TV Suhr, in einem Cupfinal (22:24-Niederlage gegen die Kadetten Schaffhausen).

In einem allfälligen Endspiel wartet diese Saison der Sieger der ebenfalls heute stattfindenden Partie zwischen den Kadetten und St. Otmar. Das wäre so oder so keine einfache Aufgabe – aber zum ersten Titel unter Trainer Kaufmann würde dann nur noch ein einziger Sieg fehlen.

Verfolgen Sie die Partie am Donnerstagabend ab 20 Uhr im Livestream und im Liveticker auf unserer Website.

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